Kleiner Abenteurer

MXU – Das Kürzel für ATVs von Kymco. Neun verschiedene Varianten von 50 bis 700 Kubik stehen uns zur Verfügung. Die 300er liegt also etwa in der Mitte. Auch preislich. Wir haben uns den Eintopf nochmal vorgenommen.

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Eine neue Version der MXU: Ein ausgereiftes ATV für anspruchsvolle Einsteiger und preisbewusste Fahrer. Seilwinde ist Zubehör, die Farbe weiß erfreut zum Beispiel niederländische Kunden.

 

Vor uns steht ein ausgewachsenes ATV. Kymco kann das schon lange und so ist die aktuelle 300er nur wenige Zentimeter gegenüber dem Vorgänger gewachsen. Optisch macht sie ordentlich was her. Zugelassen ist das ATV ab Werk für zwei Personen. Wir hatten die Gelegenheit, uns auf eine weiße MXU 300 zu schwingen, die in Deutschland nicht erhältlich ist. Zu bekommen ist aber die optionale Seilwinde, die vom Hersteller am vorderen Gepäckträger montiert wurde. Ungewöhnlich, aber nicht unpraktisch. Zu bedienen ist sie von der linken Lenkerseite aus.

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Körpereinsatz gefragt: Die „kleine“ Kymco neigt hier und da zum Einknicken.

 

Ein informativer Digitaltacho, üppige Gepäckträger und solide Verarbeitung erfreuen den Fahrer auf Anhieb. Die Polsterung der Sitzbank ist bequem, so dass auch eine längere Tour nicht in Folter ausartet. Das war bei Kymco nicht immer der Fall und teilweise Anlass zur Kritik. Integral wird das ATV per die Fußbremse gestoppt und über den linken Bremshebel. Für Anfänger ist das okay, bei fortgeschrittener Erfahrung ist es eher nachteilig. Aber das „Schicksal“ teilt die Kymco mit anderen VKPs, der EU-konformen Zulassungsart. Mit genau 271 Kubik geht der Motor der Taiwanesin an die Arbeit. Die Getriebeuntersetzung erlaubt dem quirligen Fahrzeug erstaunliche Leistungen – auch ohne 4×4. Klettern ist wegen der serienmäßigen Bereifung spaßig. Die Maxxis krallen sich in den Untergrund. Optional kann der Straßenfahrer auf die OnRoad-Version zurückgreifen, die für 200,- Euro mehr, schnieke Alufelgen mit Straßenpellen aufweist. Dennoch ist mit den groben Stollen auf Asphalt auch kaum was zu meckern. Knapp 90 Klamotten schafft das Motörchen das butterweich geschaltet ab der Drehzahlmitte noch ein paar Pferdchen mobilisiert. Bei höherem Tempo dringen leichte Vibrationen in den Fußraum.

Wir sind unterwegs

Flotte Gangart mit knapp 300 Kubik: Die quirlige MXU macht Spaß.

Flotte Gangart mit knapp 300 Kubik: Die quirlige MXU macht Spaß.

Die 300R ist komfortabel gefedert. Geht es schnell zur Sache im Gelände kommt das Fahrwerk bisweilen an seine Grenzen. Dennoch kann sich der Pilot abseits der Straße weit vor wagen. Dem Handling dank viel Bewegungsfreiheit stellen wir gute Noten aus.  Wegen der weichen Federelemente neigt die Kymco hier und da zum Einknicken in den Kurven, was der Pilot mit Körpereinsatz aber schnell unter Kontrolle hat. Auch als Anfänger. So gut es bergan per Untersetzung und Serienbereifung voran geht, so schmerzlich vermisst man bisweilen die Motorbremse. Und so müssen die hervorragenden Scheibenbremsen der Kymco auch beim Bergabfahren unterstützen. Die Bremsanlage mit drei Scheibenbremsen ist knackig und gehört zu den besten im Marktsegment der gehobenen Einsteiger. Ein Plus ist, das der Einzylinder der MXU 300 sich auch per Seilzug anwerfen lässt.

 

Ein Fazit

Butterweich und exakt schaltbar: Das CVT-Getriebe der 300er MXU.

Butterweich und exakt schaltbar: Das CVT-Getriebe der 300er MXU.

Die Kymco ist sich für nichts zu schade: Sportlich fahren? Kein Problem. Im Gelände recht gut, solide Verarbeitung und ausgereifte Technik mit problemlosen Kardanantrieb und zuverlässigen Motor. Die üppigen Racks bieten Platz für viel Gepäck auf einer ausgiebigen Tour. In diesem Einsteigerfahrzeug vereinigt Kymco viel Erfahrung im Fahrzeug- und Motorenbau zum Wohle des Kunden, der lange sorgenfrei unterwegs sein wird. Mit den Genen eines Alleskönners. Bei einem Preis von 4.999,- Euro tatsächlich ein überzeugendes Packet. Wenn es das jetzt noch in weiß gäbe…

Mäusekino: Alles was Du wissen musst auf engstem Raum.

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 http://www.kymco.de/

Text: Ralf Wilke; Jurgen van Son
Fotos: Andrew Walkinshaw

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