Spaß für Zwei

Geschrieben von am 28. Juni 2021 in ACCESS, Allgemein

Die ATVs von Access heißen Shadow – Schatten. Mit ihrem europäischen Vertriebspartner tritt die Marke aber aus dem Schatten heraus. Was wir im Angebot finden, macht Spaß. Fahrzeuge für Jeden und jeden Zweck. Die 850er taugt sogar für doppelten Spaß.

Heutzutage sind Access auch Access. Liest sich seltsam, aber als eigenständige Marke tritt der Hersteller noch nicht lange auf. Erst seit sich die Michael Leeb Trading GmbH aus dem österreichischen St. Veit an der Glan um den Vertrieb in Europa kümmert. Von dort erreichen uns die neuesten Fahrzeug-Kreationen mit frischen, aufregenden Designs. Mehrfach schon hatten wir Gelegenheit, ATVs und Quads aus dem Hause zu fahren und sie Euch vorzustellen. Das eine oder andere Fahrzeug ist uns früher schon einmal untergekommen. Jedoch unter anderen Namen und mit kleineren Hubräumen. Michael Leeb hat gleich die modellgepflegten ATVs ins Portfolio übernommen.

Das gilt insbesondere für die jetzt vorgestellte Shade Xtreme 850 L. Rund 100 ccm Hubraum mehr als bisher weisen die neuen Einzylinder auf, nämlich 781. Verzeihlich, dass man im Namen ein paar Kubik dazu schummelt, denn das Triebwerk arbeitet ordentlich auf dem Niveau der angegebenen Klasse. Auch sonst kann sich die Shade Xtreme sehen lassen. Handschützer, Seilwinde und Ellipsoid-Scheinwerfer fallen dem geneigten Betrachter sofort ins Auge. Ebenso das gefällige, sportliche Design. Der abschließbare Tankdeckel ist ein nettes Detail, genauso wie der wirklich gut gestaltete, übersichtliche digital und analog anzeigende Tachometer. Solide Schaltereinheiten übernehmen die Kontrolle über die elektronischen Funktionen, wie Allrad und Differentialsperre. Leeb legt für Neukunden einen vielseitigen Transportkoffer aus seinem Zubehörprogramm obendrauf. Ein wirklich pfiffiges und funktionales Detail. Aber das allein ist noch kein Kaufargument. Die lange Sitzbank mit ausreichend Platz für einen Passagier schon. Denn will man zu zweit unterwegs sein, so ist die lange Version der Xtreme sehr zu empfehlen. Ordentlich Sitz- und Beinfreiheit genießen Sozia oder Sozius und halten es so auch auf längeren Touren gut hinter dem Piloten aus. Für diesen Zweck könnte man lediglich noch über eine abnehmbare Rückenlehne nachdenken.

Sport und Spiel

Warum abnehmbar? Ganz einfach: der agile Motor verleitet gerne zum sportlichen Fahren, wobei der Passagier naturgemäß etwas stört. Aber gibt man der Xtreme die Sporen, so setzt der Einzylinder ein kerniges Drehmoment und ordentliche Leistung frei. 59 Pferdchen ziehen, von den unteren Drehzahlen kommend, die rund 330 Kilogramm ordentlich voran. Die Länge des ATVs macht sich dabei kaum bemerkbar, außer dass man sich auf den Geradeauslauf hundertprozentig verlassen kann. In schnell gefahrenen Kurven und Kehren – mit körperbetonter Entlastung der Frontpartie – reagiert das Vierrad sehr schön auf die Lenkbefehle. In Trial-Passagen – insbesondere mit besetzter Rückbank – wünscht man sich neben einer elektronischen Lenkunterstützung einen etwas geringeren Wenderadius herbei. In den langsamen Abschnitten eines Geländes ist ordentlich Kraft am Lenker und Agilität in den Gliedmaßen gefragt. Jeglicher Situation gewachsen erweist sich allerdings das weich abgestimmte Fahrwerk, welches eindeutig auf Komfort ausgelegt wurde. Die Dämpfer der Einzelradaufhängung sind in der Vorspannung verstellbar.

