Rotenburger Werke

„Ich bin dabei!“, hört man in den Wohngruppen, in der Stadt, bei den Vorbereitungstreffen und der Probefahrt zur Motorradtour der Rotenburger Werke immer wieder.

„Ich kann’s nicht mehr aushalten, ich bin so heiß!“, meint David, einer der mitfahrenden Bewohner, der schon mehrmals dabei war. Das ganze Jahr über kribbelt es allen in den Adern. Sein Strahlen wirkt wirklich ansteckend. So begeistert sind alle von diesem Spektakel, das nun bereits im 5. Jahr über die Bühne geht, die Motorradtour für Menschen mit und ohne Behinderung. Am 04. Juli 2015 startet sie auf einer der schönsten Strecken im Süden des Kreises auf Motorrädern, Quads, dreirädrigen Spydern und zahlreichen Gespannen – eine Begegnung auf Augenhöhe!
Dass die Tour in diesem Jahr schon zum 5. Mal stattfinden kann, ist dem Engagement vieler Freiwilliger zu verdanken, nämlich den ehrenamtlichen Bikerinnen und Bikern und Helfern. „Ohne dieses tolle Engagement für die Benefizveranstaltung wäre die Tour unmöglich!“, meint Leonhard Park, der das Projekt seit 5 Jahren ehrenamtlich für den Freizeitbereich der Rotenburger Werke leitet und von Barbara Brockmann, Stephan Slomma und Max Klingner im Team tatkräftig unterstützt wird.

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Hans-Werner Badenhop mit Wolfgang Hebel mit dreirädrigem Spyder und Rudolf Tiede mit schwerem Motorrad aus Unterstedt bei der Probefahrt

„Logistisch und menschlich ist das schon eine große Herausforderung“, meint Park. Bis zur letzten Minute können sich noch Veränderungen ergeben. Die Sicherheit der Beteiligten muss immer gewährleistet sein. Für alle sind passende und sichere Ausrüstungen zu finden und bis zuletzt können immer noch Mitfahrende, Biker / Bikerinnen oder Fahrzeuge ausfallen, müssen andere einspringen. Vor allem aber müssen alle „reif“ genug für eine solche Unternehmung sein, bei der sich Menschen mit und ohne Behinderung voll und ganz aufeinander einlassen und sich gegenseitig voll vertrauen müssen. Darin liegt der große Reiz. Für die einen liegt er darin, die anderen gewinnen durch ihre Teilnahme sehr viel Anerkennung und Bewunderung, weil sie etwas tun, was ihnen sonst eher weniger zugetraut wird.
Wenn am 4. Juli die 4 Konvois mit mehr als 80 Beteiligten an den Start und auf die 106 km lange Strecke gehen, steht ein spannender Zwischenstopp im liebevoll restaurierten Bahnhof Frielingen, dem ältesten Bahnhof im Heidekreis (1872), auf dem Programm. Im dortigen Café Alegria hat man sich ein ganz besondere Attraktion ausgedacht die Benefizveranstaltung zu unterstützen: Zum Auftakt der Tour kreiert das Café Alegria einen neuen Kuchen – nicht wie sonst vom Blech, sondern als „hot wheel“ – und jeder Gast spendet bis zum 30.08.2015 mit jedem Stück dieses Kuchens € 1.- für den guten Zweck. Also auch dann noch, wenn die Tour längst vorbei ist.
Damit nicht genug: Das Café Alegria spendiert allen Beteiligten der Tour beim Zwischenstopp auch noch Kaffee und hausgemachten Butterkuchen. „Wir freuen uns sehr, diesen schönen Ort und diese netten Menschen dort gefunden zu haben, die unser Projekt so engagiert fördern“, meint nicht nur Barbara Brockmann. Bereits im letzten Jahr hatte es im Café Alegria eine Benefizveranstaltung unter dem Motto „Cut, Coffee & Music“ zugunsten des Hospizdienstes Lebensbrücke gegeben.
Eine ganz besondere Aufgabe kommt in diesem Jahr einem weiteren Kooperationspartner zu, den „Kaffeeranchbikern“ aus Scheeßel – Westeresch. Diese freie Motorradgemeinschaft mit Herz und Sinn für humanitäre Zwecke übernimmt bei der Tour den Support für die Konvois, hilft den in den Beiwagen mitfahrenden Menschen mit z.T. stärkeren Einschränkungen beim Ein- und Aussteigen und sorgt am Zwischenstopp für eine reibungslose An- und Abfahrt.
Nach diesem Zwischenstopp treffen die Konvois gegen Mittag beim Hauptsponsor der Tour, Scholly´s Motorradladen in Kirchlinteln, ein. Hier findet von 10 – 16 Uhr ein Aktionstag statt: Quadparcour, Getränke, Grillwurst, jede Menge tolle Motorräder und genügend Zeit um mal wieder zu fachsimpeln. Als besonderes Schnäppchen bietet Scholly´s eine Rabattaktion an: 20% auf Motorradbekleidung. Außerdem lockt eine Tombola mit interessanten Preisen rund um das Thema Motorrad. Und wer nicht gewinnt, hat für einen guten Zweck gespendet, denn die Erlöse aus Bratwurstverkauf und Tombola kommen wie in jedem Jahr dem Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz in Syke und dem Freizeitbereich der Rotenburger Werke zu Gute. Ab ca. 12:30 Uhr wird die 5. Motorradtour der Rotenburger Werke beim Aktionstag von Scholly´s in Kirchlinteln zu Gast sein.

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Lutz Früchtenicht aus Rotenburg mit Annika Schrader bei der Probefahrt zur Tour

„Dass die die Konvois geschlossen und ungefährdet auf die Straße kommen, haben wir der Polizei Rotenburg zu verdanken. Christoph Steinke von der örtlichen Polizei begleitet die Motorradtour vom ersten Jahr an nicht nur, er lebt mit seiner Unterstützung sehr gelungen ein Stück Bürgernähe, und hat das Vertrauen aller Beteiligten, meint Park. Ebenfalls sehr engagiert sind die Beeke Löwen aus Scheeßel für das Kinderhospiz Löwenherz. Immer wieder bereichernd am Start, mit Support, Infostand, Musik und Thomas Voss als Quadfahrer.
Startschuss ist auf dem Kalandshof. Letzte Anweisungen, Pressefoto, ein Grußwort vom Vorstand der Werke, ein kurzer Segen und Abfahrt! Die Aktion ist zwar nicht öffentlich, aber alle sind aufgefordert, Ihre Solidarität für den guten Zweck zu untermauern und sind herzlich eingeladen zum Zwischenstopp nach Frielingen (10:30 Uhr) und nach Kirchlinteln zu kommen, wenn es am 4. Juli wieder heißt „Born to be wild!“
Wer noch gut erhaltene Motorradbekleidung hat und damit das Projekt fördern möchte, wendet sich an Stephan Slomma unter Tel. 042 61 – 920 802.

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