Aus der Luft gegriffen

Geschrieben von am 1. Dezember 2021 in Allgemein, Outdoor

Aus der Vogelperspektive ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für Fotobegeisterte. Unser Drohnen-Fotoworkshop gibt Tipps für das perfekte Bild.

Fotos gehören zu jeder Reise dazu. Fast immer sind mehr oder weniger professionelle Kameras dabei und jede Etappe wird ausgiebig dokumentiert. Dadurch bleibt die Reise auch nach vielen Jahren in Erinnerung und bei der Ansicht der Fotos schwelgt man gern in Erinnerungen. Aktuell erschließt sich dabei eine ganz neue Welt: Die Luftfotografie für jedermann. Fantastische neue Perspektiven, tolle Gestaltungsmöglichkeiten und frische Motive sind damit einfach zu schießen.

Viele verschiedene Copter-Typen sind auf dem deutschen Markt erhältlich. Wir fotografieren mit einem Yuneec Typhoon H Plus und der mitgelieferten CGO3-Kamera. Copter dieser Art sind recht günstig und für den Anfänger leicht zu beherrschen. Ihre Kameras lösen hoch auf, sind einstellbar und schießen gute Fotos. Bevor es in die Luft geht sollte eine Versicherung abgeschlossen werden, die für Schäden im Falle eines Absturzes einsteht. Grundsätzlich gilt: geflogen wird nicht über Menschenmengen oder polizeilichen Einsatzorten und der Abstand zu Flugplätzen und -häfen beträgt mindestens 1,5 Kilometer. Alle Copter müssen feuerfest mit dem Namen und der Adresse des Steuerers beschriftet sein und Copter ab zwei Kilogramm benötigen eine Aufstiegsgenehmigung.

Technische Parameter

Technisch sind an der CGO3 Kamera genauso wie bei Kameras anderer Hersteller einige Parameter einstellbar. Dazu gehören die Belichtungszeit, die ISO-Empfindlichkeit sowie der Weißabgleich. Grundsätzlich sollte im RAW-Format fotografiert werden, da dann der Weißabgleich auch nachträglich möglich ist. Außerdem werden die Sensordaten nicht wie im JPEG-Format beim Speichern komprimiert und nachträgliche Bearbeitungen sind verlustfrei möglich. Nicht einstellbar sind oft die Brennweite und Blendenöffnung. Tipp: Die Kameraeinstellungen am besten am Boden testen.

 Übersichtsaufnahmen

Diese Motive haben viele Fotografen im Kopf, wenn sie an Drohnen denken. Von weit oben auf einen Geländeabschnitt schauen und große Bildausschnitte schießen. Um Übersichtsaufnahmen zu fertigen, lohnt es sich, die Drohne direkt über das Fotoobjekt zu stellen und die Kamera senkrecht nach unten auszurichten. Dadurch ergeben sich spektakuläre Komplettaufnahmen. Diese Methode eignet sich insbesondere für Geländebereiche mit vielen Details. Tipp: Früh am Morgen ist es meistens weniger diesig.

Der richtige Winkel

Noch spektakulärer wird es, wenn die Drohne nicht ganz so hoch in der Luft steht, dafür aber nah am Fotoobjekt und im richtigen Winkel. Je nach Größe des Fotoobjekts muss die richtige Perspektive gefunden werden. Dabei gilt die Grundregel, nicht zu hoch und nicht zu weit weg. Dadurch würde das Objekt verzerrt dargestellt werden, unförmig wirken und weniger beeindrucken. Ein Leuchtturm zum Beispiel wird dann schnell zum winzigen Gnom oder das Dach eines Mavericks wirkt platt. Tipp: Gerade bei Sonnenuntergang entstehen tolle Farbeffekte.

Bewegtaufnahmen

Drohnen können ganz einfach so genannte Rigshots ersetzen. Früher mussten Kameras mit Gegenständen, Rahmen, Saughalterungen und viel Zeitaufwand an ATVs montiert werden, um atemberaubende Bewegtaufnahmen zu erzielen. Heute geht es mit Drohnen bedeutend einfacher. Dazu benötigt man eine circa 200 Meter lange Gerade und ein wenig Platz zum fliegen. Generell sollte dieses Foto nicht bei praller Sonne geschossen werden, da die Kamerablende oft nicht einstellbar ist und die Fotos aufgrund der langen Belichtungszeit schnell zu hell werden. Die Drohne wird vor dem Fahrzeug, auch leicht versetzt, auf circa einem Meter Höhe positioniert. Dabei sollte die Fahrzeugfront und die Fahrzeugseite zu sehen sein. Das Fahrzeug beschleunigt gemeinsam mit der Drohne langsam auf circa 30 bis 40 km/h. Bei einer Belichtungszeit von 1/40 bis 1/80 Sekunden entstehen tolle Bewegtaufnahmen, wie unser Aufmacherfoto auf Seite 94. Es gilt: Je tiefer die Drohne fliegt, desto spannender das Foto. Gern kann die Drohne auch über hohem Gras direkt neben dem Fahrzeug fliegen. Jeder Betrachter fragt sich, wie dieses Foto entstehen konnte. Vorsicht: Dieses Motiv erfordert gute fliegerische Fähigkeiten. Tipp: Funkgeräte ermöglichen die Kommunikation zwischen Fahrer und Copter-Piloten.

Tipps und Tricks

Für die CGO3 Kamera sind einige aufschraubbare Filter erhältlich. Dadurch kann auch bei hellen Lichtverhältnissen mit langer Belichtungszeit fotografiert werden, da die Filter, einfach gesprochen, die Lichtmenge reduzieren. Wenn das Foto geschossen ist, kann es nachträglich bearbeitet werden. Dabei muss es nicht immer der teure Photoshop sein. Adobe Lightroom für Mac und PC verwandelt aus blassen RAW-Fotos farbenfrohe Kunstwerke. Einfach die Klarheit etwas erhöhen, den Kontrast moderat vergrößern und die Farben verbessern. Alles ganz einfach und mit etwas Behutsamkeit mit großem Erfolg.

Drohnenfotos sind eine tolle Erweiterung der Fotomöglichkeiten. Mit etwas Übung und steigender Erfahrung, entstehen grandiose Fotos, die beeindrucken. Dabei muss die Sicherheit aber immer an erster Stelle stehen, denn Fotos mit Risiko gehen auch schnell in die Hose.

Text und Fotos: Martin Zink

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