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Vorschau Magazin

Yamaha YFZ 450

Alte Bekannte – neue Enduro

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Ohne „R“ aber mit überarbeitetem Motor kommt ab Februar 2012 die YFZ 450 zurück. Es handelt sich um die Modellpflege der ersten „Yfze“ mit Vergaser. Aus der Kur kommt das Quad mit einem nach wie vor kräftigen Motor, der aber über das gesamte Drehzahlband beherrschbarer zu Werke geht als bisher und eher den ambitionierten Endurofahrer anspricht. Wir sind die Neue schon gefahren. Hier der erste Test.

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Die neue YFZ 450 ist mehr als nur die abgespeckte Wiedereinführung des Vorgängermodells, welches einst von der „R“ abgelöst wurde. Zwar hat sie einige deren Gene abbekommen, stellt jedoch grundsätzlich ein neues Quad dar. Yamaha vertritt die Ansicht, dass der MX-Fahrer auf die aggressive 450 R zurückgreift, Sportfahrer, die Trails und Waldwege oder den Enduro-Wettbewerb bevorzugen, auf die Neue. Während der Präsentation der 2012er „Yfze“ schlugen die Techniker daher die Brücke zwischen den verschiedenen Modellen und deren Philosophien. So sieht man die YFZ 450 nunmehr oberhalb des Trail- und Enduroeinsteigers YFM 350 R, jedoch nicht auf dem Leistungs-Niveau einer YFZ 450 R mit Einspritzer, die dem abgesteckten Parcours und der Crossbahn begegnen soll.

Neues Einsatzspektrum

Vor allem Fahrspaß soll der 2012er Nachfolger der Vergasermodelle vermitteln. Und das tut sie auch: Heute ist das Quad tatsächlich ein Traum auf dem Enduropfad. Solide von unten heraus und kontrollierbar bis in die Spitze. Das erreichten die Yamaha-Leute indem sie einmal den Vergaser überarbeiteten. Optimierter Einlass und Leichtbau verbessern das Ansprechverhalten des Motors. Im oberen Bereich sind die Aussetzer nun selten bis gar nicht mehr spürbar. Ein Drosselklappensensor verbindet die „alte“ Vergasertechnik mit den Meßmethoden eines Einspritzers. Zumindest ist das die einfachste Erklärung, warum der Motor besser Gas annimmt als die bisherige Version. Des Weiteren erfuhren die Ventile eine Zuwendung, um mit speziellem Design den Drehmomentverlauf – vor allem im unteren Bereich, dem für das Endurofahren wichtige – zu verbessern. Das Daumengas ist leichtgängig und tut sein Übriges für den guten ersten Eindruck auf dem Waldkurs. Hier zeigt sich die Maschine kontrollierbar. Wohlgemerkt, wir sprechen nicht von einer gedrosselten Leistung, sondern vor allem von einem kräftigen Paket, dass kalkulierbar seine Kraft entfaltet. Damit werden die Trail-Fans ihre wahre Freude haben. Die Kupplung ist dem Ganzen ebenso angepasst und arbeitet spielerisch.

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Das Chassis ist im Wesentlichen das der ursprünglichen YFZ 450. Die Massen sind zentralisiert und nochmal im Schwerpunkt nach unten verlagert, das Rahmenheck besteht aus Alu. An den Rädern und Bremsen sparte man Gewicht, um ungefederte Massen zu reduzieren. Den Dämpfer an der Alu-Schwinge im Heck verpasste man einen Ausgleichsbehälter und änderte das Serien-Set-Up auf „Enduro-weich“. Das Serienteil versieht seinen Dienst auf Wurzelpfaden und steinigem Terrain hervorragend. Vorne an den A-Arms muss das System ohne die Ausgleichsbehälter und mehrfachen Einstellmöglichkeiten auskommen. An den 230 mm Federweg ist lediglich die Vorspannung der Feder justierbar. Bei gelegentlichen Einsätzen auf der Cross-Piste stoßen die Dämpfer vorne an ihre Grenzen. Im zugedachten Einsatzbereich schaffen sie gemäßigtes bis mittleres Tempo, wird es schneller wünschte man sich schon die eine oder andere Anpassungsmöglichkeit. Auch, wenn es allzu heftig von unten schlägt. So sei dem fortgeschrittenen Enduristen empfohlen, auf Modelle aus dem Zubehörmarkt zurück zu greifen. Allerdings Finger weg von A-Arms oder Achse! Denn die Handlichkeit des schmalen Chassis gepaart mit der Motorcharkteristik ergibt eine sensationelle Kombination auf dem Berg-, Wald-, Schotter oder Wurzelweg.

