In Bewegung bleiben

Geschrieben von am 10. Dezember 2015 in Allgemein

Der Winter ist da. Einige Quadfahrer stellen Ihre Maschinen in die Garage und verabschieden sich vom Fahrspaß bis zu den ersten wärmeren Tagen im März oder April. Andere können es gar nicht abwarten, sich mal richtig im Schneegestöber auszutoben.

Manche wollen Ihr Vierrad vielleicht auch sinnvoll einsetzen und der Schnee-und Eisglätte den Kampf ansagen. Die Industrie stellt dazu das passende Gerät bereit. Wir haben uns mal bei den Winterdienst-Profis einer Straßenmeisterei vorgestellt und Winterzubehör für ATV und UTV  einem direkten Vergleich unterzogen.

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Mobilität ist der Motor unseres modernen Lebens. Gerät der Strom von Mensch und Material ins Stocken, ist Chaos vorprogrammiert. Wie sich bereits kleinste Verzögerungen im persönlichen Vorwärtsdrang auf das Befinden auswirken, kennt jeder aus eigener Erfahrung. Da reichen bereits ein oder zwei Kilometer Stau auf der Autobahn, oder eine zu lange Rotphase an der Ampel, um einem die Laune zu vermiesen. Aber das sind tatsächlich Peanuts im Vergleich zu dem, was ein schneereicher Winter mit sich bringen kann. Die Horrormeldungen von eingeschneiten Zügen oder Stillstand auf Autobahnen über viele Stunden kennen wir aus der Vergangenheit zur Genüge. Von persönlichen Einzelschicksalen abgesehen, können durch winterbedingte Störungen im Verkehrswesen auch volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe entstehen. Leider stehen dem nur ein Bruchteil an Finanzmitteln entgegen, um durch entsprechende Maßnahmen ausgleichen zu können.

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Der Unterhalt der klassifizierten Straßen liegt in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer. Die müssen mit den zugewiesenen Mitteln auskommen. Allerdings werden diese Mittel immer weniger, obwohl die Steuereinnahmen vor allem durch die eigentlich zweckgebundenen Steuern wie Mineralölsteuer, Kraftfahrzeugsteuer und vor allem Mautgebühren in den vergangenen Jahren immens gestiegen sind. Aber das ist Politik, die der Normalbürger ohnehin nicht versteht. Die Länder unterliegen also einem Sparzwang, der sich vor allem auf den allgemeinen Zustand des Verkehrswegenetzes auswirkt. Den daraus resultierenden schleichenden Verfall unserer Straßen erleben wir Tag für Tag auf dem Weg zur Arbeit, oder eben auf der Feierabendrunde mit dem Quad. Zugegeben, die grobstollig bereiften ATV-Freunde sehen die Problematik sicher etwas entspannter, aber so viel steht fest: Ein funktionierendes und vor allem belastbares Straßennetz ist für uns alle extrem wichtig.

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Profession und Leidenschaft

Die Unterhaltung, also der Erhalt und Instandsetzung der klassifizierten Straßen in Deutschland ist Sache der einzelnen Bundesländer. Die zuständige Behörde in Rheinland-Pfalz zum Beispiel heißt „Landesbetrieb Mobilität“. Die in Koblenz beheimatete Verwaltung mit dem Programm im Namen ist auch unsere erste Anlaufstelle, um unsere Bitte zur Unterstützung bei der Arbeit zu unserem Winterdienst-Beitrag vorzutragen. Völlig unbürokratisch und freundlich erhalten wir von der Pressestelle die Zusage, dass wir uns selbstverständlich direkt mit den Winterdienst-Profis einer Straßenmeisterei zum Informationsaustausch und zum Praxistest  mit unseren „Kleingeräten“ verabreden können.

Viele Möglichkeiten: Mit so einer Ausrüstung wäre man für jeden Fall bestens gewappnet.

