Die neue GOES G400iS: Ein Zwischending?

G 400i S 400 von GOES: Irgendwo zwischen Quad und ATV hängend, oder doch eher ein guter Allrounder mit den Genen eines Sportlers? Wir suchen eine Antwort im kompletten Spektrum unseres Hobbys.

Sportlich flott oder automatisch lahm? Einsteiger polarisieren.

Sportlich flott oder automatisch lahm? Einsteiger polarisieren.

Quads mit Automatikmotor – für manchen ein No-Go. Sportlich fahren ist demzufolge nur mit einem Schalter, allenfalls mit ordentlich Hubraum möglich. Im besten Fall ist beides miteinander kombiniert. In den kleineren Hubraumbereichen gelten gelten die Quads mit dem Wahlschalter eher als Einsteiger. Das kann die neue GOES G 400i S auch sein. Denn sie ist einfach bedienbar, ja fast selbsterklärend. Das Schöne an diesem Quad ist sein einfaches Prinzip. So muss man sich nicht falten, um ordentlich auf dem Quad zu sitzen, die Größe stimmt für erwachsene Menschen. Stark erinnert die neue 400er auch an die ersten LTZ 400 von Suzuki, von denen sie einiges an Technik und Optik übernommen hat, was besonders an der Fahrzeugfront, aber ganz deutlich an der Schwingenkonstruktion auffällt.

Gute Gene: Die 400er von GOES ist technisch auf der Höhe.

Gute Gene: Die 400er von GOES ist technisch auf der Höhe.

Peppige Leistung

Der Motor wird per Vergaser mit Sprit versorgt, anders, als beim bereits vorgestellten Schwester-Modell als Supermoto. In der Praxis ist aber wichtig, wie das klappt. Der Einzylinder springt auch nach einer kalten Nacht im Freien ohne Murren an, braucht aber etwas um sich einzulaufen. Auch im warmen Zustand bleibt die Leerlaufdrehzahl lange im oberen Bereich, bis das Aggregat rund blubbert. Leistungsmäßig ist die GOES im Bereich VKP zu finden. Eine LoF-Version wird nicht angeboten. Denn nominell liegen hier nur fünf PS drin– was soll das bringen? Der Preisunterschied von zirka 700,- Euro wäre in dieser Klasse schon ein gewichtiges Argument. Ok, also Automatik und VKP. Was kommt da rum?

Aber der erste Eindruck den das Quad bei seiner Vorstellung bei uns schon hinterließ, bestätigt sich jetzt. Flott geht es voran und der warme Motor reagiert promt auf die Gasbefehle.  Auf der Straße gibt sich das Fahrzeug keine Blöße. Kontrollierbarlässt sich das Fahrwerk auch in Serpentinen und geschwungenen Straßen sicher steuern. Es stehen genügend Sicherheitsreserven zur Verfügung. Die hochwertige Kanda-Bereifung kann sowohl auf hartem, wie auch auf weichem Boden ganz gut punkten und der Verschleiß bei Straßenfahrten fällt nicht ganz so dramatisch aus, wie wir es befürchtet hätten. Im Gelände spielen die Reife einige Vorteile aus. Das passt zur Vielseitigkeit der G 400i S.

Abseits der Strasse über die Waldwege räubern: Mit leichtem Gelände spielt das Quad.

Abseits der Strasse über die Waldwege räubern: Mit leichtem Gelände spielt das Quad.

Die gehört ins Gelände

Dem Asphalt-Freak sei die Super-Moto-Version empfohlen. Wer Allround-Qualitäten schätzt oder gerne abseits der Straße fährt, der greife auf jeden Fall zur Enduro. Denn abseits befestigter Wege kommt Freude auf. Der Motor überrascht auch hier mit ordentlich Antritt. Hoppla! Vor Hindernissen ein Gasstoß und die Front lupft. Noch besser geht das mit eingelegter Getriebeuntersetzung. Im groben Geläuf wünscht man sich vorne etwas mehr Ansprechverhalten für die Federbeine, bzw. mehr Einstellmöglichkeiten. Aber ansonsten reagiert das Quad kontrollierbar und lässt schnelle Fahrmanöver zu. Gewundert haben wir uns über den Drehmoment, den wir – wiederum im Untersetzungsmodus – in einer Trial-ähnlichen Passage schätzen lernten. In zügigem Tempo schluckt das Fahrwerk auch grobe Brocken und Löcher. Kurz: In der Hand eines erfahrenen Piloten handelt es sich bei der 400er um ein echtes Sport-Quad. Zugegeben, unsere Testfahrer waren das eine oder andere Mal versucht zu schalten, um dann ins Leere zu treten.

Geht auch: Hobby-MX macht Spaß.

Geht auch: Hobby-MX macht Spaß.

Für solcherlei Einsatz ist die G 400i S auch sonst gerüstet und vermeidet für ihren Treiber den Griff zum Zubehör. Wenn man sich was wünschen dürfte, dann wäre es für große Piloten ein höherer Lenker – aber den kann man ja selber kaufen. Denn es bleibt bei dem moderaten Anschaffungspreis sicher noch etwas Kohle für „Tuning“ übrig. So ist die 400er GOES: Für Einsteiger geeignet, für Fortgeschrittene spaßig und für Sportler eine günstige Alternative. Es bleibt als Fazit und Antwort auf die Eingangsfrage festzustellen, dass sie ein Sport-Quad mit Automatik ist. Nix dazwischen!

Flotte Gangart im Gelände: Erstaunlich lebendig und agil zu händeln. Das Fahrwerk geht in Ordnung.

Flotte Gangart im Gelände: Erstaunlich lebendig und agil zu händeln. Das Fahrwerk geht in Ordnung.

Motor 
1-Zylinder 4-Takt
Kühlung: flüssig
Hubraum: 359 ccm
Leistung: 20,4 PS
Starter: Elektro
Zündung: CDI
Antrieb: Kette
Getriebe: Automatik

Bremsen:
Wave-Scheiben, hydraulisch betätigt.
Vorne 2, hinten 1

Daten
Länge: 1825 mm
Breite: 1230 mm
Höhe: 1140 mm
Radstand: 1270 mm
Gewicht: trocken 227 kg
Tankinhalt: 14,8 l

Text&  Fotos: Ralf Wilke

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