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Vorschau Magazin

Goes 520

Tourenfahrt mit Heckschleuder

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Ein preiswerter Einsteiger oder schlicht ein unfertiges ATV? Heckgetriebene Fahrzeuge spalten die Szene in zwei Lager. Doch muss es immer Allrad sein? Mit dem G 520 2x4 von GOES kommt man gut und weit voran. Und das auch noch irre günstig. Wir haben ihn ausprobiert.

Allrader haben die Lizenz zum Durchkommen. Ist eine der Achsen im Modder, greifen immer noch zwei Räder mit an. Doch die Technik kostet auch Geld: Differential, Antriebswellen, Getriebeabtrieb lassen sich alle Hersteller ordentlich bezahlen. Zudem verschleißen diese Bauteile durch mechanische Reibung und treiben den Verbrauch in die Höhe. Hecktriebler kennen diese Probleme nicht und die ATV-Anbieter belohnen das Interesse mit teils satten Preisnachlässen. Interessant sind die abgespeckten Geländegänger vor allem für Mietstationen. Die Fahrzeuge müssen meistens nur leichte Touren absolvieren und kein unerfahrener Pilot kann durch unsachgemäße Handhabung des 4x4-Features in kritische Fahrsituationen geraten oder Schaden verursachen. Die Vorhand eines 2x4-ATVs ist leichter und gleicht – mit mutigem Gas-Daumen und etwas Schwung – das vermeintliche Defizit in mancher Situation doch wieder aus.

Hecktriebler findet man heute eher in den kleinen Hubraumklassen bis in die untere Mittelklasse um 350 bis 400 Kubik. Günstige Preis- / Leistungsverhältnisse locken vor allem Einsteiger auf die Sitzbank. Tugenden mit denen auch GOES aufwartet. Allerdings haben wir es mit einem Halbliter-Eintopf zu tun, der nicht nur optisch eine gute Figur macht. Ordentliche Ausstattung, solide Verarbeitung und ein modernes Design rücken die ATVs weg vom China-Image der einst als Atlas angebotenen Modelle. Die Überarbeitung und gründliche Qualitätskontrolle des Importeurs JetsMarivent ist effektiv. Ein Beispiel: Die Elektrik stammt von Bosch, was die in Deutschland angebotenen ATVs betrifft, womit Sven Lietzow von JetsMarivent die Ausfallquote niedrig hält. Sowohl in der 15 kW starken VKP-Version, als auch in der für 800,- Euro Aufpreis erhältlichen LoF-Variante (23 kW) gibt es an der wasserfesten Verkabelung nix zu meckern. Auf dem wichtigsten Markt Europas – in Frankreich – gelangte man mit dem Konzept unter die ersten Zehn. Im Gegensatz zu den Allradfahrzeugen der Marke, fehlt natürlich das Frontdifferential. Die vier Dämpfer arbeiten mit Öldruck statt mit Gas und sind lediglich in der Vorspannung einstellbar. Das digitale Cockpit ist analogen Instrumenten gewichen. Ansonsten steht aber ein ausgewachsenes ATV vor uns, dass mit einem Kampfpreis ausgerüstet nach dem Einsteiger und Fortgeschrittenen schielt. 5.299,- Euro ist eine Hausnummer!

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Optisch erinnert der 520er etwas an den Bären von Yamaha. Dennoch trägt das Fahrzeug die Handschrift der europäischen Designer, die die GOES-Modelle gründlich überarbeitet haben. Besonders angenehm fällt die bequeme Sitzbank auf, welche den Eintopf wirklich für längere Touren brauchbar macht. Ausgewachsene Menschen finden ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit. Die Bedienelemente sind gut erreichbar. Übrigens dem Klassenstand angepasst, solide Qualität wie wir sie an vielen ATV verschiedenster Marken finden. So springt das Testfahrzeug auch willig an und der dicke Zylinder blubbert satt aus dem Stahlendtopf. Weich abgestimmt und mit sanfter Leistungsentfaltung setzen wir uns in Bewegung. 288 Kilo plus Fahrer brauchen etwas Schwung, um in schnelle Bewegung zu kommen. Dafür lässt sich das ATV aber spielerisch lenken und manövrieren. 19 Liter im Tank laden zur Tour ein, wo Rasen ohnehin out ist. Also, über enge Sträßchen und verwinkelte Landstraßen unterwegs. Das macht Spaß! Hier vermissen wir den Allrad ohnehin nicht. Lediglich eine Starrachse, weil die Einzelradaufhängung hinten in den engen Kurven etwas einknickt naturgemäß.

