Die Etappen werden nun immer kürzer

Written by on 16. Januar 2024 in Allgemein

Giroud knabbert am Andujar-Vorsprung / Taurus siegt und führt bei den Prototypen

Drei Viertel der diesjährigen Rayllye Dakar sind Geschichte. Die zu fahrenden Tagesstrecken werden seit „Stage 7“, die mit 873 Kilometern die längste der diesjährigen Auflage des Wüsten-Rennens war, nun täglich kürzer. Heute standen noch 639 Kilometer, 417 davon als Zeitprüfung, auf dem Plan.Um es vorweg zu nehmen: weder in der Quad-, der SSV- und der Prototypen-SSV-Klasse gibt es einen neuen Spitzenreiter, trotzdem hat sich so einiges auf der Strecke getan.

Alexandre Giroud aus Frankreich bleibt dem argentinischen Führenden Manuel Andujar auf den Fersen.

Bei den Quads liegt weiterhin der Argentinier Manuel Andujar in Führung, doch Frankreichs Alexandre Giroud, der heute den Tagessieg einfuhr, hat mächtig am Vorsprung des Gesamtsiegers geknabbert. Aus 11 mach 6… so das Endergebnis des Franzosen. Der Vorsprung von Andujar ist von elfeinhalb Minuten auf nun nur noch sechs Minuten und 13 Sekunden geschrumpft. Dritter wurde auf der Fahrt von Hail nach Al Ula „natürlich“ wieder Juraj Varga (SVK), der ganz offensichtlich ein Abo auf diese Platzierung hat. Es ist bereits der sechste Podiumsplatz dieser Rallye und zum vierten Mal ist es der dritte Rang. Und ein Blick natürlich auch wieder auf Antanas Kanopkinas. Der Litauer buddelt sich tapfer und beharrlich mit seiner CF-Moto im sonst reinen „Raptoren-Sandkasten“ Kilometer um Kilometer in Richtung Yanbu und dem Ziel der Dakar.

SSV auf der Etappe nach Al Ula

In der SSV-Klasse macht das Loeb Racing Team nun scheinbar ernst und sich daran, die so lange dominante Can-Am-Übermacht in ihre Schranken zu weisen. Die Franzosen Xavier de Soultrait und Martin Bonnet wurden heute mit ihrer Polaris RZR Pro R zwar „nur“ Zweite hinter dem Brasilianer Cristiano Batista und seinem spanischen Co-Piloten Fausto Mota, konnten aber ihre Führung im Gesamtklassement ordentlich ausbauen. Batista/Mota scheinen übrigens heraus gefunden zu haben, dass das Gas rechts ist, denn mit einem richtig starken Auftritt peitschten sie ihre Can-Am mit fa­­­st ­­zehn Minuten Vorsprung vor den Franzosen über die Etappe. Platz drei in der Tageswertung ging an die spanischen Dominatoren vom Rallye-Beginn, Guell und Gil. Die Can-Am-Piloten hatten von Etappe zwei bis Etappe vier das Klassement angeführt. Im Gesamtklassement nun schon fast eine halbe Stunde hinter Soultrait/Bonnet liegt Dakar-Rookie Sara Price mit ihrem Co-Piloten Jeremy Gray (beide USA), Jerome de Sadeleer aus der Schweiz und sein französischer Co-Pilot Michael Metge liegen weitere drei Minuten hinter Price/Gray. Ganz bitter war der heutige Renntag auch für den gerade einmal 23-jährigen Portugiesen Joao Ferreira und seinen Beifahrer Filipe Palmeiro. Ferreira hatte im Prolog schon als Zweiter auf sich aufmerksam gemacht. Bei seiner zweiten Dakar-Teilnahme hatte der Portugiese große Pläne. Doch ein Bruch der Lenkstange bremste den Can-Am-Piloten auf Etappe eins aus. In den vergangenen Tagen hatten sich Ferreira/Palmeiro mit sechs Podiumsplätzen und drei Tagessiegen wieder bis auf Platz zwei im Gesamtklassement und nicht einmal acht Minuten an Soultrait/Bonnet heran gekämpft. Heute nun war es eine defekte Benzinpumpe, die die Portugiesen richtig Zeit und Plätze kostete. Nur noch Gesamtrang fünf und über eine Stunde und 18 Minuten auf die Spitze dürften es für den Youngster fast unmöglich machen, zum Sieg zu fahren.

Tank und Rast: Biwak auf dem Weg zum Etappenziel.

Bei den SSV-Prototypen sind die Taurus-Fahrzeuge mittlerweile eine feste Größe. Zwar mussten sich die Gesamtführenden die US Amerikaner Mitchel Guthrie und Kellon Walch mit Platz sieben zufrieden geben, der Vorsprung im Gesamtklassement schmolz jedoch nur um ein paar Minuten. Den Tagessieg holten die Kollegen vom Taurus-Werksteam Nicolas Cavigliasso und Co-Pilotin Valentina Pertegarini (beide Argentinien). Platz zwei ging an die chilenischen Can-Am-Piloten Francisco Lopez Contardo und Juan Pablo Latrach Vinagre. Ebenfalls auf Can-Am wurden Rokas Baciuska (LTU) und sein spanischer Co-Pilot Oriol Vidal Montijano Tagesdritte. Im Gesamtklassement sorgen Christina Gutierrez Herrero und ihr Co-Piloten Pablo Moreno Heute (beide Spanien) weiterhin für die Taurus-Doppelführung. Contardo/Vinagre sind Dritte mit über 36 Minuten Rückstand auf die Spitze.

Rokas Baciuska auf Can-Am

Drei Etappen stehen noch an und den Verfolgern der Spitzenreiter sollte klar sein: Gas ist rechts! Nur noch 1527 Kilometer, davon etwas mehr als 1000 gezeitete, auf denen es gilt, sind es noch, bis zum Finish. Doch klar, wir haben schon Kamele vor der Apotheke kotzen sehen und ein Spiel dauert 90 Minuten… oder so ähnlich.

dlw
Fotos: RedBullContentPool / A.S.O.

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