Einer kommt durch!

Geschrieben von am 9. Februar 2017 in Allgemein

Argo = ATV? An dieser Frage könnten sich die Geister scheiden. Das Gefährt weist viele Gemeinsamkeiten, aber ebenso viele Unterschiede zu unseren Vierrädern auf. Kleinster gemeinsamer Nenner: Es geht weiter – auch wenn’s schwierig wird.

Weiter geht’s: Notfalls auch mit Außenborder.

Auch wenn der Argo auf den ersten Blick kein Quad, ATV oder Side-By-Side ist, so ist er doch eng mit diesen verwandt. Schon die Ähnlichkeit mit dem Ur-Quad – dem Kraka – ist nicht von der Hand zu weisen. Allein die Bedienung mittels eines Lenkers kommt uns doch sehr bekannt vor. Gas wird mittels eines Drehgasgriffs gegeben und auch die Bremse funktioniert über einen Bremshebel, welcher am Lenker angebracht ist. Die übrigen Bedienarmaturen sitzen alle griffgünstig und lassen sich gut handhaben. Alles gut bekannt, wäre da nicht diese „Wanne“, in welcher der Fahrer sitzt. Acht – wahlweise auch je nach Modell sechs – Räder und eine robuste Bauart wecken das Interesse und es drängt sich der Vergleich zum ATV auf. Weil, mehr als vier Räder können die ja inzwischen auch schon haben.

Was soll das?

EU-Zulassung: Der Argo darf auf öffentliche Straßen.

Der Argo wurde entwickelt um im Gelände voran zu kommen, was schon wieder eine Gemeinsamkeit zum ATV darstellt. So ist das Fahrzeug geprägt von dem Willen seiner Konstrukteure, es in jeder Situation bestehen zu lassen. Dort wo andere Geländefahrzeuge passen müssen und Schluss ist, da fängt der Argo an sich richtig wohl zu fühlen. Sumpf, Schlamm, Wasser und Schnee – dort ist er zu Hause und kann seine Vorteile voll ausspielen. Selbst Hindernisse wie Gräben, Baumstämme, Bäche, steile Auf- und Abfahrten lassen sich spielend bewältigen. Ruhige Gewässer durchquert man mit dem voll schwimmfähigen Fahrzeug spielend. Der Vortrieb im Wasser erfolgt mittels der „Wulste“ an den Reifen, deren Profil viele von Sand- oder Schneereifen unserer Quads kennen dürften. Optional lässt sich sogar ein Außenbordmotor montieren. Sollte einmal Wasser in das Fahrzeug laufen ist das auch kein Problem.

Kein Panzer! „Nur“ ein Argo mit Zusatzausstattung!

Eine lieferbare Lenzpumpe saugt die Suppe automatisch ab. Reicht die Ladekapazität einmal nicht aus, kann mithilfe der serienmäßig montierten Zugvorrichtung noch ein Anhänger gezogen werden. Doch wofür braucht man solch ein Fahrzeug eigentlich? Freizeit und Spaß sind möglich, standen jedoch nur im Anhang des Lastenheftes des britischen Herstellers. Der Argo zielt auf den Einsatz mit Rettungskräften, Kommunen, Förstern und Jägern. Sie alle können das Fahrzeug nämlich sehr gut verwenden. Neben dem 8×8, den es in verschiedenen Ausführungen gibt, ist noch ein 6×6 Fahrzeug im Programm. Das von uns getestete Modell 8×8 Avenger 700 HD verfügt zudem über eine EU-Straßenzulassung und darf somit auch offiziell auf der Straße bewegt werden. Der Führerschein Klasse B ist dazu ausreichend.

Fährt sich lässig

Serie: Anhängerkupplung für Lasten bis 818 Kilogramm.