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Aber, wer will mir einem ATV schon nur auf Asphalt unterwegs sein? Obwohl – es gibt den 520er auf Wunsch mit Straßenpellen. Na gut, auf dem Testfahrzeug ist die Geländebereifung aufgezogen. Diese bietet auf Wald-, Feld-, und Forstwegen guten Vortrieb. Über Hindernisse wie Schlaglöcher, Bodenwellen und Wurzelwerk geht der GOES solide und ohne Murren hinweg. Dank einer günstig abgestimmten Untersetzung des Getriebes im L-Gang meistern wir auch satte Steigungen. Schwung und Körpereinsatz eines erfahrenen Piloten bringen den Boliden noch ein ganzes Stück weiter. Die erleichterte Vorderachse birgt gewisse Vorteile. Wird es allerdings weich von unten, ist ackern angesagt und der Po muss weit nach hinten auf die Sitzbank. Grenzen finden sich an schlammigen Steigungen: Hier schieben die durchdrehenden Räder seitlich weg. Dennoch überrascht das IRS-Fahrwerk mit hoher Geländegängigkeit und einer durchgehenden Bodenfreiheit von 27 Zentimetern sowie einem kompletten Unterfahrschutz. Die Hinterräder drehen synchron und ein Reifen findet immer Grip. Im Trialtempo verwinden sich die Achsen hervorragend. Bergauf zieht der Einzylinder untersetzt ordentlich durch, stellt bergab eine mittlere Motorbremskraft bereit. Ach ja: Bremsen. Die vorderen und die hintere Scheibe lassen sich getrennt per Handhebel betätigen, die Bremswirkung ist gut.

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Der Hecktriebler von Goes ist ein Universaltalent, ein echter Allrounder. Der verlockende Preis für ein ATV mit solider Ausstattung – sogar Alu-Felgen stehen im Serienheft – lässt genauer hinsehen. Wer nicht oft oder unbedingt im schwersten Gelände unterwegs sein will oder muss, kann locker auf den Allrad verzichten. Gedankt wird einem das durch merkbar weniger Verbrauch und leichtem Handling. Die gebotenen Fahrwerkseigenschaften reichen immer für eine ausgedehnte Off-Road-Tour und erstaunliche Trialeinlagen. Wer aufrüsten möchte, kann in eine Seilwinde investieren, die JetsMarivent im Zubehör anbietet.

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Technische Daten

Motor

Motor: Flüssigkeitsgekühlter 4-Takt-Motor, SOHC

Hubraum: 493 ccm

Bohrung x Hub: 87,5 x 82 mm

Dichtungsverhältnis: 10,2:1

Kupplung: 2 x 4

Antrieb: Automatik (CVT) mit P/R/N/H/L

Starter: Elektrisch / Seilzugstarter

Zündung: CDI

Kühlsystem: Flüssigkeitsgekühlt

Kraftstoffzufuhr: Mikuni BSR36 Vergaser

Max. Drehmoment: 30 Nm bei 4.500 U/min.

Fahrwerk

Länge: 2.120 mm

Breite: 1.170 mm

Höhe: 1.230 mm

Radstand: 1.290 mm

Sitzhöhe: 920 mm

Bodenfreiheit: 288 mm

Trockengewicht: 288 kg

Tankvolumen: 19 l

Kraftübertragung / Antrieb: 2x4, Kardanwelle

Bremse vorne: Hydraulische Scheibenbremsen

Bremse hinten: Hydraulische Scheibenbremsen

Federung vorne: Hydraulisch

Federung vorne: Doppelte Dreieckslenker, Federbein mit einstellbarer Federvorspannung

Federung hinten: Doppelte Dreieckslenker, Federbein mit einstellbarer Federvorspannung

Stoßdämpfer hinten: Hydraulisch

Vorderreifen: 25 x 8-12

Hinterreifen: 25 x 10-12

Gepäckträger vorne: 35 kg

Gepäckträger hinten: 70 kg

Anhängelast: -

Felgen: Aluminiumfelgen

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