Praktische Seilschaften

Geschrieben von am 24. März 2020 in Allgemein, Outdoor

Sie gehören in die Packtaschen eines jeden, der sich ins Gelände wagt: Seile. Zum Bergen, Abschleppen, Arbeiten. Kaum ein Hilfsmittel ist derart vielseitig. Man weiß schließlich nie, wann man mal wieder bis zu den Ohren im Schlamm, Sand oder Schnee steckt.

Was einem so alles passieren kann, wenn man Offroad unterwegs ist, braucht man wohl keinem ATV-oder Quadfan zu erklären. Selbst der versierteste Fahrer kann in eine unvorhergesehene Situation geraten und havarieren. Ein Seil nebst etwas sinnvollem Zubehör ist dann die beste Hilfe zur Selbsthilfe oder zum Freundschaftsdienst, wenn der Kumpel buchstäblich im Schlamassel steckt. Doch Seil ist nicht gleich Seil! An und mit Fahrzeugen eingesetzt, gilt es einige Grundsätze zu beachten.

Immer gut, wenn ein Seil dabei ist.

Was macht ein gutes Seil aus?

Bergeseile sind sehr vielseitig verwendbar. Deutlich besser als ein einfaches Abschleppseil aus dem Kfz-Zubehör. Soll es zum Schleppen und Bergen verwendet werden, so ist unbedingt die Bruchlast zu beachten. In unserem Bereich reichen etwa drei Tonnen, was bedeutet, dass das Seil konzipiert wurde zur Bergung von Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von bis zu einer Tonne. Völlig ausreichend, um ein ATV aus Schlamm, Sand oder Schnee zu befreien.

Ein solches Seil ist vergleichsweise günstig, wie etwa das Bergeseil Lil`Bubba von BubbaRope. Der Importeur aus Österreich vertreibt das sechs Meter lange und zwölf Millimeter dicke Seil im Fachhandel und über seinen Web-Shop. Lil‘ Bubba ist auf vielen unserer Touren dabei und zog bisher schon einige Redakteure und Treffen-Teilnehmer hinter verschiedenen Zugfahrzeugen her. Für den Einsatz im Gelände eignet es sich besonders, da es ursprünglich speziell für das Militär entwickelt wurde. Eine spezielle – Gatorize genannte – Beschichtung schützt es vor Dreck und Feuchtigkeit. Die Schlaufen sind mit einer widerstandsfähigen und elastischen Tauchbeschichtung versehen. Und so kann man es zum Beispiel auch ganz einfach mit klarem Wasser abspülen. Die Enden sind gespleißt und getakelt. Es weist ebenso eine Zugdehnung von rund 35 Prozent auf, was Euch Sicherheit beim Manövrieren gibt. Einsetzbar ist das Seil zwischen minus 70 und plus 99 Grad.

Bergen und Schleppen leicht gemacht

BubbaRobe hat noch andere Hilfsmittel in petto. Wie zum Beispiel die Plasma Softschäkel. Gefertigt aus Plasma-Fasern bilden die handlichen Teile nach dem Flechtprozess das festeste Synthetik-Seil der Welt mit dem geringsten Eigengewicht in der Gewichts-/Festigkeits-Kombination. Stahlschäkel sind deutlich schwerer als die rund 28 Gramm eines der beiden Softschäkel im Set. Die schwimmen sogar, was in der Wasserlache ganz sicher ein Vorteil ist. So befestigt man einen Schäkel an einem festen, stabilen Punkt am abzuschleppenden Fahrzeug. Das klappt selbst bei schwer zugänglichen Punkten. Man braucht kein Werkzeug – nichts. Kein Bolzen muss fest gedreht werden. Der Softschäkel verfügt über eine selbstspannende Schlaufe, welche mit einem speziell entwickelten Knoten fixiert wird. Das Lil‘ Bubba ist so leicht mit dem Schäkel zu verbinden. Das Seil nun mit dem Zugfahrzeug verbinden, ggf. den zweiten Softschäkel benutzen. Jeder Schäkel hält sage und schreibe 4,5 Tonnen aus! Nun fährt man mit einer Geschwindigkeit von 5-15 km/h in das Bergeseil hinein, welches sich bis zu den besagten 35 Prozent dehnt. Es baut so materialschonend eine Zugenergie auf das feststeckende Fahrzeug auf, bis das bergende Fahrzeug von der Last des feststeckenden Fahrzeuges sanft eingebremst wird. Langsam weiterfahren und der Unglücksrabe ist bald frei. Das Seil ist aber auch ein unentbehrlicher Helfer und Allrounder gerade zur „Waldsaison“. Es dient ebenso zum Ziehen von größeren Baumstämmen oder zum Sichern bei Baumfällarbeiten, Entfernen von Baumstümpfen und anderen Arbeiten. Die Abnutzungserscheinungen halten sich auch nach längerer Zeit in akzeptablen Grenzen. Lediglich die Softschäkel sollte man vor jeder Nutzung auf Risse oder Spliss prüfen.

Baumfreunde

Mein Freund der Baum: Schonende Umarmung mit dem Tree Hugger.

Als Ankerpunkt für die am ATV obligatorische Seilwinde eignet sich der Tree Hugger – der „Baum-Umarmer“ – bestens. Die in verschiedenen Längen lieferbaren Gurte sind 95 Millimeter breit und halten bis zu 21 Tonnen Bruchlast stand. Wir setzten das 1,80 Meter lange Modell aus Sicherheitsgründen für eine Eigenbergung ein. “Mutter Natur” nutzen wir dann bei der Befreiung aus schwierigem Gelände. Der Baumankergurt wird um den als Ankerpunkt dienenden Baum gelegt. Verwendet man etwa nur ein Stahlseil oder eine Kette, kann es nicht nur Eure Ausrüstung beschädigen, sondern auch die Rinde des Baums. Professionelle Offroader benutzen deshalb diese Baumankergurte. Natürlich kann der BubbaRope Tree Hugger auch um andere Gegenstände gelegt werden. Die Ösen am Baumankergurt dienen zur Befestigung an einen Verbindungsschäkel.

Aus erster Hand können wir nach etlichen Tests wie diesem die Qualität der Produkte von BubbaRope bestätigen. Die hier gezeigten Artikel und jene aus vergangenen Einsätzen sind noch immer im Einsatz bei der Quadwelt-Redaktion. Insbesondere das Lil‘ Bubba ist für unsereinen sehr zu empfehlen. Das Bergeseil überzeugt beim Bergen oder Abschleppen von ATVs, Quads, UTVs und Motorrädern. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sowie die Lieferung in einem robusten und praktischen Stoffbeutel runden das Bild dieses praktischen Utensils ab.

Text & Fotos: Ralf Wilke, BubbaRope

Abonnieren

Wenn Sie diesen Artikel mochten, abonnieren Sie hier, um mehr zu diesem Thema zu empfangen.

per RSS-Feed abonnieren

Kommentarfunktion abgeschaltet

VBW-Tires Banner
Top