Qualität ist Trumpf

Geschrieben von am 6. Dezember 2015 in Allgemein

Was muss ich als Laie beim Kauf des richtigen Öls beachten? Woran erkenne ich, ob das Öl für mein Fahrzeug okay ist? Wie kann ich Qualitäts-Öle von minderwertigen unterscheiden? Das erörterte die Quadwelt mit Alexander Hornoff, Technikleiter der Motul Deutschland GmbH.

Die Entwicklung von innovativen, immer wirkungsvolleren und leistungsstärkeren Schmierstoffen steht für MOTUL im Blickpunkt.

Die Entwicklung von innovativen, immer wirkungsvolleren und leistungsstärkeren Schmierstoffen steht für MOTUL im Blickpunkt.

Quadwelt:
Was muss ich als Laie beim Kauf des richtigen Öls beachten?

Alexander Hornoff:
Vor dem Kauf sollte sich der Kunde genau über die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Fahrzeugherstellers erkundigen. Die dazu notwendigen Informationen können der Bedienungsanleitung oder dem Motul Ölberater (www.oelberater.de) entnommen werden. Das Motorenöl sollte speziell für den Einsatz in dem in Frage kommenden Modell und den vorgesehenen Einsatzbedingungen entwickelt worden sein. Gern berät ihn auch der Fachhändler vor Ort. Oftmals ist auch die vorgesehene Einsatzart ein wichtiger zusätzlicher Faktor für die Produktempfehlung.

Bei gleicher Viskosität: Was unterscheidet die Öle, die eigens für UTVs und ATVs hergestellt wurden, von anderen, etwa jenen für Motorräder?

Die Motorenölformulierungen für ATVs, UTVs und SxS sind im Wesentlichen mit den Motorradmotorenölen vergleichbar. In vielen ATVs sind Nasskupplung und Getriebe im Motorölkreislauf integriert. Von daher kann man aus technischer Sicht natürlich auch für diesen Anwendungsbereich ein entsprechendes qualitativ hochwertiges Motorradmotorenöl mit JASO MA bzw. MA2-Freigabe verwenden.

4-Takt-Motorenöl auf Basis MOTUL Technosynthese: Entwickelt für moderne 4-Takt-ATV und -UTV im Freizeit- oder Gewerbebereich.

4-Takt-Motorenöl auf Basis MOTUL Technosynthese: Entwickelt für moderne 4-Takt-ATV und -UTV im Freizeit- oder Gewerbebereich.

Welche Additive sind in Ihren Produkten und was bewirken diese?

Durch die konstruktionsbedingte Kombination Nasskupplung, Getriebe, Verbrennungsmotor mit hohen Drehmomentspitzen muss der Schmierstoff auch hinsichtlich des Additivpakets darauf abgestimmt sein. Es werden neben den Detergenzien und Dispersants auch Reibwertveränderer, Schauminhibitoren, Alterungs-, Verschleiß- und Korrosionsschutz-Additive verwendet. Die Detergenzien lösen Verschmutzungspartikel auf. Dispersants dagegen halten die Verschmutzungen in Schwebe und ermöglichen den Transport zum Ölfilter. Die Nasskupplung ist im Ölkreislauf das schwächste Glied. Das Motorenöl muss die Kupplung kühlen, sauber halten und natürlich den entsprechenden Reibwert zur Verfügung stellen, um eine zuverlässige Kraftübertragung mit möglichst geringem Schlupf sicherzustellen. Sind diese Grundvoraussetzungen nicht gegeben, kommt es neben einer ineffizienten Kraftübertragung auch schnell zu einer Überhitzung und Zerstörung der Nasskupplung. Schauminhibitoren oder auch Anti-Schaumzusätze verringern die Oberflächenspannung und sorgen für einen schnellen Schaumzerfall. Dies ist unter anderem im tauch- bzw. Sprühnebel-geschmierten Getriebe sehr wichtig. Hier wird der Schmierstoff intensiv mit Luft in Verbindung gebracht. Mit Schaum als Ergebnis einer Mischung aus Flüssigkeit und Luft verschlechtert sich die Wärmeabfuhr und es kommt zu einer Überhitzung und beschleunigter Ölalterung. Alterungsschutz-Additive sorgen über die gesamte Einsatzdauer für eine Verlangsamung der Motorenölalterung. Dies ist besonders bei hohen Betriebstemperaturen sehr wichtig. Verschleißschutz-Additive sind im Verbrennungsmotor und besonders im geradverzahnten Getriebe essentiell. An den Zahnflanken der Zahnräder entstehen extrem hohe Flächenpressungen und hier muss die Pittingbildung und das Fressen wirkungsvoll verhindert werden – gleichzeitig jedoch auch komfortable Schaltvorgänge unter hoher Last zulassen. Korrosionsschutz-Additive sorgen dafür, dass saure Komponenten, die über die Verbrennung in das Kurbelgehäuse gelangen, gebunden und neutralisiert werden.

