In Windeseile
Nicht nur auf den Hund, sondern auch auf's Vierrad sind die Mitglieder des "Windhundrennvereins Dreiländereck" aus Stolberg gekommen. Mit einfachsten Mitteln und einem ATV erleichtern sich die Tierfreunde die Arbeit an ihrer Rennbahn.
"Die Sandbahn muss glatt sein", sagt Rennleiter Franz-Josef Gillet. "Wenn die Strecke stark zerfurcht ist, sind die Hunde langsamer und es besteht Verletzungsgefahr." Fast jedes Wochenende kommen zahlreiche Windhund-Besitzer mit ihren wertvollen Tieren in die Eifel, weil die Stolberger Sandbahn unter Kennern als topp-gepflegt gilt. Teilweise legen sie für das Training bis zu 300 Kilometer zurück. Ein guter Ruf, der verpflichtet. Seit 30 Jahren richtet Gillet die Bahn von Hand her. "Mit Bitumenschiebern aus dem Baumarkt. Ein schweißtreibender Job!" Auch bei Wettkämfen und während des Trainings muss der Sand in den Pausen geglättet werden. Vier Leute sind damit mindestens eine halbe Stunde beschäftigt. An einem gut besuchten Trainingstag hetzen ein bis fünf Hunde pro Durchgang zwei Runden hinter einem künstlichen Hasen her. Nach etwa acht bis zehn Durchgängen ist das 380 Meter lange Oval stark aufgewühlt. Bei trockener Witterung noch schneller. Wichtig sind aber gleichbleibende Bedingungen, um die Zeitnahme oder gar Wettkampfergebnisse nicht zu verzerren. Schließlich laufen die Greyhounds, die wohl bekannteste Windhundrasse, bis zu 80 km/h schnell, die langhaarigen Afghanen etwa 50 bis 60 km/h.
Kürzlich stieß eines der Vereinsmitglieder auf die ATVs. "Mehr oder weniger zufällig", berichtet Hans Ohlef, der seinen Nachbarn mit ATV zur Probearbeit auf den abseits liegenden Rennplatz gebeten hatte. "Ich habe mich einfach mal erkundigt, ob so ein ATV für unsere Bahn geeignet sein könnte", so der Besitzer von zwei Afghanen. Und siehe da - es klappt! "Nie mehr von Hand!" kündigt Rennleiter Gillet an. Eine einfache Gittermatte aus dem Betonbau nimmt die eingesetzte AEON Overland locker ins Schlepptau. Mit Gurten wird das ungewöhnliche Hilfsmittel an die Anhängerkupplung des LoF befestigt, Untersetzung rein und los geht's. "Drei Runden und die Strecke ist glatt wie nie zuvor!"
Ein überwältigendes Ergebnis. Es müssten noch ein paar Anpassungen vorgenommen werden, aber im Großen und Ganzen ist der Einsatz des ATVs für die Zukunft beschlossene Sache. Darin sind sich die Vereinsmitglieder einig. Franz-Josef Gillet, der Perfektionist in der Bahnpräparation ist begeistert: "30 Jahre haben wir das per Hand erledigt." Vorbild sind die berühmten Rennstrecken in Großbritannien und in den USA. "Um das optimal hinzukriegen, ist viel Einsatz, Arbeit und Pflege notwendig, die viel Freizeit fordert." Vor allem die vier um 20 % überhöhten Kurven brauchen besonderes Augenmerk.
Bald wird es etwas leichter für Gillet und seine Helfer. Nicht nur das der Sand optimal geglättet wird, die Geländebereifung lockert ihn zuvor noch gut auf, statt - wie bisher - von den Tritten der Helfer verdichtet zu werden. Ein weiterer Vorteil: Der Sportplatz liegt abgelegen auf einem Hügel, ringsrum Felder und Waldstücke. Sämtliches Material muss von seinem Lager in einem Gehöft über die Wirtschaftswege angekarrt werden. Demnächst wird auch der Job mit einem ATV erledigt. Anhänger dran und los geht's. Sprit für die Seilwinde, die Kunsthasen und weitere Hilfsmittel sind schnell vor Ort. Das schont auch die PKWs. Der Hasenzug erfolgt über Rollen, wird demnach Schlepphase genannt und wird von einem VW-Standmotor angetrieben. Ausgelegt wird der Hase üblicherweise mit dem Motorrad, welches das Seil zweimal um die Strecke spannt. Aber das könnte sich bald auch noch ändern.
Die Winhundfreunde liefern uns ein weiteres Anwendungsbeispiel für ATVs. Mit einfachen Mitteln sparen sie nicht nur wertvolle Trainingszeit, sondern haben noch mehr Spaß als bisher ihre Rennbahn zu gestalten. Wer Interesse hat, schaut mal rein: www.wdestolberg.2page.de
Text: Ralf Wilke
Fotos: Ralf Wilke, Stephan Henn, www.bilder-aller-art.de
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