Unseren Fototermin haben wir auf einen Samstag gelegt, vor allem um den laufenden Betrieb nicht zu stören. Freundlicherweise hat uns Andreas Schwarz, der seit mehr als 20 Jahren Mitarbeiter der Straßenmeisterei ist und die Anforderungen an einen professionellen Winterdienst bestens kennt, an seinem freien Tag mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Zu Demonstrationszwecken hat Andreas uns einen zweiachsigen LKW mit Streusalzbehälter und Schneepflug, sowie einen gerade neu angeschafften Geräteträger Unimog mit einem Streuautomat der neuesten Generation und Schneeschild vorbereitet. Wir bringen zum direkten optischen Kräftemessen ein UTV und ein ATV im Winterdienst-Ornat mit.

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Und wieder mal: Auf die Größe kommt´s nicht an? Wer´s glaubt.

Der Yamaha Rhino steht stellvertretend für die boomende Fahrzeugklasse der „Side-by-Side“ oder eben auch als UTV bezeichnete Nutzfahrzeuge mit Freizeitwert. Der niederländische Zubehörspezialist Schuurman BV stellt uns den Rhino mit praktischem Winterzubehör aus dem eigenen Programm zur Verfügung. Ausgestattet mit einem Schneeschild der Marke Cycle Country mit einer Hebevorrichtung per Seilwinde und einer geschlossenen Fahrerkabine inklusive Innenraumheizung bietet sich das Fahrzeug auch schon für länger dauernde Einsätze an.

Beispielhaft: Der Yamaha Rhino in vollem Winteroutfit. Schneeschild und weiteres Zubehör gibt es auch für viele andere UTV-Modelle.

Ein klassisches ATV mit Schneeschild für den schnellen Einsatz gegen örtliche Schneeansammlungen liefert uns Goes-Importeur Sven Litzow, der mit der 525i 4×4 den typischen Allrounder mit guter Ausstattung im Programm hat. Schnee räumen ist die halbe Miete, aber ein kompletter Winterdienst umfasst auch die Salzstreuung. Deshalb haben wir vom Fachhändler für Kleingeräte, der Firma Jansen-Versand aus Emlichheim, einen Streuanhänger angefordert.

Reales Szenario: So könnte fast jeder ATV-Besitzer sein Fahrzeug ausstatten.

Zunächst lauschen wir aber den Ausführungen von Andreas, der uns mit dem Ablauf eines professionellen Winterdiensteinsatzes vertraut macht. „Die Straßenmeisterei Neuwied betreut gut 460 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Den Winterdienst erledigen wir mit 20 Mann in drei Rufbereitschaftsgruppen und 5 eigenen Fahrzeugen. Dazu können wir auf zwei weitere Fremdunternehmer-LKW zurückgreifen, dann muss es aber schon ordentlich schneien. Wir streuen grundsätzlich nur Feuchtsalz, das wir als FS30 bezeichnen. Das heißt, das wir das Trockensalz mit 30 Prozent flüssigem Natriumchlorid oder Kalziumchlorid anfeuchten. Die Tanks für das Flüssigsalz befinden sich links und rechts neben dem Silo. Die Vermischung findet erst direkt am Streuteller statt, damit wird eine Verklumpung verhindert. Der größte Vorteil des Feuchtsalzes ist, das es besser auf der Fahrbahn haftet und den Auftauprozess beschleunigt.

Nicht auf Augenhöhe: Mit den Fahrzeugen und Geräten der Winterdienst-Profis kann kein ATV oder UTV mithalten.

Wer schon mal hinter einen Streufahrzeug hergefahren ist, meint sicher, dass wir Unmengen Salz auf die Straße werfen. Das täuscht allerdings. Die Streuautomaten sind vollgestopft mit Mess- und Regeltechnik, mit deren Hilfe wir die Streumenge exakt einstellen können. Der Salzverbrauch wird in Gramm pro Quadratmeter berechnet, wobei in der Regel zwischen 5 und 10 Gramm ausreichen. Im letzten Winter haben wir in unserem Bezirk rund 1000 Tonnen Salz verbraucht. In der Saison 2010/2011 waren es fast 3000 Tonnen. Daran sieht man, wie unberechenbar der Winter sein kann. Allerdings sind wir bestens vorbereitet. Dabei können wir auf umfangreiche Wettervorhersagedaten und die Daten von Glättemessanlagen zurückgreifen. Unsere Vorhersagen sind sicher exakter, als die bei der Formel 1 und mindestens genauso schnell.

