Saison-Auftakt in der Oberlausitz

Der 1.Lauf zur diesjährigen endurance-masters  ist Geschichte. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt trafen sich knapp  100 ATV- und Quad-Fahrer im sächsischen Boxberg um die ersten Meisterschaftspunkte der 2015er Saison zu verteilen.

Endurance Masters: Auftakt in Sachsen.

Endurance Masters: Auftakt in Sachsen.

Die Iron-Man-Klassen der endurance-masters wurden 2015 vom DMV geadelt: Die Rennen sind seit diesem Jahr als Deutsche DMV-Meisterschaft ausgeschrieben und finden europäisch Beachtung. Vom Niederrhein, über Polen, Tschechien , Österreich, Slowenien und natürlich aus ganz Deutschland rückten am letzten Februar-Wochenende die Racing-Teams zur Saisoneröffnung in der Oberlausitz an,  um unter den markanten Kühltürmen des nahe gelegenen Kohlekraftwerkes auf dem Gelände des MC Jämlitz um Punkte, Pokale und Ehre zu streiten. „Es war deutlich härter, als ich es erwartet habe”, berichtet André Nowoisky, der sich in der Iron-Man-Klasse der Quadfahrer durchsetzte, nach dem Rennen. Bei endurance-masters geht’s in den Top-Klassen traditionell über drei Stunden. „Zweimal 1,5 Stunden  sind auch drei Stunden” erklärt der Organisator den überarbeiteten Modus. Jetzt kann man zweimal am Wochenende auf Punktejagd zu gehen. „Die Pause zwischen den beiden Läufen macht Dich fertig”, erklärt Seriensieger Michael Grimm, der nach dem Rückzug von Kawasaki, nun auf einer 1000er Renegade bei den ATVs um den Titel kämpft.

Iron-Man ATV

Zweikämpfe und Kameradschaft: Das zeichnet die "EM" aus.

Zweikämpfe und Kameradschaft: Das zeichnet die „EM“ aus.

Andreas Rosenlöcher war in Boxberg zur Titelverteidigung angetreten. Der Kampf ums Treppchen sollte jedoch härter werden, als von Rosi geplant. Jürgen Gröpl und Damian Kukovica zeigten schon nach wenigen Runden ihre Ambitionen und führten das ATV-Feld an. Die Technik spielte dem Österreicher allerdings erst mal einen Streich: Mit defektem Vorderachsgetriebe parkte „Jay” nach 5 Runden seine neue Scrambler. Rosi ergreift die Flucht nach vorn und holt sich den Sieg im 1.Heat vor Gröpls Temkollegen, dem Slowenen Damian Kukovica, der auf Gröpls letztjährigem Renngerät unauffällig auf Rang 2 die Siegerflagge sieht. Michael Grimm erstreitet sich nach dem Klassenwechsel das erste Podium. Der Suhler kommt auf der Can-Am als Dritter ins Ziel. „Ich habe wegen des langen Winters nur wenig trainiert”, beschreibt der Iron-Man seine Leistung. „Hoffentlich bleibt der Schnee in Thüringen noch lange liegen”, frozelt die Konkurrenz. „Der Micha ist schon demnächst wieder ganz vorn dabei.”
In der Pause zwischen den beiden Heats erlebt Jay Gröpl die Solidarität der endurance-masters-Gemeinde. Das konkurrierende MMX-Team hilft dem schnellen Österreicher bis zum Re-Start wieder auf die Sprünge. Jay übernimmt mit Wut im Bauch sofort die Führung. Nach einem Kontrollbesuch an der Box muss er die Konkurrenten erstmal ziehen lassen kämpft sich allerdings sehenswert wieder auf Rang zwei zurück. Teamkollege Damjan geht souverän die Führung. „Ich musste mich erst an das neue Fahrzeug gewöhnen” entschuldigt der Slowene seine Leistung im ersten Lauf, kann sich allerdings nach dem Saisonstart als erster Meisterschaftsleader feiern lassen.

 Iron-Man-Quad

 

Attacke vom Niederrhein:  Norbert Schatten auf seiner YFZ.

Attacke vom Niederrhein: Norbert Schatten auf seiner YFZ.

