Alles im Takt

Die Geschichte, die uns der Kölner Christian Schneider zu seinem Custom-Quad erzählt, ist geprägt von Zweitakt, Viertakt und Dreivierteltakt.

Als Vollblutmusiker weiß Christian mit Takten umzugehen, und hatte auch kein Problem damit, seiner zweitakenden Banshee die vier Takte eines 600er Yamaha FZS Motors beizubringen. Aber ganz ohne Misstöne ging die Sache dann doch nicht vonstatten. Hören wir mal rein.

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Christian ist eigentlich einer von der ruhigen Sorte. Er hat den Groove. Deshalb ist er wohl auch Musiker und Produzent geworden. Seit seinem achten Lebensjahr spielt er Schlagzeug und Klavier. Ob es sein Wunsch war, oder doch der seiner Eltern trotzdem einen „vernünftigen“ Beruf zu erlernen, daran kann Christian sich heute nicht mehr erinnern. Jedenfalls hat er nach der Schule eine Lehre als Kfz-Mechaniker absolviert, worüber er heute noch froh ist. Aber die Liebe zur Musik war stärker und so hat er in Köln in seinem eigenen Studio überwiegend für den WDR gearbeitet. Nach ein paar Jahren zog es ihn dann nach Flensburg zum Plattenlabel Elephant Music, wo er bis heute als Songwriter und Produzent arbeitet. Einer seiner größten Erfolge ist sicher der offizielle Fußball-WM-Song „Helele“ (einfach mal googlen) bei RTL. Seit Christian im hohen Norden wohnhaft ist, besitzt er auch seine Yamaha Banshee, an der er, wie an seinem Kawasaki-Jetski, oder seinem AMG Mercedes gern selbst schraubt, sofern es die knappe Zeit zulässt.

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Taktlos

„Die knappe Zeit war auch der Grund dafür, warum ich meinen lange gehegten Wunsch nach einem richtig geilen Umbau meiner Banshee in fremde Hände gegeben habe“, erzählt uns Christian. „2010 hab ich im Internet nach einem Spezialisten für den Einbau von leistungsstarken Motorradmotoren in Quads gesucht. Leider hab ich dann sehr schlechte Erfahrungen machen müssen. Doch ich hab das abgeschüttelt und die Baustelle Banshee nun komplett selbst in die Hand genommen. Durch die Schrauberei hab ich vor allem auch meine Freude an der Yamaha wiedergewonnen. Eine weitere Finanzspritze in Höhe von 1500 Euro für diverse Zubehörteile war nötig, um meinem Traumquad näher zu kommen. Der FZR-Motor war zwar im Rahmen, aber sonst war nix gemacht. Ich hab also die komplette Verkabelung angefertigt und noch diverse Motorbauteile verbaut. Die lange Schwinge hab ich aus den USA geordert und mit neuen Lagern angebaut. Auch das Kühlsystem mit Kühler und Lüfter hab ich selbst verbaut. Auch die Krümmeranlage 4 in 2 hab ich angepasst und montiert. Die Bremsen wurden mit Stahlflexleitungen ausgestattet. Neben den ganzen Einstellarbeiten am Motor usw. hab ich auch die TÜV-Abnahme selbst erledigt. Bis auf das Einsetzen des Motors hab ich also im Endeffekt doch alles selbst gemacht, worauf ich dann auch stolz bin.

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OK, ich hab eine Menge Kohle in das Quad gesteckt. Aber ich bin trotz aller Umstände froh, den Umbau durchgezogen zu haben. Meine Banhsee sieht jetzt nicht nur Hammer aus, die fährt auch Hammer! Der Vortrieb ist einfach der Wahnsinn. Ich bin jedenfalls wieder voll im Einklang mit meiner Fee und darüber hinaus auch sehr glücklich, dass meine Freundin nicht eifersüchtig ist“. Sehr taktvoll, wie wir finden.

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Der treue Leser unseres Magazins Quadwelt wird sich sicher an diese Story erinnern, die wir in der Ausgabe 02/2012 veröffentlicht haben. Christian Schneider hat mit dem Banshee-Umbau aber erst richtig Blut geleckt und zeigt in der aktuellen Quadwelt-Ausgabe sein neues Fahrzeug.

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Eines der  leistungsstärksten Quad im deutschen Sprachraum stellen wir Euch in der aktuellen Ausgabe 02/2015 ab Seite 52 vor. „World on fire“ – so haben wir den Beitrag betitelt! Ein paar ausgesuchte Fotos von dem außergewöhnlichen Custom-Quad wollen wir unseren Online-Lesern nicht vorenthalten. Wer den Beitrag im Magazin gelesen hat, könnte aufgrund einiger Formulierungen annehmen, das die „R1 Interceptor“ von Christian Schneider komplett gebaut wurde. Das ist nicht der Fall. Die Basis des Fahrzeugs, eine Yamaha YFM 700 R wurde in der Werkstatt von Carsten Höß (www.raptortuning.de) mit dem brutalen Motor einer Yamaha R1 verheiratet. Der private Schrauber hat sich aber mittlerweile in den Ruhestand begeben, dennoch soll die Anerkennung für die ursprünglich geleistete Vorarbeit zu diesem Projekt nicht unerwähnt bleiben.

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Fotos: Nona-Photography

 

 

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