Die richtig Großen

Für unser Duell „David gegen Goliath“ hätte die Straßenmeisterei uns gern den kompletten Winterdienstfuhrpark gezeigt. Allerdings lässt der Winter auf sich warten. Solange keine längere Frostperiode mit Niederschlägen zu erwarten ist, werden die LKW und Geräteträger natürlich anderweitig eingesetzt. Der Umbau lediglich für unseren Fototermin wäre viel zu aufwendig geworden und hätte hohe Kosten verursacht. Trotzdem konnten die Mitarbeiter uns einen älteren, aber funktionstüchtigen LKW entsprechend mit Wintergerät aufbauen.

So muss Winterdienst: Der Mercedes hat zwar schon ein biblisches Alter, aber wenn es drauf ankommt, kann er immer noch was bewegen.

Zu unserem Glück befand sich auch gerade ein nagelneuer Unimog auf dem Betriebshof, der mit einem neuen Streuautomaten ausgerüstet war. Mitarbeiter Andreas Schwarz erklärt uns die Technik der beiden Winterdienstfahrzeuge. „Der Mercedes-LKW hat sein Verfallsdatum eigentlich schon überschritten, aber solange da nichts gravierendes kaputt geht, läuft der noch prima mit im Winterdienst. Der Streuautomat hat einen eigenen Antriebsmotor und fasst mit dem Flüssigsalz zusammen über acht Tonnen. Die Technik ist zwar nicht Stand der Dinge, aber entspricht voll und ganz den Anforderungen.

Viele Möglichkeiten: Mit so einer Ausrüstung wäre man für jeden Fall bestens gewappnet.

Der Unimog U-400 ist dagegen gerade neu beschafft worden. Auch der Streuer ist nagelneu und wartet auf seinen ersten richtigen Einsatz. Die Ladekapazität ist mit 4,5 Tonnen zwar um einiges geringer, aber die Effizienz der aktuellen Technik macht das locker wett. In der Regel können wir auch bei Geschwindigkeiten um die 60 km/h die Streumenge exakt auf die Straßenbreite einstellen, so können wir auch bei stärkerem Schneefall unsere geplanten Umläufe schaffen. Es muss schon richtig dick kommen, wenn wir es mal nicht hinbekommen zum morgendlichen Start des Berufsverkehrs alle wichtigen Straßen befahrbar zu machen.

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Stand der Dinge: Ein Streuautomat verfügt heute über die neueste Mess- und Regeltechnik.

Wenn unsere Wetterdaten entsprechende Glätteprognosen ergeben, wird ein Winterdienstfahrzeug ab 02:00 Uhr zur Kontrolle an exponierte Lagen im Bezirk geschickt. Sollte dann tatsächlich großflächig ein Winterdienst notwendig sein, werden die Kollegen zur Unterstützung gerufen. Eine Rufbereitschaft garantiert, das die erforderliche Mannschaft einsatzbereit ist. Auch wenn es teilweise schon an die Substanz einiger Kollegen geht, der Winterdienst ist unsere wichtigste Aufgabe, da stehen wir alle zu und geben unser Bestes.“ Vor so viel Berufsehre können wir uns nur verneigen und danken allen Winterdienstfahrern schon mal vorsorglich für einen gut gemachten Job im aktuellen Winter.

