Geschützter Bereich

Geschrieben von am 8. März 2020 in Allgemein, Test + Technik, Zubehör

Wer im Gelände unterwegs ist, geht oft hart mit seinem Fahrzeug um. Darum ist guter Schutz wichtig. Wir geben einen Überblick zum Schutz des Unterbodens.

Ein Rahmenschaden oder der Abriss von Extremitäten ist nicht nur ein Showstopper am Touren- oder Renntag, sondern kommt Dich meistens auch sündhaft teuer zu stehen. Denn oftmals sind lebenswichtige Bauteile ausgerechnet am Boden des Fahrzeugs verortet. Dummerweise geht das nicht anders, denkt man etwa an die Ölablassschraube, die ja am tiefsten Punkt sitzen muss. Reißt diese ab – Prost Mahlzeit! Wichtige Elemente des Antriebs drehen nahezu schutzlos knapp über der Oberfläche. Ein Ruck über einen Stein kann da schon erheblichen Schaden anrichten. Also merke: Schütze Deinen „Keller“, dann bleibt Dein „Haus“ in Ordnung!

Grimmiger Untergrund: Echte Offroader schützen die empfindlichen Baugruppen.

Was macht einen guten Unterfahrschutz aus und wie montiert man ihn? Florian Raasch von der Offroad Manufaktur in Hamburg sagt: „Ein guter Unterfahrschutz ist passgenau und sauber verarbeitet. Alle Montageteile sind vorhanden und nichts fehlt.“ Laut Raasch würden bei billigen Modellen oft einzelne Schrauben oder Distanzstücke fehlen. Ärgerlich bei der Montage und echte Zeitdiebe.

Die Qual der Wahl

Ist in Europa Aluminium das Material der ersten Wahl, kaufen osteuropäische Kunden oftmals Modelle aus Stahl. Aluminium hat den Vorteil deutlich leichter zu sein und nicht zu verwittern. Eventuell läuft es mit der Zeit an, aber eine vernünftige Lackierung verhindert auch das.

Inzwischen sind auch sehr robuste Modelle aus Kunststoff erhältlich. Entscheidend ist auch die Art, wie der Unterfahrschutz produziert wird. Tiefgezogene Varianten geben zusätzliche Stabilität, wodurch geringere Materialstärken bei höherer Festigkeit genutzt werden können. Dadurch sinkt das Gewicht des Unterfahrschutzes. Rival oder Iron Baltic beispielsweise schneiden aus Aluminiumplatten die Grundform per Laser aus, kantet notwendige Biegungen und zieht dann zusätzliche Formen tief ein. Dies geschieht per Kaltpresse unter unglaublich großen Druck.

Die Dicke machts? Vielleicht.

Schneidetechnik: Die Formen werden gelasert oder präzise geschnitten.

Die Dicke des Materials ist natürlich ein großer Faktor in Bezug auf Sicherheit. Je dicker desto stärker, aber auch schwerer. Ganz wichtig: zwar hält der Unterbodenschutz selbst, aber die Befestigungspunkte können brechen. Hier muss das Material also ebenfalls gut ausgewählt sein. Übrigens: oft sind Schrauben im Lieferumfang nicht enthalten. Darauf sollte man sich einstellen und Vorsorge treffen. Auch wenn die alten Schrauben passen, sollte man sich genau überlegen, ob man diese wiederverwendet, da sie oft vom Rost angegriffen wurden. Der Unterfahrschutz ist nicht eintragungspflichtig, weshalb man sich einen TÜV-Besuch sparen kann. Wichtig und hilfreich: verschiedene Unterfahrschutzversionen verfügen über Wartungsklappen oder Öffnungen, die z.B. den Ölwechsel erleichtern.

Produktion: Die Formen entstehen am Computer.

Während des Einsatzes

Wenn das mit dem Unterfahrschutz ausgerüstete Fahrzeug einmal im schweren Gelände war, kann sich auch der beste Unterfahrschutz verbiegen. Eine Demontage wird dann bisweilen zum Problem – die neuerliche Montage aber oft unmöglich. Hier zeigt sich die wahre Qualität der angebotenen Exemplare. Wir empfehlen, den Unterfahrschutz schon am Fahrzeug gerade zu rücken. Große Dellen oder Beulen sollten bearbeitet und grob gerichtet werden. Dann spart man sich die Erfahrung, dass der Unterfahrschutz nicht mehr montiert werden kann.

Text: Martin Zink
Fotos: Ralf Wilke, Hunt-The-Wolf, Hersteller

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