Schaumstoff mit großer Wirkung

Geschrieben von am 9. Januar 2022 in Allgemein, Test + Technik, Zubehör

Die Reinigung oder der Tausch des Luftfilterelements gehört zu den wichtigen Inspektionsarbeiten. Doch eben das wird oft vergessen. Mit fatalen Folgen! Denn verschmutzte oder gar defekte Luftfilter können erhebliche Schäden verursachen. Wir helfen Euch.

Hand vor den Mund pressen – feste! Tief einatmen. Klappt nicht? Na ja, so geht es Eurem Fahrzeug auch, wenn der Luftfilter verschmutzt, nass oder gar verschlammt ist. Die Aufgabe des Luftfilters besteht darin, die vom Motor angesaugte Luft zu filtern und das Eindringen von Schmutzpartikeln zu verhindern. Die „Lunge“ aus Schaumstoff fristet ihr Dasein im Luftfilterkasten, welcher auch penibelst sauber zu halten ist. Ist all dies nicht mehr gewährleistet, können Dreck, Sand oder andere Fremdstoffe in den Brennraum gelangen und zu starkem Verschleiß von Kolbenringen und Zylindern führen. Im schlimmsten Fall gar kapitalere Motorschäden nach sich ziehen. Zudem sind die Filter generell der Ansaugleistung Eures Motors angepasst. Ist der Filter verstopft, versucht der Motor mehr Kraftstoff anzusaugen. Fetteres Gemisch, schlechte Verbrennung und letztlich verminderte Motorleistung sind die Folge. Manches Motorstottern lässt sich durch eine Reinigung des Luftfilters bereits beheben.

Eigentlich ganz leicht

Der Luftfilterkasten ist in der Regel leicht zugänglich. Ein deutlicher Hinweis der Konstrukteure, dass man hier oft nachschauen sollte. Sitzbank runter und die Sache ist zugänglich. Man entfernt den Deckel des Luftfiltergehäuses, um das Filterelement zu entnehmen. Meist handelt es sich bei unseren Quads und ATVs um ein Schaumstoffelement, getränkt in Luftfilteröl. Es gibt aber auch unterschiedliche Filterarten. Trockenluftfilter mit Filtereinsätzen aus gefaltetem Papier und Dauerluftfilter mit Drahtgeflecht. Papierfilter halten je nach Modell einige tausend Kilometer. Dauerluftfilter halten auch lange, spezielle Überzüge schützen zusätzlich. Man reinigt diese Art Filter mit einer speziellen Flüssigkeit, bläst ihn mit Druckluft durch. Nach dem Trocknen sprüht man ihn mit einem speziellen Öl ein.

Unsere gängigen Nassluftfilter mit Schaumstoffeinsatz müssen allerdings häufiger gereinigt werden. Insbesondere Offroad-Fahrer sollten oft nachschauen. Rennfahrer führen nicht von ungefähr stets saubere und vorbereitete Luftfiltereinsätze mit. Das Filterelement wird ausgebaut, von seinem Halter abgenommen und mit Reiniger ausgewaschen. Bitte nie mit Sprit, da der Schaumstoff des Filters Schaden nehmen kann. Den Filter entweder mit Druckluft ausblasen oder an der Luft trocknen lassen. Niemals auswringen! Der Filter kann reißen oder aus der Form geraten. Schließlich ölt man den gereinigten und getrockneten Schaumstoff ein. Am besten mit speziellem Luftfilteröl. Motorenöl geht auch. Drückt man den Filter zusammen, sollte kein Öl abtropfen. Zuviel Öl verschmutzt das Fahrzeug, Dreck bleibt kleben, wenn das Öl aus dem ebenfalls versauten Luftfilterkasten austritt. Zieht das Öl dagegen zarte Fäden, ähnlich einem Spinnweben, ist er korrekt behandelt. Beim Einbau müsst Ihr unbedingt darauf achten, dass die Dichtkante des Filters überall satt anliegt. Probleme machen bisweilen alte Schaumstoffelemente, sie sind „ausgeleiert“. Ersatz kostet nur wenige Euros. Mit einem neuen Filtereinsatz verfahrt Ihr wie mit dem gebrauchten. Die gleichmäßige Färbung ist wichtig.

Vor dem Einbau solltet Ihr die Dichtkante mit Fett bestreichen. Das wirkt wie eine Dichtung. Nun haben es selbst kleinste Sandkörnchen schwer zwischen Luftfilter und Gehäuse zu gelangen. Wichtig ist auch ein kurzer Seitenblick auf die Verbindungen des gesamten Ansaugtraktes. Der sauberste Luftfilter nützt nichts, wenn durch Löcher im Kunststoff, lose Verbindungen die kleinen Mistkerle an anderer Stelle angesaugt werden.

Text: Ralf Wilke; Fotos: Archiv

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