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Winterdienst für Zwei

Yamaha´s Rhino war bei der Markteinführung der Kracher. In ganz Europa wurde das „Sports Utility Vehicle“ als völlig neue Offroad-Offenbarung gelobt. Zwischenzeitlich haben die Mitbewerber den sportlichen Ansatz neu definiert. Yamaha hat den Utility-Charakter des Rhino unbeirrt weiter ausgebaut. Das eigene Zubehörprogramm ist vollständig und erprobt. Ganz klar, das auch Aftermarket-Produzenten auf das beliebte Side-by-Side anspringen und jedes nur erdenkliche Zubehör anbieten. Ein ganz Großer unter den Zubehörspezialisten ist die Niederländische Firma Schuurman BV. Die fackeln auch nicht lange, als wir wegen Testmaterial anfragen. „Winterzubehör für einen Rhino? Kein Problem! Und den Rhino liefern wir Euch gleich mit!“ Das ist Schuurman. So wie man mit der Presse umgeht, geht man auch mit den Kunden um. Probleme gibt es nicht. Und wenn, dann werden die gefälligst gelöst. So steht uns also ein komplett für die Schneeräumung ausgestattetes UTV zur Verfügung.

Das Schild stammt vom amerikanischen Hersteller Cycle Country, die vor über 30 Jahren den ersten Schneepflug für ein ATV entwickelt haben. Unser Testfahrzeug verfügt über ein recht breites Schild von rund 1,80 Metern. Damit lässt sich schon richtig was wegschieben, allerdings wird die Wendigkeit leicht eingeschränkt. Mit speziellen Anbauplatten lässt sich der Pflug an nahezu jedes UTV oder ATV montieren. Eine Seilwinde zum Heben sollte vorhanden sein. An der Rhino finden wir eine Kolpin-Winde, die der Aufgabe gewachsen ist. Ein tolles Feature ist die LED-Lichtleiste direkt am Schild montiert. 36 LEDs machen die Nacht zum Tag. Mit einem Schnellverschluss ist die Lichtleiste im Nu demontiert und dient dank dem langen Spiralkabel als Handleuchte. Die Verschleißschienen aus Stahl sind beidseitig verwendbar, zum Lieferumfang gehören außerdem zwei weitere Schienen. Die beiden Begrenzungsstäbe sind Zubehör, aber äußerst praktisch. Was den Rhino aber erst richtig wintertauglich macht, ist die geschlossene Fahrerkabine. Die einzelnen Komponenten wie Dach, Rückfenster, Frontscheibe und die nach vorn öffnenden Türen sind unabhängig voneinander zu verwenden. Die Frontscheibe ist in mehreren Stufen ausstellbar und verfügt über einen Scheibenwischer mit Waschwasser. Die Türen sind fast komplett durchsichtig, kleine Schiebefenster sorgen für Frischluft, zwei große Spiegel für Durchblick. Die Passform ist exzellent, keine Ritzen oder Spalten lassen sich ausmachen. Im Innenraum sorgt eine Gebläseheizung für wohlige Temperaturen. So lässt es sich stundenlang auch bei strengem Frost aushalten. Die Ladepritsche des Rhino könnte theoretisch auch Streusalz aufnehmen, das müsste dann aber von Hand gestreut werden. Praktischer ist da natürlich der Anhängestreuer, der dank der Anhängerkupplung von Schuurman auch an der Yamaha gute Dienste leisten kann. Im Gegensatz zum Wintereinsatz mit dem ATV findet in der Rhino auch  noch ein Beifahrer Platz, ohne zu erfrieren. Natürlich kann das UTV auch nicht wirklich in der Oberliga der Winterdienstfahrzeuge mitspielen, aber zum Räumen von Betriebsgeländen oder auch Parkplätzen von z. B. Baumärkten reicht es allemal. Alles was es sonst bei Schuurman gibt (und das ist eine ganze Menge) findet Ihr im Internet unter www.schuurmanbv.com.