Als Allrounder mit SUV-Charakter ist die neue 850er gedacht. Das ATV bringt für viele Lebenslagen und Einsatzbereiche unseres Hobbys etliche Eigenschaften mit. Herausragend ist der kräftige, kontrollierbare Motor. Viel Komfort auf langen Touren – etwa Schotterpisten in den Alpen, und ein moderater Spritverbrauch machen die Access interessant. Dieses ATV ist also bestens für das Tourenfahren ausgelegt. Damit trifft es den Zeitgeist und den Wunsch der meisten Käufer. Schön entspannt aufbrechen, Landstraßen und -sträßchen bummeln und sich nicht von Feld-, Wald- und Schotterstrecken aufhalten lassen. Gut kontrollierbar verläuft das Drehzahlband aus dem „Keller“ über die Mitte. Die anfänglich deutlich bemerkbare Spritzigkeit nimmt im oberen Bereich etwas ab. Doch es geht mit dem Vierventiler zügig Richtung Endgeschwindigkeit, die bei gut über 100 km/h liegt. Ein großer Kühler hält die Temperaturen moderat im Brenner. Während schneller Lastwechsel „verschluckt“ sich der Motor hin und wieder, ohne jedoch merklich Leistung einzubüßen.

Was man halt so macht

Der üppigen Bodenfreiheit ist die etwas erhöhte, leicht gewöhnungsbedürftige, Sitzposition geschuldet. Doch steigt der Komfort mit jedem Kilometer der Eingewöhnung. Die Einzelradaufhängung lockt ins Gelände, wo die Xtreme gut beherrschbar bleibt. Wer mit dem einen oder anderen Wettbewerb liebäugelt, dem sei die kurze Variante empfohlen. Die teilt sich die Ausstattungsmerkmale mit unserer Testmaschine. Gearbeitet haben wir noch nicht mit diesem ATV. Aber der hier gewonnene Eindruck und die Anhängelast von 720 Kilogramm, lässt den Schluss zu, dass die Access auch dem gewachsen sein wird. Schließlich kann sie als LoF zugelassen werden. Wenngleich sie nicht unbedingt in der Arbeitswelt zu Hause ist. Gut, dass die Michael Leeb Trading GmbH auch hier Modelle in Petto hat.

Auf unserer Tour erreichen wir im Wald eine steile Abfahrt. Für die erhöht sitzende Sozia alleine optisch eine Herausforderung. Aber kneifen gilt nicht und so gleitet die ATV-Besatzung über die Kuppe hinab. Die elektronische Motorbremse setzt früh ein und hält die Fuhre recht gut zurück. Einen prima Job machen die vier hydraulischen Scheibenbremsen, die mit einem deutlichen Druckpunkt gut definierbar zupacken. In umgekehrter Richtung muss der Fahrer beherzt zu Werke gehen und den Gasdaumen durchdrücken. Dampf ist da und Bewegungsfreiheit auch, trotz des Passagiers, der das Heck etwas aufschaukelt. Aber nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste.

Fassen wir zusammen

Top Ausstattung, gute Fahreigenschaften, tolle Optik, LoF-Zulassung und ein fairer Preis sprechen für das Gesamtpaket, das Leeb hier geschnürt hat. Chef Michael Leeb hatte ja kürzlich angekündigt, die Marke Access noch weiter voran zu bringen, mit neuen Fahrzeugen und Ideen auf den Markt zu kommen. In der Klasse der Xtreme hat er jedenfalls schon mal ein heißes Eisen im Feuer, welches seinen Schatten – Shadow – voraus wirft und Bewegung in den Markt bringen kann. Spaß hatten die zwei Testfahrer allemal. Und darauf kommt’s doch schließlich an, oder?

Text und Fotos: Ralf Wilke

Technische Daten: Access Shade Xtreme 850 L

Motor: Einzylinder 4-Takt, flüssiggekühlt, Hubraum: 781 ccm, Leistung: 43 kW / 59 PS, Kraftstoffversorgung: Elektronische Einspritzung, Startsystem: elektrisch, Getriebe: CVT-Automatik, L-H-N-R, Antrieb: 4×4, Kardan, Radaufhängung: vorne Doppelte Dreieckslenker, hinten IRS-Einzelradaufhängung, Bremsen: vorne 2 hydraulische Scheiben, hinten 2 hydraulische Scheiben, Reifen: vorne 25×8-12, hinten 25×10-12, Maße: Länge 2.390 mm, Breite 1.200 mm, Höhe 1.252 mm, Radstand 1.440 mm, Bodenfreiheit 300 mm, Gewicht: 344 kg, Tankinhalt: 21 Liter, Farbe: Schwarz, Weiß, Gewährleistung: 2 Jahre

UPE exkl. Liefernebenkosten € 8399,00  und UPE inkl. Liefernebenkosten € 8869,00

Michael Leeb Trading GmbH, Hunnenbrunn / Gewerbezone 18, A-9300 St. Veit an der Glan, Tel.: +43(0)421248248-0, www.michaelleeb.com

Magazinbeitrag aus 02/2019

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