Dakar ist machbar

Gut vier Wochen liegt die 2016er Ausgabe der berühmten Rallye nun zurück. Inzwischen sind die Fahrer wieder in ihren Rennställen zu Hause. So auch Juan-Carlos Carignani von Black Forest Powersports aus Freiburg. Ein Rückblick und Infos aus dem Nähkästchen.

Juan-Carlos Carignani: Zum 4ten Mal bei der Dakar.

Juan-Carlos Carignani: Zum 4ten Mal bei der Dakar.

Juan-Carlos Carignani ist ein Wiederholungstäter. Bereits zum 4. Mal startete der Black-Forest-Quad-Pilot in der Quadklasse der Rallye Dakar. Auf der Facebook-Seite des Freiburger Unternehmens stand der Sportfahrer wochenlang im Fokus. Quasi live konnte man Erfahren, was alles zur Vorbereitung einer solchen Marathon-Rallye nötig ist und weiterhin tagesaktuell den Rennverlauf miterleben. Das ganze ist übrigens immer noch online und für jeden Fan wärmstens zu empfehlen.

Auf der Facebookseite von BFQ ist die Dakar im Tagebuchstil verfolgbar.

Auf der Facebookseite von BFQ ist die Dakar im Tagebuchstil verfolgbar.

In erster Linie freute sich das Team über die perfekt vorbereitete Yamaha Raptor. „Die auf vielen tausend Rennkilometern gesammelten Erfahrungen fließen direkt in den Umbau unserer Rennfahrzeuge“, erzählt uns Team-Chef Rainer Hug.  So starteten die Schwarzwälder wieder mit einer hauseigenen Rallye-Version der 700R. Die lief wie ein Uhrwerk und konnte am Abend im Biwak meist ohne großen Wartungsaufwand rasch wieder für den kommenden Tag hergerichtet werden.

Abends im Biwak: Die Wartungsarbeiten an der Yamaha.

Abends im Biwak: Die Wartungsarbeiten an der Yamaha.

Technik die hält ist das „A“ und „O“ auf der Dakar, angesichts der teils enormen Tagesleistungen. Schon die erste Wertungsetappe führte rund 450 Kilometer über Pisten. Fast nochmal so viele Kilometer sind als Überführungsetappen zu bewältigen! An EINEM Tag wohlgemerkt! Die weiteren Etappen sind ähnlich konfiguriert und fordern Mensch und Maschine aufs Äußerste.

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Technik, die begeistert

Wichtig ist dabei ein funktionierendes und topp abgestimmtes Fahrwerk, welches teils exklusive Zubehörlieferanten bereitstellen. Die Entwicklung und Optimierung der notwendigen Komponenten geschieht aber in Freiburg. „Wir liefern die notwendigen Einstellwerte in der Regel mit“, so Rainer, der mit seinem Team bei etlichen Offroad-Veranstaltungen die beste Abstimmung ermittelt. Das Gelände der bekannten Offroad-Camps bietet dazu die besten Voraussetzungen. In der Bourgogne befindet sich die wahrscheinlich einzige Piste in Europa, wo Rallye-Fahrzeuge unter realen Bedingungen getestet werden können. Breite, lange Strecken, die Vollgasfahrten erlauben.

Auf rund 70 PS steigerte das Dakar-Team aus Baden-Württemberg ihren Saurier. Der 700er bietet die höchste PS-Leistung pro Kilogramm unter den Rennfahrzeugen der Quadklasse. Bereits mehr als 20.000 Rennkilometer im Einsatz, strotzt das Setup geradezu vor Performance und Zuverlässigkeit! Aber auch beim Motor-Tuning stand die Durchhaltefähigkeit des Triebwerks auf Seite 1 im Lastenheft der Spezialisten.
Vom Vorjahresmodell gibt es hier einen ausführlichen Test.

 

Die Dakar: Fordert mensch und Maschine gleichermaßen bis an die Grenze.

Die Dakar: Fordert mensch und Maschine gleichermaßen bis an die Grenze.

Schließlich gilt es nicht nur die erwähnten Distanzen von bis zu 900 Kilometern durchzuhalten, sondern auch Höhenunterschiede zu verkraften. So laufen viele Streckenabschnitte in Höhen von über 4.000 Metern. Der „Rappen“ hatte im Vorfeld etliche Prüfstandkilomter zu bewältigen, bis Rainer zufrieden war. Am Ende stand der optimale Mix aus Leistung und Standfestigkeit auf den Rädern, was nicht nur der Konkurrenz gehörigen Respekt abverlangte. Die Patronelli-Brüder aus Argentinien – Sieger der diesjährigen Ausgabe – wollten schon sehr früh wissen, was es mit dem Einzylinder aus Deutschland auf sich hat. Das Juan-Carlos damit schnell unterwegs war, blieb der Fachwelt und den Medien nicht verborgen, während die drei Topfahrer Sonic, Casale und Madeira mit ihren neuerenn 700er Yamaha-Motoren komplette Motorschäden erlitten.

Glück und Unglück liegen dicht beieinander

Die 7. Etappe konnte der sympathische Argentinier mit Wohnsitz in Deutschland für sich entscheiden. Erster und damit Platz 13 am Start des folgenden Tages. Ein respektables Ergebnis. Denn ähnlich der Tour de France im Radsport, ist auch ein Etappensieg bei der Dakar schon ein dicker Pluspunkt im Motorsportlichen Lebenslauf. Hört Euch an, was Juan-Carlos selbst dazu sagt. Er spricht später auch auf Deutsch!


Leider musste Juan-Carlos die Dakar auf der 12. Etappe beenden. Höchstwahrscheinlich aufgrund der extremen Hitze, wie er heute resümiert. Jedenfalls wurde er während der Fahrt bewusstlos, beim dadurch resultierenden folgenden Unfall aber zum Glück nicht verletzt. Aufgrund seiner starken Dehydration wurde er aber mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Für Rainer und das Team bei allem Pech aber immer noch eine wertvolle Erfahrung.

Lange im Sattel: Die Etappen sind oft bis zu 900 km lang.

Lange im Sattel: Die Etappen sind oft bis zu 900 km lang.

Das Rennen – auch für Euch

Erfahrung, wovon auch Ihr profitieren könnt! Das Black Forest Quad/Powersports Team bietet Euch nämlich Dakar-Fahrzeuge und Service! Rainer Hug und das erfahrene Rallye-Team haben ein Konzept entwickelt, dass EurenTraum wahr werden lassen könnte. Das entsprechende Rennfahrzeug (700er Yamaha Quad bzw. YXZ 1000 SXS) kann man auch mieten. „Durch den Service bei der Dakar für gleich mehrere Yamaha-Fahrzeuge lassen sich die Kosten erheblich senken“, sagt Rainer und verweist darauf, dass zum Beispiel der obligatorische Mechaniker schon 8.000 Euro „Nenngeld“ kostet. Diese Kosten halbieren bzw. dritteln sich bei zwei oder drei zu betreuenden Fahrzeugen. So schnürt Black-Forest-Quad ab rund 20.000,- Euronen (plus Fahrzeug) ein Paket, welches die Dakar-Teilnahmegebühr, das Service-Fahrzeug und einen Mechaniker für einen Teilnehmer enthält. Unterstützung gibt’s auf Wunsch auch bei der Vorbereitung und bei den Rennen.

Die Dakar ist der Traum vieler Motorsport- und Offroad-Fans.

Die Dakar ist der Traum vieler Motorsport- und Offroad-Fans.

Text: Ralf Wilke
Fotos: BFQ

Impressionen von der Dakar 2016

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