 

Wendiges Räumkommando

Die ATV von Goes haben sich schon mehrfach bei unseren Tests und Einsätzen bewährt. Dennoch steht die G 525i hier natürlich stellvertretend für viele ATV auch von anderen Anbietern. Schneeschilder gibt es ebenfalls von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Hersteller, die sich auch in Ausstattung, Bedienung, Qualität und natürlich auch beim Preis erheblich unterscheiden können. Das Schneeschild an unserer Goes stammt von Iron Baltic, einer Firma aus Estland, die ein breites Angebot an Zubehör und Anbaugeräten bereit hält und glänzt durch gute Verarbeitung und einfache Handhabung. Vorausgesetzt ist eine Seilwinde zum Heben und Senken des Schilds, die 525 verfügt serienmäßig über eine solche. Manuell lässt sich der Räumwinkel nach beiden Seiten einstellen. Die maximale Räumbreite beträgt 1,30 Meter. Das Schild und der Anbaurahmen sind komplett pulverbeschichtet.

Die Montage ist denkbar einfach. Nur zwei Schrauben am Schubrahmen und der Haken der Seilwinde halten die Konstruktion stabil. Bei Nichtgebrauch kann das Räumschild platzsparend hochkant gelagert werden. Beim Praxistest fiel positiv auf, das das Schild über Verschleißschienen aus Kunststoff verfügt. Außerdem kann die Auflagehöhe mit zwei Gleitschuhen angepasst werden. Die Handhabung ist wirklich sehr einfach, die Bedienung mit der Seilwinde stellt ebenfalls keine großen Anforderungen. Gut gefallen hat uns ebenfalls der Anprallschutz-Mechanismus, der richtig grobe Schläge wegsteckt. In Punkto Wendigkeit ist das ATV mit dem relativ schmalen Schild unschlagbar. Wenn es eng wird in den Gassen, kann der große Winterdienst-LKW natürlich nichts mehr ausrichten. Das komplette Set mit fahrzeugspezifischer Anbauplatte kostet bei Goes 699,00 Euro. Für 749 Euro gibt es auch eine Variante mit 1,50 Meter Breite. Zurzeit bietet Goes auch ein Winterpaket zum Preis von 5.499,00 Euro an, das beinhaltet eben das Schneeschild und zusätzlich eine nagelneues Goes ATV G 520 F 4×4. Mehr dazu unter www.goeseurope.com.

 

DER Streuer

Schnee schieben ist beim großen Winterdienst nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist die korrekte Ausbringung von Auftaustoffen, also Streusalz. Das gilt manchmal auch für den kleinen Winterdienst im privaten oder betrieblichen Bereich. Also haben wir auch nach einem entsprechenden Gerät Ausschau gehalten. Fündig wurden wir bei der Firma Jansen GmbH, die haben einen Nachlaufstreuer im Angebot, der mit einer handelsüblichen Anhängerkupplung gezogen werden kann. Somit geeignet für jegliche Art von Zugfahrzeug, egal ob UTV, ATV oder Traktor. Der namenlose Streuanhänger ist natürlich auch als Düngerstreuer oder Saatstreuer zu verwenden. Über ein auf der Achse befindliches Ölbadgetriebe wird die Rotation direkt auf die Welle des Rührwerks im Streubehälter und den Streuteller übertragen. Die Auswurfgeschwindigkeit ist also geschwindigkeitsabhängig. Die Durchflussmenge kann ebenfalls per Hebel eingestellt werden. Der Antrieb lässt sich natürlich auch auskoppeln. Die Deichsel ist höhenverstellbar und passt somit an viele Zugfahrzeuge.

Wir haben den Streuer bis an die Kapazitätsgrenze befüllt und an der Yamaha Rhino und dem Goes-ATV ausprobiert. Durch den relativ mittig auf der Achse positionierten Trichter lässt sich der Anhänger auch befüllt noch gut an- und abkoppeln. Also auch von einer einzelnen Person leicht zu handhaben. Ein wenig umständlich ist die Bedienung aus dem UTV heraus. Man muss die Durchflussöffnung im Stand öffnen, dabei rieselt bereits das Streugut auf den Streuteller. Beim Anfahren entsteht also erst mal ein verstärkter Materialauswurf. Mit etwas Übung hat man das aber schnell im Griff. Der Hersteller gibt eine Streubreite von 3 Metern an. Wir haben locker eine Streubreite von über 8 Metern erzielt. Gut, geschwindigkeitsabhängig, da sind wir vielleicht ein wenig zu schnell angegangen. Aber auch das macht der Anhänger klaglos mit. Optimale Ergebnisse sind bei Schrittgeschwindigkeit zu erzielen. Auch unser Winterdienstfachmann Andreas war richtig begeistert von der Leistung des kleinen Gerätes. Allerdings sah er den Anhänger sofort in einem völlig anderen Einsatzgebiet. Er könnte sich den handlichen Streuer sehr gut zum Abstreuen von Ölspuren vorstellen. Bei dem geringen Leergewicht von nur 63 kg wäre auch die fehlende Straßenzulassung zu verschmerzen. Mit zwei Personen lässt sich das Gerät locker auf einen Transporter werfen. Auch der Preis von 449,00 Euro ist mehr als fair. Zu beziehen bei www.jansen-versand.de.

