Katzennachwuchs

Arctic Cat stellt die neuen ATV Modelle der XR-Serie vor. Die Quadwelt war bei dem Presseevent im französischen Offroadpark Saverne dabei und konnte für Euch einen ersten Fahreindruck sammeln.

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Der amerikanische Traditionshersteller Arctic Cat hatte bereits beim letztjährigen großen Händlermeeting in Las Vegas einen Einblick in die für 2015 geplanten Neuheiten gewährt. Quadwelt war da auch schon dabei, wir haben Euch hier auf unserer Webseite und im Magazin exklusiv erste Bilder gezeigt. Etwas später als ursprünglich vorgesehen, wurden dieser Tage endlich die ersten Fahrzeuge nach Europa geliefert. Ausgewählte europäische Pressevertreter wurden zur ersten Kontaktaufnahme und Testfahrt zum Offroad-Park im französischen Steinbourg (Saverne) geladen. Für einen Ritt durch das weitläufige Terrain standen die brandneuen ATV-Modelle der XR-Serie bereit.

Kurz vor den Pfingsttagen hat die AC-Eurozentrale mit Sitz im österreichischen St. Johann den Presseevent angesetzt. Die ersten Fahrzeuge der neuen Modellreihe auf europäischem Boden wurden ohne Umwege direkt zum Veranstaltungsort, dem Offroadpark bei Saverne in Frankreich dirigiert. Mehr als knapp wurde die Kiste, weil der Sattelzug mit rund 10 nagelneuen und fahrfertig vorbereiteten ATV der neu eingeführten XR-Reihe  am Vorabend noch nicht eingetroffen war. Erst am Morgen des Presseevents konnten die mitgereisten Arctic Cat Mitarbeiter die Fahrzeuge vom Laster holen und ohne die sonst üblichen Vorbereitungen wie Reinigen und Polieren direkt an die Pressemeute zur ausführlichen Begutachtung und Probefahrt übergeben. Dass die Fahrzeuge auf den Detailfotos also teilweise schon  etwas schmutzig wirken, ist von unserer Seite entschuldigt. Der Endkunde wird sein neues Schätzchen ganz sicher in einem Top-Zustand vom freundlichen Vertragshändler in Empfang nehmen. Wobei, auch die uns zur Verfügung stehenden Testfahrzeuge sind zumindest schon mal komplett zulassungsfertig ausgestattet. Das ist bei amerikanischen Herstellern nicht immer selbstverständlich.

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Die Arctic Cat Modelle werden direkt in der Produktion auf den europäischen Markt vorbereitet, sprich mit allen nötigen Anbauteilen und Funktionen wie Blinker und geprüften Scheinwerfern ausgestattet. Zur Verfügung stehen drei verschiedene Modelle der XR-Reihe. Dabei handelt es sich um die XR 700i, die XR 700 XT, sowie um die XR 550 XT. Die beiden angebotenen 700er unterscheiden sich lediglich in der Ausstattung. Die 550er bedient die Mittelklasse. Im Mutterland USA umfasst die XR-Reihe derzeit sieben verschiedene Modelle, darunter auch eine 500er und diverse Ausstattungsvarianten. Für Europa sind vorerst aber nur die vorgestellten drei Modelle vorgesehen. Durch die Entscheidung, aber auch schon das Grundmodell, also die XR 700i mit Features der amerikanischen Limited-Ausstattung zu versehen, sollte die Auswahl aber auch vollkommen ausreichen. Für Europa verfügen also alle Modelle über die hochwertigen doppelten LED-Projektionsscheinwerfer in Verbindung mit zusätzlichen LED-Lichtstreifen.

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Motorseitig setzen die Jungs bei Arctic Cat weiterhin auf Bewährtes. Die H1-Motoren mit hemisphärisch geformtem Brennraum zur Optimierung des Verbrennungsvorgangs haben sich in den bisherigen Modellen bewährt. Die überarbeitete elektronische Einspritzung verhilft den Einzylindern zu gutem Ansprechverhalten und einen geringeren Verbrauch. Durch weiteren Feinschliff holen die Ingenieure für das Modelljahr 2015 allerdings bei beiden Hubraumgrößen, also 550 und 700, eine Mehrleistung von rund vier Prozent heraus. Durch die Verwendung neuer Kunststoffe konnte auch die Geräuschemission um acht dB reduziert werden, was wohl auch im Hinblick auf zukünftige Zulassungsbestimmungen ein Schritt in die richtige Richtung ist. Das bei Arctic Cat als „Duramatic“-Automatikgetriebe bezeichnete Getriebe hat sich ebenfalls über Jahre etabliert und insbesondere durch schonenden Umgang mit dem Antriebsriemen und der hervorragenden Motorbremsleistung bewährt. Ebenfalls schon in anderen Modellen findet die elektronische Servo-Lenkunterstützung Verwendung. Das System ruft ständig fünf verschiedene Parameter wie zum Beispiel Fahrzeuggeschwindigkeit, Motordrehzahl und Radumdrehung ab und stellt die passende Servo-Unterstützung zur Verfügung. Auf der Habenseite der Ausstattung dürfen die XR-Kunden ebenfalls mit einer serienmäßigen Anhängerunterstützung und einer bewährten Warn-Winde mit 1360 kg Zugkraft rechnen.