Nachdem die Kawasaki-Manschaft von Kai Weber in diesem Jahr nicht mehr im Sport antritt, wittert die Konkurrenz Morgenluft. „Es ist Zeit für einen Wechsel”, meint André Nowoisky, der mit zwei sauberen Laufsiegen klar die Tabellen-Spitze übernimmt. „Die Piste in Boxberg war vor allem im 2.Lauf wirklich selektiv”, erzählt der Yamaha-Fahrer. „In der letzten halben Stunde war ich wirklich platt”. Indiz für die Verschärfung der Streckenverhältnisse ist der Vergleich der Anzahl gefahrener Runden: Während André im ersten Umlauf 17 Runden schaffte, reduzierte sich diese Zahl im 2. Durchgang auf 15. Hinter Nowoisky entwickelte sich ein harter Fight zwischen Marko Dörfer, dem amtierenden Meister Marko Ketteritzsch und Michael Holland. Michael verlor im ersten Run eine Menge Punkte, als die Benzinpumpe seiner Kawasaki nach 11 Runden den Dienst verweigerte. Im zweiten Run läuft der Kawasaki-Fahrer als Zweiter ein. Mit die weiteste Anreise verzeichnete Quad-Urgestein Norbert Schatten und sein Sohn Steffen. Man überlege die komplette Serie zu fahren, planen die Rheinländer. „Die Pause zwischen Läufen ist heftig” resumiert Norbert, der übrigens in diesem Jahr zum 9. Mal beim großen Enduro in Le Touquet mit seiner 450er Yamaha am Start war.

Iron-Man Light

Light: Anna Eichner auf Gladiator.

Light: Anna Eichner auf Gladiator.

Rein zahlenmäßig waren in Boxberg wieder einmal die Light-Klassen am stärksten besetzt. „90 Minuten reichen zum Saisonstart” meinte Sandy Schulz, der den endurance-masters-Lauf in Boxberg als Training nutzte. Die Karten schienen bei den Quadfahrern verteilt. Niemand hatte mit den Polen Damian Rajczyk auf dem Schirm. Damian demonstrierte in der Sandwüste des Boxberger Motorsportzentrums echte Klasse. Mit 2 Runden Vorsprung auf Sandy Schulze wurde der Quad-Profi als Sieger abgewinkt. „Alle Achtung, als mich Damian überrundet hat, habe ich gemeint ich stehe.” Gratuliert auch Marius Kernchen, Dritter in der Light-Wertung.
Bei den ATVs gibt’s in diesem Jahr eine Neuerung: Die Einzylinder-Allradler stehen normalerweise gegen die großen 2-Zylinder auf verlorenem Posten und bekommen deshalb 2015 ihre eigene Wertung. Stephan Döbler holt sich auf einer Grizzly den Sieg vor Anna Eichner auf der Cectek Gladiator und Suzuki-Treiber Mathias Wagner. Die Zweizylinder-Wertung holt sich Alexander Sorge vor Michael Horn und Michael Thomas.

Youngster und Kids

Der Iron-Man: Michael Grimm nun auf ATV.

Der Iron-Man: Michael Grimm nun auf ATV.

Endurance-masters wertet 2015 die Kids- und Youngster-Klassen auf. Bei den 6-9-Jährigen gibt’s zum Rennlauf ein zusätzliches Training. Die Youngster gehen zwei Mal jeweils 30 Minuten auf die Strecke. Die Grippe-Welle, die derzeit in Deutschland grassiert, dezimierte auch die Kids-Klasse. Neo Meier holte sich auf der Apex die Maximalpunktzahl, bei den Viertaktern hatte Lenox Quellmalz die Nase vorn.
17 Youngster gingen in Boxberg zum ersten Schlagabtausch der Saison auf die Strecke. In der kleinen Youngster-Klasse holte sich der Vorjahres-Meister Platz 1 vor Kilian Enax und Paul Bebert. In der großen Youngster-Klasse konnte sich in der Addition der beiden Runs Philipp Beck vor Max Loose und Kevin Klimper durchsetzen.

Nächster Lauf in Jänschwalde

In knapp 4 Wochen geht’s bei endurance-masters weiter. Der Traditionslauf in den Kieferwäldern von Jänschwalde ist in diesem Jahr mit dem großen SXS und Buggy-Treffen kombiniert. Samstags finden die Läufe zur DMV-endurance-masters statt, am Sonntag ist das Gelände auch für die Buggys als Spielwiese freigegeben.

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Hier geht’s zu den Ergebnissen: http://endurance-masters.de/index.php/2-uncategorised/49-ergebnisse-boxberg15

Text und Fotos: vdm

 Weitere Termine:

2.Lauf    28. März 2015    MSZ Jänschwalde
(endurance-masters Club n.e.V. <http://endurance-masters.com> )

3.Lauf    18. April 2015    GROSSGLIENICKE
(MC Großglienicke <http://www.mc-grossglienicke.de/> )

4.Lauf    13. Juni 2015    KEMMLITZ
(MC Weiße Erde Kemmlitz <http://www.weisseerde-kemmlitz.de/> / Team Jack’s Garage)

5.Lauf    5. September 2015    STEINITZ
(www.mcv-steinitz.de) <http://www.mcn-steinitz.de>

6.Lauf    19. September 2015   NEIDEN
(MSC Pflückuff e.V. <http://msc-pflueckuff.de/> )

7.Lauf    10.Oktober 2015    LÜBBENAU
(MSC Jugend Lübbenau e.V. <http://www.msc-jugend-luebbenau.com/> )
 

 

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