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Gut, bei einem Preis von weniger als 7.000 Euro kommt sicher der eine oder andere Crosser auf den Gedanken, die neue YFZ mittels Achse, A-Arms und Dämpferset aufzurüsten. Es bliebe nämlich auch für den weniger hart am Limit agierenden Piloten der „zivile“ Motor. Wir sprachen dazu mit Romain Couprie, dem französischen Werkspiloten von Yamaha. Er zählt zur europäischen Crosselite und lobt das entspannende Fahren auf der YFZ 450. Er beurteilt die Maschine so: „Man hält einfach länger durch. Im Vergleich zur ‚alten’ Vergaser-Version und vor allem zur 450 R, ist die Neue weniger aggressiv. Sie zieht dem Piloten nicht die Arme lang. Das werden vor allem die Aufsteiger aus unteren Kubik- oder Leistungsklassen begrüßen. Insgesamt kannst Du das Teil sehr konditionsschonend fahren. Das ist sogar do schön, dass ich sie als Trainingsfahrzeug probieren will!“ Und dennoch nimmt die Enduro den Ausritt auf der MX-Strecke gelassen.

Und so weiter

Die Bremsen wurden dem neuen Einsatzprofil ebenso angepasst und sind auch für weniger versierte Fahrer präzise dosierbar. Sie packen zu und reagieren sehr gut auf die Befehle des Fahrers, der spät in den Kurven anbremsen kann, um dann wiederum den Motor aus dem Keller aus dem Knick und der Kehre kommen zu lassen. Elf Kilogramm muss er dazu weniger wuchten als der Crossfahrer auf einer „R“. Und die hat immerhin einen Alu-Rahmen. Dem Einsatzzweck entsprechend, sind auch die Reifen gewählt. Das Profil der Dunlops gab auf den beschriebenen Wegeführungen dieses Tests keinen Anlass zur Kritik. Jedoch herrschte bestes Herbstwetter und Trockenheit. Aufschluss über Alternativen zur bevorstehenden Jahreszeit gibt übrigens unser Reifen-Spezial in der laufenden Ausgabe oder in den nächsten Tagen hier online.

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Bleiben wir aber bei dem neuen Renner für „Otto-Normal-Verbraucher“, der satte zwei Mille sparen kann, wenn er sich mit dem fehlenden „R“ und einem leichten Leistungsdefizit abfinden kann. Die YFZ 450 Modell 2012 dankt es mit viel Fahrspaß, Agilität und einem breiten Einsatzspektrum. Sie wird in der Farbe "SMJ" mit blauem oder rotem Grafikdekor zirka ab kommenden Februar verfügbar sein. Wollte man einen Vergleich bemühen, so passte wohl dieser ganz gut: Die YFZ 450 R ist der Leistungs- oder Spitzensportler. Dagegen wäre die YFZ 450 als leistungsorientierter Hobby- bzw. Amateursportler einzustufen. Nicht MX-Weltmeisterschaft, aber nationale Enduro-Wettkämpfe könnten auf dem Programm stehen. Oder ganz einfach saugeile Ausfahrten – ermüdungsfrei – in unwegsamen Gelände.

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Text: Ralf Wilke

Fotos: Matthijs van Roon, Yamaha

 

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