Triton 450 R

Eine echte Enduro

Sucht man unter dem Stichwort „Triton“ im Netz stößt man zunächst auf eine Eidechsenart. Diese gilt als sehr anpassungsfähig. Ob der Sohn des griechischen Gottes Poseidon – er hieß ebenfalls Triton – dies auch war, wissen wir nicht. Was wir wissen ist, dass die Quads der Marke Triton stark im Kommen sind. Als anpassungsfähig erwies sich die brandneue 450er im Test.

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Ob daher die Eidechse im Logo verwendet wurde, ist bei unserer ungewöhnlichen Betrachtung fast egal. Jedenfalls bringt die neue 450er viel mit im Serienpaket. Die Namensgeber der Marke tummeln sich in feuchten Gebieten. Bisweilen soll dies ja auch für den Enduro-Sport zutreffen. Hier kann es durchaus feucht zugehen. Begegnen kann der Fahrer des Sport-Quads den Elementen einer Veranstaltung oder einer anspruchsvollen Off-Road-Tour mit einem voll ausgerüsteten Fahrzeug. Nerf-Bars, voll einstellbares Fahrwerk, solide Verarbeitung, Stahlflex steuern die Zangen an den Wave-Scheiben. Dazu, ein potenter 450er Motor. Bei dem Access-Triebwerk handelt es sich um eine hubraumreduzierte Version des bekannten Fuji-Triebwerks. Der Eintopf arbeitete schon in der Polaris Predator als 500er, aktuell auch in der Herkules Adly Hurricane 500. Beste Vorraussetzungen also, um Quadspaß zu genießen. Denn auch die übrige Ausstattung ist bemerkenswert. Das Design der Verkleidung kann als eigenwillig beschrieben werden. An der Schwinge gibt es nichts Neues zu entdecken.

Hier greift man auf Altbewährtes zurück. Suzuki lässt grüßen. Die Serienbreite von 1230 mm ist ordentlich und beugt einer Kippneigung in schnellen oder engen Kurven vor. Die Triton ist optisch gelungen und bietet viel Quad für das Auge. Das Digitaldisplay lässt keine Wünsche offen und informiert den Fahrer über die Geschwindigkeit, Uhrzeit, Drehzahlbereich, Tankstand und Temperatur. Der Hauptscheinwerfer ist ein Halogenscheinwerfer und hat ein E-Prüfzeichen. Die Blinker sind modisch schlank gehalten. Hier arbeiteten die Designer zeitgemäß. Den Käufer wird dies sicherlich freuen, da der Griff ins Zubehörregal erspart bleibt und nur Zeit in die optimale Einstellung investiert werden muss. Investieren muss man auch nicht wie erwähnt in Nerfbars. Sie sind schon dran und aus sogar aus edlem Aluminium. Eine Enduro hat im Quadsport einen Rückwärtsgang. Dieser wird an einem Hebel am linken Lenkerende per Seilzug aktiviert. Ersten Gang einlegen – Hebel drücken und nach unten schalten – das war’s! Im Display zeigt das „R“ die gelungene Gangwahl an. Beim Hochschalten ist dann automatisch wieder der erste Gang eingelegt. Die Anordnung dieses Schalters ist sehr praktisch, da man die Hand nicht vom Lenker nehmen muss. Das Ganze funzt butterweich.

