Geht’s auch gebraucht?

Geschrieben von am 13. April 2021 in Allgemein

Side-by-Side sind selten als Schnäppchen zu bezeichnen. Gute Gebrauchte daher heiß begehrt. Wir zeigen auf was man achten muss, wenn man ein Exemplar aus zweiter Hand kaufen will. 

Aktuelle Modelle sind stets noch einen Tick stärker, immer noch ein bisschen besser – deswegen aber immer auch ein bisschen teurer. Aber auch ältere Fahrzeugversionen der vergangenen Jahre machen immer noch Spaß und haben ausreichend Leistung. Wer gebraucht kauft sollte aber auf einiges achten. Ein Side-by-Side kann nach 30.000 Kilometern immer noch so gut wie am ersten Tag, oder nach vier Betriebsstunden heftig runtergewirtschaftet sein. Genau hier liegt die Gefahr des Gebraucht-Fahrzeug-Kaufs: Normal werden Side-by-Sides eher nicht behandelt. Sie wühlen im Schlamm, springen über Hügel und werden meist extrem eingesetzt.

Was ist los?

Grundsätzlich gilt: Nicht von der Optik täuschen lassen. Eigentlich müssen einige Anbauteile runter um den Zustand von Rahmen und Lagern prüfen zu können. Gibt es Rost, ist der Rahmen verbogen? Ohne Blick unter die Verkleidung kann man hier schnell Betrügern auf den Leim gehen. Sommerfahrzeuge sind selten. Warum auch? Im Schnee macht das Fahren genauso viel Spaß. Daher auf Fresspuren von Streusalz gerade an Aluteilen achten. Wenn am Fahrzeug viel verändert wurde, ist das ein Zeichen für besondere Aufmerksamkeit des früheren Besitzers für das Fahrzeug. Nur wer hat die vorhandenen Umbauten durchgeführt? Jemand der es wirklich kann und darf, oder ein Amateur? Das sollte man genau prüfen und im Zweifel vom Kauf eines umfangreich veränderten Fahrzeuges Abstand nehmen. Denn der bisherige Besitzer hat das Vierrad nicht leistungsoptimiert, um als Erster an der Eisdiele zu sein.

Im Rennbetrieb werden Fahrwerke nämlich extrem beansprucht, weshalb man hier genau hinschauen sollte. Ist Spiel vorhanden? Passt die Dämpferleistung, wann wurde das Fahrwerk das letzte Mal überholt? Hier stehen schnell mehrere hundert Euro als Reparaturkosten auf der Rechnung. Aufbocken ist daher immer eine gute Idee. So kann das Spiel der Räder und Lenkung geprüft werden.

Wir raten von getunten Motoren ab. Die Hersteller bieten ausreichend Leistung und Veränderungen stellen immer eine extreme Belastung für die Technik dar. Kalt gestartet, kann man hören, ob irgendetwas rasselt. Natürlich sollte auch der Ölstand gecheckt werden. Dem Motor sollte auch im Stand viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wenn alles blitzeblank glänzt, wurde der Motor frisch gereinigt. In diesem Fall können Probleme der Dichtigkeit schlecht geprüft werden, denn die dann vorhandenen Ölspuren sind weggewischt. Heißt: bei der Absprache mit dem Verkäufer klar machen, dass eine Motorwäsche nicht gewünscht ist. Öl muss nicht immer schlecht sein. Generell gilt aber: wo Öl ist, ist auch ein Leck. Egal wo.

Auf die Kleinigkeiten achten

Ebenfalls sollte der generelle Pflegezustand gecheckt werden. Ist der Luftfilter sauber, wurden die Inspektionen durchgeführt? Sauberes Luftfilteröl zieht “Spinnenfäden”, wenn man es anfasst. Bleiben an den Fingern schmutzige Krümel kleben und ist der Schaumstoff versifft, stimmt die generelle Pflege nicht. Ganz wichtig: der Riemen. Sie sind DIE Schwachstelle der Side-by-Sides. Jedes Fahrzeug verschleißt diese ruck-zuck. Daher: Getriebeabdeckung runter und checken. Wenn der Riemen schon ausgefranst ist oder durchhängt, sollte über einen neuen verhandelt werden.

Auch die Bremsen müssen geprüft werden. Passen die Beläge und sind die Bremssättel trocken? Drückt irgendwo Bremsflüssigkeit aus den Anschlüssen? Mehrfaches betätigen der Bremse hilft, Schwachstellen zu erkennen. Fällt irgendetwas negativ auf? Dann hört der Spaß auf und es zeigt sich, wie schlecht das Fahrzeug gewartet wurde. Auch die Bremsscheiben müssen mit der Taschenlampe gecheckt werden: Risse, Dellen oder Riefen?

Im Gelände geht schnell etwas kaputt.

Oft sind gebrauchte Fahrzeuge eine gute Wahl. Allerdings muss man genau hinschauen und sollte nicht sofort das erstbeste Fahrzeug kaufen. Ein wenig Glück zum Schnäppchen gehört natürlich auch dazu. Oft sind die Fahrzeuge zwar älter geworden, aber eins steht fest: Gebraucht macht bei gutem Pflegezustand genauso viel Freude wie neu gekauft.

Text: Martin Zink

Fotos: Martin Zink, Yamaha, Can-Am, Polaris, Ralf Wilke, Shadow Quad

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