Lach(gas)nummer!

Geschrieben von am 6. Dezember 2015 in Allgemein, Szene

Quadfreunde sind anscheinend sehr fantasievolle Menschen, jedenfalls hat Marcus Droste aus Dinslaken bei seinem Eigenbau eine ganze Menge davon entwickelt.

Aber lassen wir Ihn selbst zu Wort kommen.

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„Wo soll ich Anfangen zu Erzählen? Mir flogen jede Menge Gedanken durch den Kopf, dass  ich nicht wusste wie ich alles zu Papier bringen sollte. Der Liebling meines Fuhrparks sollte ein Quad werden. Alles fing damit an, dass ich etwas haben wollte was nicht jeder hat. Ein Quad aus V2A das zwar klein, aber bissig wie ein tasmanischer Teufel sein sollte .Tag und Nacht dachte ich daran, wie baust Du Dir so ein Quad. Als ich mich abends in meiner Werkstatt umsah, in der sich im Laufe der Jahre eine ganze Menge an Material ansammelte, erblickte ich den kleinen 50 ccm Sachs-Motor. Ab da war mir alles klar. Der Antrieb war gefunden und der Rest war nur noch eine Sache der Fantasie. Den Bauplan hatte ich in meinem geistigen Auge vor mir, gezeichnet oder einzelne Daten aufgeschrieben habe ich nicht. Theoretisch wusste ich wie es später aussehen sollte. Die erste Arbeit bestand darin die geeigneten Baumaterialien zu finden! Als Altmetallverwerter hatte ich da natürlich viele Möglichkeiten.

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Zuerst nahm ich mir die Vorderachse vor, die ich mir natürlich als Einzelradaufhängung vorgestellt habe. Was sich im Nachhinein als sehr schwierig  erwies. Als Stoßdämpfer benutzte ich die Gasdruckfedern einer alten Miele -Waschmaschine. Die Spurstangen sind dann Marke Eigenbau geworden. Dann kam das nächste Problem, die Bremse. Es sollten schwimmend gelagerte Bremssättel sein, die ich mit viel Arbeit auch tatsächlich selbst herstellen konnte.

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So jetzt kam das Herzstück dran, der Motor. Erstmal brachte ich den Motor provisorisch mit zwei Schraubzwingen an den vorderen Rahmen an. Sah schon recht gut aus. In den folgenden Tagen arbeitete ich an der Rahmenkonstruktion, dann immer weiter nach hinter durch. Die ganze Sache wurde mit WIG geschweißt.

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Das Quad nahm immer mehr Form an. Dann sah ich noch etwas, was mich auf eine Idee brachte. In einer Ecke meiner Werksatt sah ich eine kleine NOS- Flasche. Die musste mit dran, aber nicht als Accessoire, sondern als kleines I-Tüpfelchen für den restlichen Schub nach vorn. „Gas“.

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So wurde aus dem 50 ccm ein 90 ccm Motor mit einer Drehzahl von 12000 U/min und 5 Überströmkanälen. Ein offener Tillitson- Vergaser mit Benzinpumpe war dann ein „Muss“. Bei dem Tank habe ich drei V2A-Rohre genommen, mit Deckelchen zugeschweißt, nebeneinander angeordnet, diese miteinander verbunden und einen kleinen Einfüllstutzen angebracht. Dann kam der große Augenblick der Wahrheit. Das Quad war bereit für seinen ersten Probelauf. Ich füllte mit einem kleinen Trichter Sprit in den Tank, klappte den Kickstarter um und trat zweimal hinein. Sie sprang sofort an.

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Mit Begeisterung und einem Glücksgefühl fuhr ich mit dem Quad in Richtung Freiheit, raus aus der Werkstatt. Ich wusste ja nicht was mich erwartet, nach einigen Stunden Einfahrens und Einstellen des Vergasers, drehte ich den Gashahn auf. Es ging mit viel Dampf und Geschrei nach vorn. Als ich dann nach etlichen Probeläufen mein Quad endlich beherrschte,  musste ich noch die NOS- Einspritzanlage ausprobieren. Das war die Wucht in Dose! Einfach Geil! 4 Monate Bauzeit haben sich gelohnt“.

Dieser Beitrag erschien in einer der ersten Quadwelt Ausgaben im Jahr 2003. Damals wie heute erfrischend und inspirierend 😉

 

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