Was ist aber neu an den XR-Modellen? Zunächst mal das komplette Chassis. Natürlich hat Arctic Cat auch hier nicht das ATV völlig neu erfunden, aber an allen Ecken und Enden gefeilt, korrigiert und verbessert. Insbesondere die Fahrerergonomie stand hierbei im Vordergrund. Für die bessere Performance im extremen Gelände wurde das Chassis insgesamt um vier Zentimeter gekürzt und gleichzeitig der Radstand um fünf Zentimeter vergrößert. Das Ergebnis sind vorn und hinten wesentlich kürzere Karosserieüberstände und somit größere Böschungswinkel möglich. Auch der Stabilität kommt die Veränderung zugute. Die Wendigkeit wurde mit einem weiteren Lenkeinschlag angepasst. Der Lenkkopfwinkel weist jetzt fünf Grad mehr Neigung zum Fahrer auf, das ergibt ein besseres Handling und verbessert die Rückmeldung der Stellung der Vorderräder zum Fahrer. Ein weiterer Aspekt zur Verbesserung der Fahrerposition ist die Reduzierung der Breite der Motorverkleidung. Die Fahrerbeine rücken ganze elf Zentimeter weiter zusammen, was eine wesentlich entspanntere Sitzposition ermöglicht, aber bei sportlichem Einsatz auch einen größeren Bewegungsfreiraum. Auch die Fußräume sind im Vergleich zu den Vorgängermodellen um fast acht Zentimeter länger, davon profitiert auch ein Passagier.  Wobei die neuen XR-Modelle nicht unbedingt als Zwei-Personen-Tourer zu empfehlen sind. Aber da die Firmenzentrale in Minneapolis USA bereits beim letztjährigen Dealermeeting in Las Vergas die Einführung von elf neuen Modellen angekündigt hat, sollten die echten 2-Sitzer in XR-Ausführung nicht mehr lange auf sich warten lassen. Da kommt noch was, da sind wir uns ziemlich sicher. Zurück zum Fahrwerk, da wollen wir noch die Dämpfer erwähnen, die ebenfalls an die neue Geometrie angepasst wurden. Bemerkenswert dabei ist, wie gut die recht einfachen Teile funktionieren. Lediglich in der Vorspannung einstellbar, verrichten die Federdämpfer in allen Situationen einen guten Job. Lediglich bei harten Landungen gehen die Federn komplett auf Block und reagieren bei voller Ausnutzung des Federwegs etwas zu langsam. Das passiert auch bei Vollbremsungen  im Zweipersonenbetrieb, aber immer noch im grünen Bereich.

Im weitesten Sinne zum Fahrerkomfort gehört auch die Wartungs- und Reparaturfreundlichkeit. Da haben die Konstrukteure an allen Fronten echte Verbesserungen erreicht. Unter der Sitzbank finden sich vorbildlich aufgeräumt der Luftfilterkasten und ein abgedecktes Batteriefach. Ebenso einfach ist der Zugriff auf Kühler und Motor, die entsprechenden Abdeckungen sind leicht zu entfernen. Eine kleine Abdeckung im Seitenbereich der Verkleidung ermöglicht den Zugriff auf die Sicherungen komplett ohne Werkzeug. Eine ca. sechs Liter fassende Staubox am Heck des Fahrzeugs ermöglicht staub- und wasserabweisende Unterbringung von Utensilien. Der ab Werk verbaute Kennzeichenträger ist mit einer Flügelschraube ganz einfach klappbar, damit auch in Europa die Staubox genutzt werden kann. Gut gelöst, wie wir finden. Gut gelöst, das sind auch die neuen Gepäckbrücken, die Arctic Cat als „SpeedRack II“ bezeichnet. Die aus hochfestem Kunststoff geformten Teile sind vorn und hinten absolut baugleich und machen somit die Verwendung von Zubehör wie Boxen oder anderen Anbauteilen beidseitig möglich. Es ist lediglich die unterschiedliche Beladungsgrenze von vorn 45,4 kg und hinten 90,7 kg zu beachten. Für die Stabilität sorgen weiterhin Rundrohre aus Stahl unter dem Kunststoff, durch die kantige Struktur sind aber unzählige Zurrpunkte für die Befestigung von Transportgut vorhanden. Im Cockpitbereich findet sich ein neuer Tacho, der aber bereits im Side-by-Side Wildcat Trail zum Einsatz kommt. Das relativ kleine Display hält eine ganze Reihe von Informationen bereit. Neben den gängigen Werten wie Temperatur des Kühlmittels, Tankinhalt, Batteriespannung, Tages- und Gesamtkilometerstand zeigt das Instrument auch Druck und Temperatur des Einspritzsystems an. Ebenfalls neu bei den Bedienelementen findet sich jetzt ein „Override-Schalter“ zur Überbrückung der Rückwärtsgangdrossel direkt am Lenker. Der Zündschlüssel ist gleichzeitig wie beim PKW auch für den Motorstart zuständig. Ebenso ergonomisch angebracht ist der Kombischalter für die Zuschaltung des Allradantriebs und der Sperre des vorderen Differenzials.

Die neuen Katzen sind also mit allem ausgestattet, was für einen ordentlichen Offroad-Ritt nötig ist. Die überarbeitete Fahrzeuggeometrie und die entsprechende Ausstattung verspricht aber auch eine mögliche Nutzung im Freizeit-, oder Touringbereich im öffentlichen Straßenverkehr. Was die XR-Modelle im Gelände tatsächlich können, wo wir Stärken und Schwächen entdecken, sagen wir Euch in der kommenden Ausgabe 04/2015 Eurer Quadwelt.

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