Goes 520 4×4

Mehr für weniger

In der aktuellen Ausgabe (04/2012) des Quadwelt Magazins berichten wir über ein „Unschlagbares Team“ bestehend aus einem pfiffigen Holzrückeanhänger und einer GOES 520 4×4 zu einem fast schon unverschämt niedrigem Preis. Im Beitrag haben wir den Fokus auf den praktischen Umgang mit dem Rückeanhänger gelegt, jetzt betrachten wir den „Team-Leader“, die GOES 520 4×4 noch einmal im Alleingang.

Seit dem Modelljahr 2012 ist die Goes 520 endlich auch als echtes Allradfahrzeug zu haben. Darüber hinaus lässt sich auch die Vorderachse zu 100 Prozent sperren, was in Verbindung mit den erstaunlich gut funktionierenden Geländereifen für ordentliche Traktion sorgt. Der Einzylinder 4-Takt Motor mit 493 ccm Hubraum leistet in der zugelassenen Version 15 kW, offen sind es 23. Das CVT-Getriebe verfügt über eine Geländeuntersetzung und eine Parkstellung.

Das Fahrwerk bietet Einzelradaufhängung an Vorder- und Hinterachse, die Dämpfer sind in der Vorspannung einstellbar. Außerdem serienmäßig finden sich an der 520 zwei Gepäckbrücken, eine Anhängerkupplung, kompletter Unterfahrschutz und eine elektrische Seilwinde. Darüber hinaus auch Handschutz, Seilzugstarter für den Notfall, Gasdruckstoßdämpfer und 12-Volt-Steckdose. Ins Auge fällt beim Platznehmen die Tachoeinheit. Hier kriegt der Fahrer die Füllstände, Temperatur und Geschwindigkeit digital gezeigt. Leuchtdioden informieren darüber, welche Fahrstufe eingelegt ist. Auf der bequemen und Tourentauglichen Sitzbank finden zwei Personen Platz.

Der Motor springt willig an und läuft mit kurzer Unterstützung des Choke bald rund. Zeitgemäß macht der Schalldämpfer seinem Namen alle Ehre. Auch im Fahrbetrieb nervt das Motorgeräusch nicht. Der Rost findet allerdings am Endtopf sehr schnell einen Nährboden. Vielleicht nicht ganz zeitgemäß ist die Spritaufbereitung mittels Vergaser, im Fahrbetrieb ist das allerdings nicht wirklich spürbar. Gang rein – die Schaltung zeigt sich vor allem beim Einlegen des Rückwärtsganges etwas störrisch. Los geht’s. Keine Leistungsexplosion, aber durchaus ein vehementer Vortrieb ist zu verzeichnen. Gutmütig ist das richtige Wort. Das Handling ist gut, lediglich der Lenkeinschlag ist gering. Ganz enge Ecken muss man schon mit Bedacht anfahren oder mit Körpereinsatz „erfahren“. Dafür fasst man Vertrauen in das Fahrwerk, das sich auch in Kurven neutral verhält.

Den Allradantrieb kann man im Straßenbetrieb getrost ausgeschaltet lassen. Außer der größeren Lenkkraft die man aufwenden muss, stellt sich keine Verbesserung in der Straßenlage ein. Wir steuern aber dann lieber den losen Untergrund an. Hier kann die Goes zeigen was in ihr steckt. Auf Wald- und Schotterwegen oder auch in unwegsamen bis extremen Gelände stellt sich das ATV im Allradantrieb als sehr einsatzfähig heraus. Das vordere, sperrbare Differenzial hilft in schwierigen Situationen. Bergauf zieht der Einzylinder ordentlich durch, wenn er Schwung mitnehmen kann. Sonst muss man am Gas bleiben. Der Motor entwickelt bergab kaum eigene Bremskraft, man muss schon ordentlich am Kabel ziehen, um die Fuhre im Zaum zu halten. Apropos Bremsen, die vorderen und die hintere Scheibe lassen sich getrennt per Handhebel betätigen. Die Bremswirkung ist im Vergleich zu den früheren Modellen deutlich verbessert worden. Im Gelände macht sich dann auch der geringe Lenkeinschlag wieder negativ bemerkbar. Dafür hält sich aber der Lenkwiderstand in Grenzen.

Die Goes ist durchaus empfehlenswert. Wer einen robusten Freizeitbegleiter sucht, der ist mit der 520er gut bedient. Die serienmäßige Version ist gut ausgestattet und bietet extrem viel ATV für’s Geld. Aktuell ruft Importeur Jets Marivent (http://www.goeseurope.com) für die 520 4×4 inklusive der VKP-Zulassung 4.999,00 Euro auf.

Bei einer Ausfahrt trafen wir kürzlich einen Goes 520 Fahrer und haben ihn nach seinen persönlichen Erfahrungen gefragt. Ralf K. aus dem bergischen Land berichtet offen:

Die ATVs von Goes sind groß, bedienerfreundlich und gut ausgestattet. Ich bin mit der Qualität eigentlich auch sehr zufrieden. Für Touren im Gelände sind die Kisten gut gerüstet. Die werden auch gut gekühlt, ich hatte selbst bei hohen Temperaturen noch keine Hitzeprobleme. Motorseitig könnte meine „Kleine“ etwas mehr Dampf haben. Auch offen kommt die ja grad an die 30-PS-Grenze. Die Karre braucht halt etwas, bis sie in Schwung ist. Das macht sich im Gelände bemerkbar, wenn man auf weichem Boden startet. Besonders, wenn das unmittelbar vor einer Steigung ist. Da wünsche ich mir schon paar Ponys mehr. Gelungen ist der Fußraum und die Trittsicherheit, wobei der Plastik ein wenig brüchig ist. Aber das Problem haben ja auch andere. Nur fällt es bei Chinesen leider öfter auf, weil die Plaste doch irgendwie anders ist. Auf der Straße schaffe ich knapp die 100 km/h, gemessen mit GPS-Navi. Das ist super. Den Allrad brauch ich sehr selten, höchstens wenn ich mal einen Anhänger auf meiner Weide ziehen muss schalte ich den ein. Ich würde auf jeden Fall wieder eine Goes kaufen.“

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