Ein wahrer Höllenritt

Geschrieben von am 10. Mai 2020 in Allgemein, Sportstudio

Der italienische Dichter Dante ersann dereinst im Mittelalter „Die Göttliche Komödie“. Er beschreibt darin seine imaginäre Reise durch die Hölle. Auf dem selben Trip wähnten sich wohl auch die Fahrer so benannten Veranstaltung in der Toskana. Race to Hell!

Nur für ATVs und SxS führt ein Weg in die Hölle: In drei Etappen!

Dante’s Werk zählt man heute zu den bedeutensten Schriften der Weltliteratur. Er begründete damit sogar das Italienische als Schriftsprache. Der gute Mann stammt aus der Toskana. Logisch, dass man dort so richtig stolz auf alles ist, was mit Dante in Verbindung gebracht wird. Eine solche Verbindung wollten auch die Organisatoren des „Race to Hell“ ebendort herstellen. Und so kombiniert das erste italienische Rennen  den für eine Baja typischen schnellen Aspekt mit äußerst technischen und eben „höllischen“ Passagen. Die Teilnehmerzahl aus neun Nationen bestätigt den Veranstaltern Valentino und Flavio, dass sie den Nerv voll getroffen haben.

Der Ritt führt über drei Etappen in die Hölle

Gut getarnt, mitten in den idyllischen Olivenhainen und Weinhügeln der Toskana – in der Nähe von Rapolano Therme – liegt die Hölle durch die die Veranstalter drei Tagesrouten per GPS abgesteckt hatten. Allesamt hatten es in sich und ließen das Rennfahrerherz höherschlagen. Oder sorgte an der ein oder anderen Stelle für Bluthochdruck. Genau wie Dante werden sich die Fahrer in einem „dunklen Wald“ wiederfinden und die einzige Möglichkeit, „die Sterne wieder zu sehen“, wird darin bestehen, der von unzähligen Hindernissen gekennzeichneten GPS-Strecke zu folgen. Während des gesamten Rennens wurden die Fahrer mittels Transponder verfolgt, so dass eine klare und sichere Rangliste erstellt werden konnte. Durch die Kombination der unzähligen Daten, war es möglich sein, jederzeit die Position jedes Wettkämpfers zu ermitteln, mit welcher Geschwindigkeit er sich bewegt und ob er der Strecke korrekt folgte. All diese Daten wurden gesammelt und verarbeitet, um die endgültige Rangliste zu erstellen. Bonbon für die Fans: Jeden Tag und zu jeder Zeit konnten Freunde und Familie die Position ihres Lieblingsfahrers in der Rangliste per Bildschirmen verfolgen.

Hektik im Fahrerlager an jedem Abend: beinahe jede Crew schraubte heftig an den Fahrzeugen, um am nächsten Tag wieder an den Start gehen zu können. Selbst wenn bis Tag 3 nicht immer 100 Prozent der Technik  noch zur Verfügung stand. Denn insgesamt über 285 Rennkilometer legten die Teilnehmer in den drei Tagen zurück. Das geht auf’s Material und zehrt heftig an der Kondition. Besonders erfreulich war der Nationen übergreifende Zusammenhalt unter den Fahrern und den Teams.  Denn etliche Passagen waren ohne die Hilfe von Mitstreitern oder Helfern nicht mehr überwindbar. Material und Mensch wurde geschunden, aber es wurde ebenso gemeinsam gelacht und einander geholfen. Lediglich die Sanitäter und Rettungskräfte vor Ort langweilten sich. Keinen einzigen Einsatz mussten sie unternehmen!! So konnten sie vom Rettungswagen und Beobachtungspunkten aus ebenfalls die tolle Rennathmosphäre genießen.

So sehen Sieger aus

Nach drei Tagen in der Hölle der Toskana ging der Sieg der ATV Klasse nach Frankreich an Gaetan Martinez. Den Sieg in der SxS Klasse erkämpfte sich das Italienische Team: Wainer Morandi und Davide Magni. Die wahre Sonderprüfung für die drei besten ATV Fahrer kam jedoch erst nach der Siegerehrung, als der Italiener Pino Cordino ebenfalls am Ziel war. Ein Schluck aus seinem Stiefel und alle Strapazen der vorigen Tage waren nur noch halb so wild. Alles in Allem eine tolle Veranstaltung vor der beeindruckenden Kulisse der Toskana und 2020 bei hervorragendem Witterungsbedingungen. Für’s leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt mit typisch italienischen Antipasti, Lasagne, Tiramisu und leckeren Weinen sowie verschiedenen Biersorten. Das Ganze ging im Februar über die Bühne, noch bevor uns in Europa die COVID-19-Pandemie ereilte. Besonders Italien ist ja schwer von deren Auswirkung gebeutelt. Hoffen wir das Beste und darauf, dass uns die Freunde in der Toskana auch nächstes Jahr wieder fragen werden: „Sei pronto a gareggiare all’Inferno?“ – Seid Ihr bereit für ein Rennen in die Hölle?

Ergebnis ATV
1. Platz: Gaetan Martinez / FR
2. Platz: Eric Laudeley / DE
3. Platz: Aleksander Mazurkiewicz / PL
Ergebnis SxS
1. Platz Team: Wainer Morandi – Davide Magni /IT
2. Platz Team: Simone Tugni – Vittorio Gonnella / IT
3. Platz Roberto Mazzega – Moreno Segat / IT

Mehr Hölle

Jay Parts hat Race to Hell nicht nur mit Preisen für die drei Erstplatzierten der Klasse ATV und SxS gesponsert, sondern war auch vor Ort um mit Rat und Tat, Teilen und Support zur Stelle zu sein. Dazu wurde auch schon mal der Transporter auf den Kopf gestellt um mit privatem Race-Equipment wie Trinksystem-Mundstück, Reifenflickzeug etc. auszuhelfen. Während die Fahrer ihre Maschinen durch’s Gelände quälten haben auch Uschi und Jay keine Mühen gescheut, um irgendwie – zum Teil sogar auf allen Vieren – zu einem der Hotspots zu gelangen und mit vielen Bildern und Videos einen kleinen Eindruck der Veranstaltung wiederzugeben.

Noch mehr Fotos und Infos findet Ihr auf Jay’s Seite bei Facebook und beim Veranstalter: www.racetohell.it
Text: Ralf Wilke; Jay Gröpl
Fotos: Jay Parts/ Uschi

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