E-rlebnis Mobilität

Geschrieben von am 27. Dezember 2018 in Allgemein

Die elektrische Fortbewegung kommt so langsam in Gang. Auch wenn sich die verantwortlichen Politiker fast weltweit in wildem Aktionismus oder völliger Untätigkeit ergehen, wagt sich die Industrie immer wieder mit praktischen Ansätzen an die Öffentlichkeit.

Die Technik macht große Fortschritte und dabei geht es auch gar nicht nur um den Umweltaspekt, sondern auch der Spaß an der Mobilität kommt bei all den Anstrengungen der brillanten Ingenieure nicht zu kurz. In den vergangenen Jahren haben wir Quadwelt-Redakteure schon das ein oder andere mal die Vor- und Nachteile der rein elektrischen Fortbewegung selbst erfahren dürfen. Hier ein kleiner Rückblick auf das was uns bewegt, oder elektrisiert hat.

Segway & Co.

Das futuristische Fahrzeug wurde im Jahr 2001 erstmals an Privatpersonen verkauft. Der Segway hat für viele weitere Spielarten der selbstbalancierenden Transportmittel den Weg bereitet. Wir haben uns schon vor Jahren wagemutig auf einen Segway X2 gestellt und erstmals das einzigartige Fahrverhalten und –vergnügen genossen. Selbst eine zünftige Offroad-Tour quer durch den Wald war für dieses Vehikel kein Problem. Die Gyroskop-unterstützte Antriebstechnik ermöglicht die Steuerung durch Gewichtsverlagerung. Seit 2009 ist der Segway mit Mofa-Schein und Versicherungskennzeichen im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Selbst bei Behörden ist der klassische Segway mittlerweile sehr beliebt. Mit rund 7.000 Euro ist der „Human Transporter“ aber auch eine relativ hohe Investition in aktive und umweltfreundliche Fortbewegung. Nach Patentstreitigkeiten hat sich der chinesische Konkurrent Ninebot vor knapp zwei Jahren gleich die komplette Company einverleibt und vertreibt seit dem unterschiedlichste Ableger der selbstbalancierenden Fortbewegung, das teilweise auch mit günstigeren Fahrzeugen. In Europa vertreibt die KSR-Group aus Österreich die meisten Modelle exklusiv. Unser Forscherdrang hat uns sogar vor einem „Hoover-Board“ nicht zurückschrecken lassen, aber das gehört unserer Meinung nach nicht in den öffentlichen Straßenverkehr.

Wertung 1 bis 5 Sterne

Spaßfaktor *****

Nutzen ****

Preis-Leistung **


Quad & ATV

Hmm, jetzt wird das Thema doch schwierig. Elektrisch angetriebene Quads oder gar ein fettes ATV? Ziemlich Fehlanzeige. In den letzten Jahren gab es zwar immer mal wieder so etwas wie einen Prototypen, aber kein namhafter Hersteller hat sich bisher ernsthaft mit dem Thema befasst. Die wenigen Ausnahmen waren meist aus privater Initiative entwickelt und wenig später auch wieder in der Versenkung verschwunden. Bei unserer Recherche stießen wir dann doch auf ein zunächst vielversprechendes Konzept der italienischen Firma Montalbini Motor, die auf Basis einer LTZ 450 ein  elektrisch angetriebenes Sportquad auf die Räder stellte. Besonderheit daran war die 5-Gang-Schaltung, mit der die enorme Power gut zu händeln war. Das Projekt ist leider in der Versenkung verschwunden. Aber auch ein deutscher Hersteller hat sich zumindest mit einem Prototyp mal an die Öffentlichkeit gewagt. Die Firma Artega mit Sitz in Delbrück hat bereits Erfahrung mit hochwertigen Elektrofahrzeugen und stellt mit dem Modell Karo erstmals ein Quad mit Elektroantrieb vor, das insbesondere optisch voll überzeugt. Das kann nun aktuell auch die Michael Leeb Trading GmbH von sich behaupten, denn für 2019 stellt man ein ausgewachsenes Sportquad und auch ein ATV mit Batteriebetrieb vor, das in Serie produziert werden soll. Der Name Access wird den Fahrzeugen den nötigen Erfolg garantieren. Es gibt noch weitere chinesische Hersteller, die Fahrzeuge für Kinder herstellen, da muss man allerdings schon sehr auf die Qualität achten, bei der es bedenkliche Unterschiede gibt. Hier besteht akuter Handlungsbedarf, auch wenn der eingefleischte Quadfan wohl nur schwer von der „lautlosen“ Fortbewegung zu überzeugen ist, denn der Sound ist immer noch ein Teil der speziellen Emotion, oder?

Wertung 1 bis 5 Sterne

Spaßfaktor ***

Nutzen ***

Preis-Leistung ***


E-Bike & Pedelec

Fahrrad fahren soll also Spaß machen? Mit Elektro-Unterstützung auf jeden Fall. Die halbe Redaktion der Quadwelt fährt in der Freizeit mittlerweile regelmäßig mit dem E-Bike. Und wenn man sich mal bei den ATV-Importeuren so umschaut, sind da einige namhafte dabei, die ebenfalls den hohen Erlebniswert erkannt haben und die speziellen Bikes wie selbstverständlich neben den Quads und ATVs im Programm führen. Auch hier ist wieder Polaris zu nennen, die seit einiger Zeit richtig coole Drahtesel produzieren. Vertrieben werden diese allerdings von der KSR-Group, die sich in Bezug auf elektrische Mobilität ganz besonders hervortun. Auch den Vertrieb von Lambretta-E-Bikes haben die Österreicher übernommen. Als vollkommen praxistauglich haben sich die E-Bikes von Goes erwiesen. Die sind nicht nur bezahlbar, sondern auch extrem widerstandsfähig. Wir haben einige davon seit Jahren im Einsatz und absolvieren damit auch ganze Urlaube. Egal ob Holland oder Alpen, die Bikes sorgen für viel Fahrspaß und haben sich einen Platz in der Garage neben dem Quad wirklich verdient.

