Im Tal der vergessenen Österreicher

Aus purer Abenteuerlust und Neugier machten sich sechs Can-Am-Fahrer rund und Gerhard Horn auf von Judenburg in Österreich nach Rumänien und in die Ukraine.

Abenteuerliche Tour im Rumänisch-Ukrainischen Grenzgebiet.

Von der Basis in Negresti Oas / Rumänien bezog man Quartier und unternahm von dort aus mehrere Touren. Diese führten die Truppe von Allrad Horn auch in die benachbarte West-Ukraine. Hier in den Westkarpaten machte man sich auf die Suche nach deutschsprechenden Nachkommen jener Österreicher, welche vor über 250 Jahren durch Kaiserin Maria Theresia aus Oberösterreich umgesiedelt worden waren.

Man spricht deutsch!

In Königsfeld ( Ust Tschorna ) bzw. Deutsch Mokra konnten tatsächlich Ortstafeln in deutscher Sprache sowie eine handvoll deutsch und oberösterreichischen Dialekt sprechende Einheimische ausgemacht werden. Sie bereiteten den Tourern einen herzlichen Empfang. Im Vorfeld hatte sich die Reisegruppe schon um die Nöte und Lebensbedingungen dieser Bewohner in ihren entlegenen Karpatendörfern erkundigt und dementsprechend Hilfsmaterial  – in erster Linie Schulartikel für die Grundschule in Königsfeld, sowie Kinderkleidung für die Ärmsten- im Gepäck.

Hilfe unterwegs: Schulbedarf im Gepäck der Tourenfahrer.

Der Dank gilt auch einigen Firmen, welche großzügige Sachspenden zur Verfügung stellten. „Es war ein schönes Gefühl, den neugierigen aber auch sehr aufgeschlossenen Kindern und Jugendlichen ein wenig Freude zu bringen“, erzählt Gerhard Horn und man unternahm mit einigen von Ihnen eine kurze Probefahrt mit den Can-Ams.
In diesen Regionen der Westkarpaten lebt man hauptsächlich von der Waldarbeit. Entsprechend mühsam und anstrengend sowie gefährlich ist die Holzfällerarbeit in den steilen und schwer zugänglichen Bergregionen mit zum Teil sehr veraltetem Hilfsgerät. Immer wieder suchen Hochwässer die Region heim.

Eindrücke vom kargen Leben der Waldarbeiter

Bei der ca. 850 km langen und vier Tage dauernden Tour durch die Karpatentäler der Ukraine und Rumänien, konnte man einen tieferen Eindruck von dieser wildromantischen Bergregion gewinnen. Besonders ein überraschender Kälte- und Wintereinbruch in den Bergen sorgte für besonderes Abenteuer-Feeling, da man durch die rasch anwachsende Schneedecke die Orientierung vollends verlieren kann. Ein besonderes und empfehlenswertes Highlight war die Tour nach Viseu de Sus in Rumänien.
In diesem Gebirgstal fährt die letzte Waldeisenbahn Osteuropas, welche als Schmalspurbahn Holz aus den Bergen bzw. hinteren Talbereichen transportiert. Mit den geländegängigen ATVs konnte man über 20 Kilometer entlang der abenteuerlichen Bahntrasse, das von Hochwasser ausgeschwemmte Tal einwärts fahren und einen Eindruck vom harten und kargen Leben in den kleinen Holzfällerdörfern gewinnen.

Tief in die ausgeschwemmten Täler hinein.

Stets begleitet war diese Tour von netten und freundlichen Begegnungen und Gesten der Einheimischen, sowie gutem Essen. Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit und des Komforts der Fahrzeuge war auch Fahrerlebnis in den vielen schwierigen Passagen ein Genuss. Nach der unfallfreien Rückkehr nach Judenburg und um viele Eindrücke reicher ist man sich in der Gruppe von Allrad Horn einig, dass dies nicht die letzte Fahrt in diese wunderbare Region war.

Text & Fotos: Allrad Horn

 

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