Ölwechsel richtig gemacht

Geschrieben von am 6. September 2021 in Allgemein, Test + Technik

Wer regelmäßig mit seinem ATV, Quad oder Side-by-Side unterwegs ist, muss früher oder später Öl wechseln. Wir zeigen, wie es richtig geht.

Motoröl schmiert die beweglichen Teile im Motor. Dabei ist die wichtigste Aufgabe, aneinander reibende Materialien vor Verschleiß zu schützen. Die Abdichtung zwischen Kolben(ring) und der inneren Zylinderwand steht für das Öl ganz oben auf der „To-do-Liste“. Es verhindert dabei das Eindringen von Verbrennungsrückständen aus dem Zylinder in den Motorraum. Motoröl hat aber noch eine Menge anderer Aufgaben zu erledigen, die nicht minder wichtig sind. Viele Motorenhersteller arbeiten deshalb schon bei der Entwicklung neuer Antriebsaggregate mit den Schmierstoffexperten eng zusammen.

Gut geschmiert: DerWeg des Öls an die Schmierstellen im ATV-Motor

Jeder Motor beansprucht das eingesetzte Motoröl unterschiedlich stark. Große und kleine Aggregate haben daher auch unterschiedliche Ansprüche an das Schmiermittel. Aus diesem Grund geben die Hersteller der Motoren und Fahrzeuge oft sehr genau vor, welche Öle im Motor eingesetzt werden können. Daran sollte man sich auf jeden Fall halten. Experimente sind gefährlich für den Motor. Daher: vor dem Wechsel genau erkundigen welches Öl eingesetzt werden muss, insbesondere auf die Viskosität achten. Dabei auch gleich die richtige Füllmenge erfragen. Meistens stehen diese Angaben im Bordbuch.

Benötigtes Werkzeug

Für den Ölwechsel selbst benötigt der Selbstschrauber nur wenige Werkzeuge. Wichtig: ein Auffangbehälter für das auslaufende Öl sollte vorhanden sein. Versuche mit Flaschen sind unsinnig. Einfache Auffangwannen gibt es für wenige Euro im Baumarkt. Auch wichtig: ordentliche Handschuhe, die am besten Ölundurchlässig sind. Schließlich ist das zu wechselnde Öl heiß und Verbrennungen sollten vermieden werden. Ebenso benötigt wird das passende Schraubwerkzeug für die Ölablassschraube. Wichtig: um sich nicht zu verrenken sollten Auffahrrampen genutzt werden. Dann kann man bequem unter dem ATV arbeiten. Geradezu als Luxus sind Rollbretter zu verstehen. Damit rollt man unter das Fahrzeug und liegt nicht im Dreck. Mehr ist nicht notwendig.

Woher die Teile nehmen?

Wer Öl, Filter und Dichtringe selbst bestellt steht schnell vor der Qual der Wahl. Wir bevorzugen seriöse Quellen, da unsere Fahrzeuge tausende Euros kosten und schlechte Ersatzteile schnell zu großen Schäden führen können. Welches Öl ist denn nun das richtige? Das Angebot an Schmierstoffen ist groß. Auf keinen Fall sollte man die „Billig-Plempe“ aus dem Baumarkt nehmen. Aber auch das beste High-Tech-Öl für PKWs hat ebenso wenig was im Quad-Motor zu suchen. Selbst auch ein teures Öl kann das falsche sein, wenn es nicht die entsprechenden Anforderungen erfüllt. Für Motorrad- und Quad-Motoren wurden spezielle Schmierstoffe entwickelt, da sich die Betriebsbedingungen solcher Aggregate wesentlich von denen im PKW unterscheiden. Höhere Drehzahl, Kolbengeschwindigkeit und Literleistung beanspruchen das Öl extrem. Auch das teuerste, synthetische Leichtlauföl für PKW-Motoren wird sich in den meisten Quads nicht bewähren, da diese mit einer Naßkupplung ausgerüstet sind. Die im PKW-Öl vorhandenen Reibwertverminderer lassen die Kupplung durchrutschen, die Kraftübertragung wäre nicht mehr gegeben. Billigöle hingegen können unter Umständen auch die Kupplungslamellen verkleben. Beim Quad wird meist auch das Getriebe über den Ölkreislauf des Motors versorgt.

Muss was aushalten bzw. ausgleichen: Ohne leistungsfähiges Öl „fressen“ Kolben und Getriebe.

Wie geht es?

Als erstes: Motor warm fahren. Das alte Öl lässt sich besser wechseln, wenn es warm ist. Daher: einige Runden drehen und dann in die Werkstatt. Das Fahrzeug sollte etwas erhöht stehen und die Ölablassschraube der tiefste Punkt sein. ATV oder Quad auf die Rampen fahren und ordentlich sichern. Heißt: Handbremse einlegen und Keil vor die Räder legen. Danach Handschuhe anziehen und ab unter das Fahrzeug. Nachdem der Auffangbehälter positioniert wurde, wird die Ablassschraube aufgedreht und gesichert. Der Dichtring sollte nicht wiederverwendet, sondern ausgetauscht werden. Vorsicht: das Öl ist heiß! Es sollte einige Minuten ablaufen können. Dabei kann geprüft werden, ob irgendetwas im Öl enthalten ist, was dort nicht hingehört. Metallspäne beispielsweise. Einige Fahrzeugmodelle verfügen über eine magnetische Ablassschraube. Späne und Abrieb sammeln sich dann dort. Sollte die anhaftende Menge bedenklich erscheinen, muss ggf. ein Fachmann prüfen, was los ist. Auch ungewöhnliche Verfärbung des Öls deutet auf eventuelle Motorschäden hin. Schäumt es beispielsweise, ist sogar Wasser im Spiel. Angesaugt beim letzten Treffen im Schlammbad? Wer weiß?

Nachdem das Öl abgelaufen ist, muss der Ölfilter gewechselt werden. Oft ist dieser gut erreichbar und kann leicht gelöst werden. Wichtig: wenn der neue Filter angeschraubt wird, müssen die Dichtungen mit Öl bestrichen werden. Tipp: nur handfest anziehen. Manche Filter müssen schon mit Öl befüllt werden. Ein Blick in das Bordbuch hilft. Nachdem die Ölablassschraube mit einem neuen Dichtring versehen und wieder eingeschraubt wurde, kann das neue Öl eingefüllt werden. Dabei ist genau darauf zu achten, dass die vorgegebene Menge eingefüllt wird. In Viertel-Liter-Schritten kann man genau prüfen, ob die Menge korrekt ist.

Entsorgung

Öl muss ordentlich und sicher entsorgt werden. Die Verkäufer sind verpflichtet, Altöl zurückzunehmen. Einfacher geht es in den Wertstoffhöfen der Kommunen. Für wenige Euro kann man dort das alte Öl abgeben und ist sich sicher, dass die Umwelt nicht geschädigt wird. Die verwendeten Teile sollten aus seriösen Quellen stammen und die Umweltvorgaben müssen zwingend beachtet werden.

Text: Martin Zink, Ralf Wilke, Frank Meyer
Fotos: Quadwelt; Hersteller

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