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Fahrpraxis

Das Fünfganggetriebe schaltet sich im Übrigen ebenso sauber und ohne zu hakeln, dank der manuellen Kupplung. Ein großer Kühler mit dahinter liegendem Ventilator sorgt auch bei großer Anstrengung für moderate Temperaturen im Motorblock. Starten lässt sich der Triebling leider nur per E-Starter. Die Federelemente sind in der Serie bestens. Der Motor verfügt über eine offene Leistung von etwa 45 PS und zeichnet sich durch ein breit nutzbares, lineares Drehzahlband aus. In dieser Version stand uns das Testfahrzeug zur Verfügung. Wenig Spaß bereitet nämlich die zugestopfte TÜV-Version mit 15 kW. Ein begrenzter Vergaserschieber, andere Düse und Drosselklappen im edlen Sport-Endtopf sorgen für röchelnde Hilfeschreie unter der Sitzbank. Zusätzlich schnürt ein geschlossener Luftfilterkasten dem geplagten Triebwerk die Atmung ab. Wir wünschen uns, dass es bald auch eine offene Version der Triton zulassungsfähig gibt. Denn als gesetzestreuer VKP-Treiber bleibt der Spaß auf der Strecke und das Fahrzeug bleibt weit hinter seinem Leistungsvermögen zurück. Noch erlischt aber leider die Betriebserlaubnis, wenn man der Drossel unkompliziert zu Leibe rückt. Doch was sich danach an Kraft entfaltet, ist durchaus konkurrenzfähig auf dem Sport-Markt. Im Gegensatz zu den 450er-MX-Quads entfaltet der Motor seine Leistung jedoch konstant. Diese sanfte Leistungsentfaltung prädestiniert die Echse für den Endurosport. Die Charakteristik ist für diesen Zweck nahezu optimal. Keine brachiale Power wie im Crosser zerrt an den Armen und damit an der Kondition. Mit etwas Erfahrung ist die Seriendämpfung individuell justierbar und macht den Griff ins Zubehörregal überflüssig. Wirklich jeder einzelne Klick an den Einstellrädern bringt spürbare Veränderungen am Fahrverhalten. Es ist also kein blödes Blenderfahrwerk ohne Funktion, wie bei manchem Chinesen schon entdeckt wurde, sondern ein wirklich seriöses Feature. Die Starrachse, das sportliche Handling und der peppige Motor ermöglichen Driften ohne Ende. Einzig die Bodenfreiheit hinten unter dem Kettenrad ist nicht überwältigend. Im Alltag denken wir an die Fahrten zur Arbeit oder die Feierabend-Tour. Enduro, Off- und Onroad- Ausflüge und den Alltag meistern machen den Allrounder aus. Das heißt aber, dass wir auch die Straße meistern müssen. Auf Asphalt stellten wir das ganze Fahrwerk auf „hart“ und der Sportler liegt brettartig auf der Straße. Durch seine Breite liegt die 450er sicher und spurstabil bei allen Geschwindigkeiten auf der Straße. Allerdings lupft unsere Echse gerne mal das vordere kurveninnere Rad an. Die drei Scheibenbremsen packen saftig zu und bringen die 450er auch aus hohen Geschwindigkeiten schnell zum Stehen. Der am Lenker befestigte Bremshebel wirkt wie erwähnt nur auf die beiden Scheiben der Vorderachse. Die Fußbremse wirkt integral. Die Bremsscheiben und Bremssättel sind ausreichend dimensioniert. Wir finden an allen drei Bremspunkten eine gelochte Wave-Bremsscheibe. Klasse! Dennoch raten wir trotz der guten Verzögerungswerte zum Umbau auf „eindeutig vorne“ und „eindeutig hinten“. Anfänger vermeiden so ein gefährliches Überbremsen des Quads.

Fazit

Die Triton 450 R ist eine echte Enduro. Leicht zu handhaben, sportlich zu bewegen und dabei robust. Die Serienausstattung ist topp. Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt. Damit ist der Sportler mit der Eidechse ein typischer Vertreter der neuen 450er-Klasse. Die ist nicht mit den reinen Crossmaschinen wie etwa YFZ, TRX, KFX oder LT-R 450 zu vergleichen. Die Neue spielt eher in der Kategorie einer LTZ 400 mit. Leistungsfähige Fahrzeuge mit sportlichen, aber auch Allroundtalenten. Ausgestattet mit Homologation ist die Triton eine wirkliche Alternative. Wir freuen uns schon jetzt auf den Vergleich mit den Konkurrenten dieser Klasse.

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