Ein Motorenöl aus der Kfz-Abteilung („No-Name“) im Baumarkt ist günstig. Das Etikett verspricht in etwa die gleichen Eigenschaften wie die hochwertigen Produkte von Motul. Worin besteht der wesentliche Unterschied? 

Im Quadwelt-Interview: Alexander Hornoff, Technikleiter der Motul Deutschland GmbH.

Im Quadwelt-Interview: Alexander Hornoff, Technikleiter der Motul Deutschland GmbH.

Der Unterschied liegt in der Formulierung. Pkw-Motorenöle enthalten zwar auch Reibwertveränderer, jedoch sind diese auf eine Reibungsreduzierung ausgelegt, was eine Kraftstoffverbrauchreduzierung ermöglicht. Im gemeinsamen Ölkreislauf mit einer Nasskupplung führt dies zwangsläufig zu einer rutschenden Kupplung. Weiterhin enthalten Pkw-Motorenöle auch keine Antischaumzusätze und Getriebeadditive. Schlussendlich stellen Pkw-Motorenöle nur eine Kompromisslösung in der Regel für Benzin- und Dieselmotoren dar. Bei einem ATV, UTV oder auch SxS handelt es sich dagegen fast ausschließlich um einen Benzinmotor der noch dazu unter sehr spezifischen Bedingungen eingesetzt wird.

Minderwertiges Motorenöl – falsche Viskosität: Was kann passieren?

Ungeeignete Schmierstoffe im Hinblick auf Qualität oder auch Viskosität führen kurz- oder auch langfristig zu einem entsprechenden Schadensbild. In diesem Zusammenhang spielen natürlich auch die Betriebsbedingungen eine nicht unerhebliche Rolle. Wird beispielsweise ein einfaches mineralisches Öl mechanisch zu hoch belastet, kommt es zu einem Scherverlust. Infolgedessen verringert sich die Viskosität und es kommt zu einem Öldruckabfall und einer Mangelschmierung. Ein anderes Beispiel: Hochwertiges Motorenöl mit einem nicht angepassten Viskositätsgrad wird bei häufigen Kaltstarts mit unverbranntem Kraftstoff verdünnt. Die Folge ist auch hier wiederum ein Verringerung der Viskosität, Öldruckabfall und unzureichende Schmierung. Geringe Ölfüllmengen oder auch der Betrieb mit extrem hoher thermischer Belastung führen zu einer vorzeitigen Motorenölalterung. Das Motorenöl verdickt durch die Alterungsrückstände und kann nicht mehr richtig von der Ölpumpe zu den Schmierstellen gefördert werden. Auch das führt wiederum zum Motorschaden. Vor diesem Hintergrund sind die Auswahl des richtigen Schmierstoffes angepasst auf Vorgaben des Herstellers, die konstruktiven Gegebenheiten und die Betriebsbedingungen essentiell wichtig für ungetrübten Fahrspaß und eine lange Lebensdauer.

Herr Hornoff, vielen Dank für das Gespräch.

Hochwertige Öle sind wichtig.

Hochwertige Öle sind wichtig.

Über Motul
Motul ist ein international agierendes, französisches Traditionsunternehmen. Die 1980 gegründete MOTUL Deutschland GmbH vertreibt ihre Produkte über Autohäuser, Werkstätten und den Fachhandel und ist dort kompetenter Ansprechpartner. Motul ist weltweit führenden in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung hochwertiger Schmierstoffe für Automobile, Motorräder und viele weitere Anwendungsgebiete. Mit MotulTech bietet der Schmierstoffhersteller auch Produkte für industrielle Anwendungen. Gerade im Bereich synthetische Schmierstoffe gilt Motul als der Spezialist schlechthin. Bereits 1971 brachte Motul als erster Schmierstoffhersteller das erste vollsynthetische Motorenöl auf Ester-Basis auf den Markt, Motul 300V – eine Technologie, die ursprünglich in der Luftfahrt eingesetzt wurde. Heute gilt Motul dank seiner langjährigen Erfahrung im Rennsport als anerkannter Partner in der Motorsportszene und arbeitet auch hier stets an den neuesten technologischen Entwicklungen. Mit seinem einzigartigen Know-how und seiner Innovationskraft unterstützt Motul zahlreiche Teams im nationalen und internationalen Rennsport.

www.motul.com

Fotos: MOTUL

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