Am Anfang ist das Fahren etwas gewöhnungsbedürftig aber nach einer geringen Einfahrzeit, macht der Argo wirklich Spaß. Ein Pluspunkt für ein Arbeitsgerät. Und schon wieder was gemeinsam mit den uns bekannten „Arbeitsgeräten“. Beinahe wie bei einem Panzer „blockieren“ die Räder und das Fahrzeug lässt sich so fast auf der Stelle wenden. Dies geschieht durch das Abbremsen der jeweiligen Räder auf einer Seite. Der 26 PS starke Kohler V2 Motor bietet genügend Leistung um das doch recht stattliche Leergewicht
von 641 Kilo zu bewegen. Alle acht Räder werden angetrieben. Höchstgeschwindigkeiten müssen und sollen mit solch einem Fahrzeug jedenfalls nicht erzielt werden, sagt uns der erste Eindruck. Auch durch die fehlende Federung ist die Grenze bei 32 km/h gesetzt. Der tiefe Schwerpunkt des Fahrzeuges und die geringe Kippneigung sorgen allerdings dafür, dass man sich im Argo stets sicher fühlt. Sollte man sich dann doch mal festfahren kann man sich mit Hilfe der montierten Seilwinde selbst bergen.

Skepsis weicht Begeisterung

Keine Angst: Da kippt nix – der Argo läuft stabil.

Der Offraodpark Fursten Forest bietet alles was man benötigt, um ein Offroadfahrzeug auf Herz und Nieren zu testen. Hindernisse und Schlamm gibt es hier im Überfluss. Nachdem wir anfangs noch etwas skeptisch waren, mussten wir feststellen das der Argo andere Geländefahrzeuge schier zur Verzweiflung bringt und sich wirklich überall durchwühlt. Wir hatten zudem die Möglichkeit einen Argo zu testen, der mit Raupenketten ausgestattet war und über eine geschlossene Kabine verfügte. Dieses Fahrzeug wurde für den japanischen Rettungsmarkt konzipiert. Mit den Ketten ähnelt es einem kleinen Panzer und so fühlt man sich als Fahrer dann auch wie ein Panzerkommandant. Laut Hersteller soll der Kettenwechsel binnen 30 Minuten vonstatten gehen und problemlos zu bewerkstelligen sein. Außer einem Wagenheber und einer Ratsche zum Lösen der Räder und verbinden der Kette wird kein weiteres Werkzeug benötigt. Dies ist wichtig um auch im unwegsamsten Gelände diese Arbeit bei Bedarf zügig durchführen zu können.
Insgesamt merkt man, dass der Argo so konzipiert wurde das sich kleinere Reparaturen auch außerhalb einer Werkstatt durchführen lassen.

Knapp 700 Kubik leistet der Viertakter.

Alles ist leicht zugänglich und viele Teile lassen sich fix demontieren. Der Riemenwechsel wird zum Beispiel durch das Demontieren der Verkleidung im Frontbereich des Innenraumes erledigt. Alles in allem ein gut durchdachtes Konzept. Die Reinigung erfolgt ebenfalls sehr schnell, da alles wasserdicht ist und das Fahrzeug auch von innen einfach ausgespritzt werden kann. Am Heck sitzen zwei Verschlussstopfen, wodurch nach dem Öffnen das Wasser ablaufen kann. Ein modularer Aufbau ermöglicht die multi funktionale Ausstattung des Fahrzeuges. Es ist ein sehr umfangreiches Zubehörprogramm lieferbar um den Argo für jeden erdenklichen Einsatzzweck auszurüsten. Diverse Bügel um Arbeits- und Suchscheinwerfer zu montieren, Korbtragesysteme, feste Kabinen, Softkabinen und vieles mehr sorgen dafür, dass kaum Wünsche offen bleiben. Sogar ein Schneeräumschild lässt sich montieren. Wie bereits erwähnt steht die Nutzung des Fahrzeuges im Vordergrund. Aber auch als Freizeitfahrzeug kann der Argo Spaß machen. Das kennt man doch, oder?
Der Argo als Rettungsfahrzeug

ATV? Side-By-Side? Buggy? Nein – ein Argo! Hat dennoch viel gemeinsam mit den bekannten Fahrzeugtypen.

Text: Erik Pohl
Fotos: Erik Pohl, Fabian Lober, Argo

Infos: www.argoatv.de

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