Das hat Spaß gemacht!

Geschrieben von am 30. September 2017 in Allgemein

Klangvolle Namen: Die 24 Stunden von Le Mans, 12-H Pont de Vaux, Six-Days – sie alle verblassen zur Bedeutungslosigkeit. Denn nur wer je mit 50 ccm stundenlang durch schweres Gelände musste, weiß, was wirkliche Schinderei ist.

„Die Härte“: Mit 50ccm durch die Südheide.

Die Bedingungen sind hart, nahezu unmenschlich: Euer Quad darf maximal 50 ccm Hubraum aufweisen, was in der Regel eine gewisse „Größe“ des Fahrzeugs zur Folge hat. Zumindest haben die Organisatoren ein Einsehen, was die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer betrifft und erlauben Teams von maximal drei Fahrern, die von zwei Mechanikern – da ahnt man wohl, was auf das Material zukommt – unterstützt werden. Das Mindestalter beträgt sechs Jahre, was wiederum einen jugendfreundlichen Einstieg gewährleistet. Für die 4,2 Stunden Plackerei und zwei Trainingseinheiten waren nur 50,- Euro pro Team zu entrichten. Ein günstiger Spaß, vor allem für Familien und wenn man bedenkt, was der Vergnügungspark alternativ gekostet hätte.

Familiensache: Vor dem Start nochmal Kräfte sammeln.

Die körperlichen Anforderungen und die Materialschlacht kann man angesichts des günstigen Preises und dem niedrigen Einstiegsalter schnell ausblenden. Väter und Söhne / Töchter fanden schon immer Gefallen daran, endlich mal wieder was gemeinsam zu tun und sich im sportlichen Wettkampf zu messen. Klar ist auch, dass bei einer solchen Sache nicht so ganz ernst mit den härtesten Bandagen gekämpft wurde. Durchweg schauten Organisatoren vom Offroadpark Südheide und die Gäste in schmutzige, aber grinsende Gesichter.

Für Klein und Groß

„Fuffziger“ sind ja durchaus in einer Größe zu haben, die auch den kleinsten Fahrern passt. Und so fanden sich auch reine Kinder-Teams, die alles gaben. Platz 5 ging zum Beispiel an zwei 10-jährige Jungs, deren gleichaltriger Freund krankheitsbedingt zum Zuschauen verdammt war. Die Papas waren als Schrauber eingeteilt. Stolze 147 Runden schafften die jungen Pistenräuber. Sieben Runden mehr und den 4. Platz schaffte ein Team aus Mädchen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren. Alle Achtung! Bemerkenswert auch die Leistung manches Erziehungsberechtigten. Sei es einerseits den erwachsenen Körper auf eine 50-Kubik-Maschine zu falten, andererseits die Teamleistung einen aktuellen Fragebogen aus der Fahrschule fehlerfrei auszufüllen. Das oblag dem jeweils ältesten im Team. Wenn das nicht gelang, folgte die „Strafe“ auf dem Fuße: pro falscher Antwort musste das Teammitglied zwei Runden um das Empfangsgebäude drehen, bevor es endgültig auf die Strecke gehen konnte. Eine sehr lustige Einlage im Regelment.

Rennsport vom Feinsten: 4,2 Stunden von Wesendorf haben es in sich!

Es gab keine Verletzten, da der Spaß an erster Stelle stand. Dennoch kämpften alle Fahrer von ganz Klein bis ganz groß „verbissen“ um den Sieg.
Im Fahrerlager herrschte Kameradschaft und bei Problemen half man sich selbstverständlich gegenseitig. Auch mit Werkzeug und Ersatzteilen. Eine tolle Randerscheinung, von der sich manch große Serie eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Das nicht allein der Erfolg im Vordergrund stand, zeigte sich am Ende bei der Siegerehrung und der launigen Grillparty. Das Wetter und die bestens präparierte Piste taten ihr Übriges zum Erfolg der siebten Auflage der 4,2 Stunden von Wesendorf.

Die Teilnehmer gaben alles! Auch körperlich 🙂

Das Resümee alle Teilnehmer lautet: „Das hat Spaß gemacht!“ Und die Organisatoren rund um Sabine Schulz vom Offroadpark Südheide haben die 8. Veranstaltung bereits in Aussicht gestellt.
Ach ja – für die Statistik:
Der 1. Platz mit 207 Runden erreichte das Team „ Die Offroadcrew“ mit 207 Runden,
Platz 2 ging mit 203 Runden an das Team „Low Budget Racing Team“
und die „ Testfahrer“ wurden Dritte mit 170 Runden.

Kameradschaft: Man half sich in jeder Lebenslage.

Und zu guter Letzt läuft sogar manche Errungenschaft aus dem Netz noch. Das schaffen etliche Dakar-Maschinen für tausende von Euros nicht. Selbst nach einem Flachköpper in einer der zwei Wasserdurchfahrten konnte die 50er vom Team „Buggystammtisch 3. Versuch“ wieder flott gemacht werden. Erst eine Zylinderkopfdichtung brachte das Aus.

Zähe Kisten: Die 50er verzeihen sogar Flachköpper!

Text: Andreas Matthes; Ralf Wilke
Fotos: Andreas Matthes

 

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