Wertung 1 bis 5 Sterne

Spaßfaktor *****

Nutzen *****

Preis-Leistung *****


Scooter & Motorrad

In Bezug auf Elektro-Antrieb haben sich die Scooter bisher als ganz besonders erfolgreich am Markt etabliert. Ganz ehrlich, im urbanen Umfeld gibt es zum Thema E-Mobilität nichts Besseres. Kürzlich hat Piaggio die gute alte Vespa als E-Version vorgestellt. Dabei haben die Asiaten aber hier eindeutig die Nase vorn. Schon seit Jahren kommen aus China und anderen Ländern praxistaugliche und vor allem günstige E-Roller. Wie zu erwarten, hat die KSR-Group auch hier entsprechendes im Portfolio. Mit den Marken Govecs und NIU hat KSR absolut ausgereifte Modelle im Angebot. Neu ist der NIU N1, der mit herausnehmbaren Akku, Handy-Konnektivität und einem sehr günstigen Preis den Großstadtdschungel erobert. Ebenso praxistauglich kann sich die Modellpalette der kalifornischen Firma Zero behaupten. Wir hatten die Freude, das Modell Zero DSR über einen längeren Zeitraum testen zu können. Für den täglichen Weg zur Arbeit, aber auch für eine entspannte Tagestour reicht die Kapazität des Akkus immer. Zero kann auf eine zehnjährige Firmengeschichte zurückblicken und das sieht man den aktuellen Modellen auch an. Ausgereift und alltagstauglich, so zeigte sich jedenfalls unser Testfahrzeug. Die DSR hat durch die ausgewogene Gewichtsverteilung und den tiefen Schwerpunkt sogar ausgeprägte Offroad-Gene. Ein tolles Fahrwerk und der mehrstufig einstellbaren Power-Modus erlauben ausgedehnte Enduro-Einsätze. Aber richtig Spaß macht die Zero auf der Straße. Das unfassbare Drehmoment von 146 Nm katapultiert das Kraftrad in knapp 3,5 Sekunden auf 100 km/h. Auch die Konnektivität ist mit einer eigenen App gegeben. Hierüber lässt sich das Fahrzeug teilweise konfigurieren. Für 2017 hat Zero gerade noch leistungsfähigere Batterien mit einer 5-jährigen Garantie angekündigt. In Bezug auf E-Mobilität hat Zero im Zweiradsektor jedenfalls eine neue Ära eingeleitet. Jetzt müsste nur noch der Preis etwas niedriger sein, dann wären die Zero-Bikes eine echte Alternative zum klassischen Motorrad.

Wertung 1 bis 5 Sterne

Spaßfaktor *****

Nutzen ****

Kosten ***


Side by Side

Dieser Fahrzeugsektor hat in den vergangenen Jahren tatsächlich sehr brauchbare Modelle mit elektrischem Antrieb hervorgebracht. Hier hat Polaris mit dem rein elektrischen Ranger EV Pionierarbeit geleistet. 2010 konnten wir dem ersten Serienmodell auf den Zahn fühlen. Für den täglichen Arbeitseinsatz und vor allem auch Ausflüge ins Gelände hat sich der elektrische Ranger empfohlen. Can-Am wollte dem nicht nachstehen und hat uns ein Jahr später einen ersten Prototypen präsentiert, der auf der Basis des Commander aufgebaut, von außen kaum also Elektro-Mobil zu erkennen war. Bis zur Serienreife hat es bei Can-Am aber noch bis 2015 gedauert. Und so richtig offiziell ist der Commander E in Deutschland auch nicht zu bekommen. Einzig der Can-Am Dealer QJC kann das Modell mit LOF-Zulassung besorgen. Zwischenzeitlich haben diverse weitere Hersteller elektrisch angetriebene UTV vorgestellt. Goes zum Beispiel hat mit dem Modell G E SSV ein ansprechendes Fahrzeug auf die Räder gestellt, das sich auch am Markt bereits gut etabliert hat. Hier macht sich besonders bemerkbar, dass man im Vergleich zum Verbrenner-Modell eigentlich keinen Unterschied feststellen lässt. Natürlich ist mit dem Akku der Aktionsradius eingeschränkt, aber für den täglichen Einsatz ist das Teil trotzdem gut geeignet. Ein weiterer Anbieter im günstigen Preissegment ist die Firma Quadix, die bereits 2011 neben den gängigen Buggys auch ein Elektro-UTV im Portfolio haben. Auch den haben wir, wie alle hier angesprochenen Transportmittel, natürlich selbst ausprobiert und ebenfalls für den Arbeitseinsatz als tauglich angesehen. Auch den sicher jedem schon mal über die Füße gerollten Renault Twizzy hatten unsere Redakteure bereits unterm Hintern. OK, der geht zwar schon reichlich weit in Richtung PKW, aber der Gesetzgeber hat alles daran gesetzt, das dieses und alle anderen hier gezeigten E-Mobile wie selbstverständlich von der auf einen kurzen Zeitraum begrenzten staatlichen Förderung ausgenommen sind. Spaß und Umweltschutz gehen demnach also laut unserer Regierung nicht zusammen. Einen aktuellen Test des Polaris Ranger EV des Modelljahrgangs 2018 könnt ihr in der Quadwelt Ausgabe 01/2019 nachlesen.

Wertung 1 bis 5 Sterne

Spaßfaktor ***

Nutzen *****

Kosten ***

 

 

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