Kleinste Gemeinsamkeit: Ein ATV hat auch für den Arbeitseinsatz Schneeräumung eine Daseinsberechtigung.

Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz

Die früher als Straßenverwaltung bezeichnete Landesbehörde mit Sitz in Koblenz verfügt über acht regionale Dienststellen und ein Autobahnamt als reine Verwaltungsstandorte. Über das ganze Bundesland verteilt sorgen 57 Straßenmeistereien und 13 Autobahnmeistereien für Verkehrssicherheit und Erhaltung der Infrastruktur. Rund 4000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Auch die Überwachung des Flugverkehrs im Land gehört zu den Aufgaben der Behörde. Der Landesbetrieb Mobilität betreut 875 Kilometer Autobahnen, 2840 Kilometer Bundesstraßen, jeweils 7000 Kilometer Landes- und Kreisstraßen, sowie 1790 Kilometer an Radwegen. Außerdem sind im Anlagevermögen des Landes von rund 19 Milliarden Euro auch unzählige Bauwerke enthalten, darunter ca. 7500 Brücken und 29 Tunnel mit einer Gesamtlänge von neun Kilometern. Neben den unzähligen Tätigkeitsfeldern der Verwaltung ist die Arbeit des Betriebsdienstes eine enorm wichtige Aufgabe, insbesondere im Hinblick auf die Außendarstellung. Die Pflege und Erhaltung des Rheinland-Pfälzischen Straßennetzes ist ganz besonders wichtig für strukturschwache Gebiete wie Eifel, Hunsrück und Pfalz. Hunderttausende Berufspendler sind täglich auf befahrbare Straßen angewiesen, weil der öffentliche Nahverkehr nur unzureichend ausgebaut ist. Hier leistet der Betriebsdienst des Landes wertvolle Arbeit. Neben der Grünpflege in den Sommermonaten, in denen fast 35.000 Kilometer Randstreifen gemäht werden, ist die wichtigste Aufgabe der Winterdienst. Rund 1600 Mitarbeiter und etwa 380 eigene Fahrzeuge kommen dabei zum Einsatz. Darüber hinaus werden zusätzlich bis zu 220 Unternehmerfahrzeuge angemietet. Die 170 Salzlagerhallen und Silos bevorraten ca. 150000 Tonnen Streusalz, die aus deutschen und weiteren europäischen Salzbergwerken gewonnen werden. Bei der Ausbringung des Streusalzes kommt stets die neueste Technik zum Einsatz. Seit der Erfindung des Feuchtsalzes, übrigens durch einen Autobahnmeister aus Rheinland-Pfalz vor etwa 40 Jahren, hat sich der Winterdienst ständig verändert. Insbesondere der Aspekt des Umweltschutzes gewann dabei immer größere Bedeutung. Die Devise: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ berücksichtigt dabei aber auch die Belange der Verkehrssicherheit. Viele weitere Informationen zum Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz finden sich im Netz unter www.lbm.rlp.de. Aktuelle Infos zur Verkehrslage im Land hält das Mobilitätsportal unter www.verkehr.rlp.de bereit.

 

Text: Frank Meyer

Fotos: Frank Meyer, Landesbetrieb Mobilität RLP

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