Quad DM Wriezen

Sieg trotz Fieber

Auch beim zweiten Rennen zur deutschen Meisterschaft der Quads dominierten die Favoriten Stefan Schreiber und Joe Maessen. Als zweitbester deutscher Fahrer stieg Manfred Zienecker auf das Siegerpodest.

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Es fehlte nicht viel und Stefan Schreiber hätte am Maifeiertag im ostdeutschen Wriezen bereits einen Grundstein zur erfolgreichen Titelverteidigung legen können. Sein Hauptwidersacher Joe Maessen hatte sich eine Grippe eingefangen, weshalb der Niederländer zunächst zögerte, die weite Reise und die Rennen auf der anspruchsvollen Sandstrecke in den Wriezener Silberbergen anzutreten. Doch am Ende siegte der sportliche Ehrgeiz und Maessen stand trotz 38 Grad Fieber am Start, was sich am Ende auszahlen sollte.

Zunächst ließ sich die Sache für den Suzuki-Piloten nicht sonderlich gut an. Während Manfred Zienecker als Schnellster vom Gitter loskam und Schreiber dem Bayern an den Hinterrädern klebte, musste sich Maessen nach einem schwachen Start nach vorne kämpfen. Was nicht ganz einfach war, denn die Strecke präsentierte sich gerade in den Passagen, wo ein Ausbeschleunigen des Gegners möglich gewesen wäre, recht eng. Am Ende konnte sich Maessen dennoch auf den dritten Platz vorkämpfen. Schreiber hatte Zienecker zu diesem Zeitpunkt bereits überholt und war enteilt.

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Beim zweiten Start setzte sich Maessen sofort an die Spitze und Schreiber musste kämpfen, um aufzuschließen. Diesmal kam das Strecken-Layout dem Niederländer zugute. Mit seinem Sieg büßte Maessen in der DM-Wertung lediglich zwei Zähler auf Schreiber ein – die höchste nationale Quad-Serie bleibt also äußerst spannend. Ingo ten Vregelaar konnte seinen dritten DM-Platz behaupten, jedoch bleiben ihm Zienecker und der ebenfalls stark fahrende Julian Haas auf den Fersen. Dagegen musste der ungestüme Däne Frederik Dahlgaard mit einem Sturz im zweiten Lauf einen Rückschlag hinnehmen. Bei dem Startcrash verformte er sein Quad nachhaltig. Unglücklicherweise konnte die dichtauf folgende Sina Willmann der Havarie nicht ausweichen, rettete aber mit verbogenem Fahrwerk den 14. Platz.

Die Tücken moderner Technik bekam David Hohmann zu spüren. Weil die Batterie seines Quads keinen Strom mehr liefern wollte, stellte die Benzinpumpe für die Einspritzanlage den Betrieb ein. Auch Christian Voit scheiterte im ersten Lauf an Technikproblemen. Im zweiten Durchgang blieb Denise Willmann punktelos, da ein durchgescheuertes Kabel für Zündaussetzer sorgte. Als sie mit stottertem Motor das Ziel erreichen wollte, waren bereits die Planierraupen auf der Strecke.

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Einige der DM-Teilnehmer reisten von der polnischen Grenze direkt in das gut 600 Kilometer entfernte Laubuseschbach, um dort am ersten Maiwochenende den Hessen-Cup zu bestreiten. Dort rettete sich Haas im ersten Lauf mit plattem Hinterreifen vor Cappuccio als Sieger über die Ziellinie. Dritter wurde der Büdinger Lubomir Hunka. Den zweiten Durchgang gewann wiederum Haas, diesmal tauschten seine Verfolger die weiteren Podiumplätze. In der DM geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Bereits am kommenden Wochenende steht der dritte Durchgang im hessischen Wächtersbach-Aufenau an, eine Woche später zieht die Vierradschau nach Prisannewitz südlich von Rostock.

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Die weiteren DM-Termine: 11.5. Wächtersbach-Aufenau, 18.5. Prisannewitz, 1.6. Reutlingen, 9.6. Tessin, 6.7. Vellahn, 3.8. Gerstetten

 

Text: Axel Koenigsbeck

Fotos: Natan Prokeš

 

Resultate

1. Lauf: 1. Stefan Schreiber (D), KTM. 2. Manfred Zienecker (D), KTM. 3. Joe Maessen (NL), Suzuki. 4. Julian Haas (D), Yamaha. 5. Ingo ten Vregelaar (NL), Yamaha. 6. Zdeněk Poláček. 7. Alexander Norskov (DK), Yamaha. 8. Pascal Cappuccio (D), Yamaha. 9. Oliver Vandendijk (B), KTM. 10. David Freidinger (A), Suzuki. 11. Frederick Dahlgaard (DK), KTM. 12. Peter Steegmans (B), Yamaha. 12. Ralf Scharnbach (D), Yamaha. 13. Sina Willmann (D), Yamaha. 14. Jan Hoormann (D), E-ATV. 15. Denise Willmann (D), Yamaha. 16. Sandro Opitz (D), Cannondale.

2. Lauf: 1. Maessen. 2. Schreiber. 3. Ten Vregelaar. 4. Vandendijk. 5. Zienecker. 6. Haas. 7. Freidinger. 8. Norskov. 9. Poláček. 10. Steegmans. 11. Cappuccio. 12. Hoormann. 13. Hohmann. 14. S. Willmann. 15. Christian Voit (D), Yamaha.

DM-Stand nach 4 von 16 Läufen: 1. Schreiber 94 Punkte. 2. Maessen 92. 3. Ten Vregelaar 71. 4. Zienecker 68. 5. Has 62. 6. Norskov 59. 7. Cappuccio 47. 8. Dahlgaard u. Steegmans je 40. 10. Freidinger 31.

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