Trip in den Harz

Eine Reise in den Harz

Einmal im Jahr ist es bei uns soweit. Unsere lang ersehnte und aufwendig geplante Quadreise kann beginnen. Eine Woche unseres Jahresurlaubs haben wir für eine Fahrt mit unseren ATV`s in den Harz eingeplant.

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Meine Frau Pat besitzt eine Arctic Cat 450i, während ich eine 550er fahre. Das ist bei uns nicht so, weil der Mann mal gerne ein paar PS mehr unterm Hintern hat als seine bessere Hälfte. Ausschlaggebend war bei uns der Unterschied in der Sitzhöhe, welche bei der 450er etwas niedriger ist und somit der Körpergröße von 1,50 Meter meiner Frau entgegenkommt. Sitzen ist auf Dauer halt bequemer als stehen.

Wie immer fahren wir ohne Navi. Die Strecken von einem Hotel zum nächsten hat Pat mit Hilfe von Straßenkarten und Google Maps so ausgearbeitet, dass wir keine Autobahn und bis auf kleine Ausnahmen, auch keine Bundesstraßen benutzen müssen.

Das hat für uns gleich mehrere Vorteile:

– Die Nebenstrecken sind meistens idyllischer und abwechslungsreicher als die Hauptstraßen.

– Wir haben nur selten drängelnde Autofahrer im Nacken.

– Das wechselnde Tempo ist für Mensch und Maschine weniger ermüdend als Dauer-Gasgeben.

– Die hin und wieder anfallenden Karten-Stopps bieten einem Zeit für einen Drink  oder einen Snack. Manchmal kommt man mit hilfsbereiten Einheimischen ins Gespräch und bekommt gute Tipps.

Nach der Inspektion und einem Ölwechsel bei unserem Händler Winfried Schomisch (Quad am Ring), starten wir zu der 1.300 km langen Tour in Rheinbach, bei Bonn.

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Am Frohnleichnamstag führt uns die erste Etappe in Bonn über den Rhein und durch Siegburg ins kurvenreiche Bröhltal. Weiter geht es vom Bergischen Land in Richtung Sauerland bis zum Zielort Korbach im Ederbergland in Nordhessen.

Meine Schwester, bei der wir die erste Übernachtung geplant hatten, empfing uns voller Freude. Denn, außer einem gemütlichen Kaffee und Kuchen- Picknick, hatte sie noch einen weiteren Plan mit uns. Sie wollte von Pat und mir bei einer kleinen Übungs- Fahrstunde in die Grundkenntnisse des Quadfahrens eingewiesen werden. Sie hatte nämlich sich und ihrem Lebenspartner für den nächsten Tag zwei Quads beim Quadzentrum Edersee ausgeliehen um mal dieses Glücksgefühl, von dem ich ihr immer erzählt hatte, selber zu erleben. Das stellte sich dann auch schon, wie zu erwarten, während der ersten Übungsrunden auf unseren Katzen ein und sie sah der Fahrt mit den Mietquads gelassener und voller Vorfreude entgegen.

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Am zweiten Reisetag standen wir nach kurzer Fahrt am Edersee und wollten gerade unsere Kamera auf dem Stativ ausrichten, als sich ein netter Quadfahrer zu uns gesellte und das Fotografieren übernahm. Er kam mit seiner 550er Grizzly aus Helmstedt und war auf dem Weg zu einem Treffen der Q.F. Westerwald. Seine Route entsprach also in etwa der unsrigen. Er fuhr sie nur in entgegengesetzte Richtung. Nach einem kurzen Gespräch über schöne Strecken, gute Reifen usw. setzten wir die Fahrt fort nach Hannoversch Münden wo sich die Fulda und die Werra zur Weser vereinen.

Als weiteres schönes Städtchen entdeckten wir Duderstadt, bevor wir an der ehemaligen DDR-Grenze einen alten Wachturm und einen riesigen Chopper, einfallsreich aus Holz und Traktorreifen gebaut, fanden. Bis zu unserem Hotel im Bodetal, im südlichen Harz war es dann nur ein Katzensprung.

Tag drei führte uns dann, wie sollte es anders sein, zum großen Quadtreffen in Pullman-City bei Hasselfelde. Wir wollten eigentlich nur mal schauen, wer von unseren Bekannten sich dort eingefunden hat. Außerdem hätten wir gerne an der großen Harz-Straßenausfahrt teilgenommen. Leider erfuhren wir von den Ordnern, dass es nur einen einheitlichen Eintrittspreis, von 30,-€ p. Pers. mit Quad, für die Teilnahme an allen vier Tagen gab. Tagestickets oder einen Preis nur für die Teilnahme an der Ausfahrt gab es nicht.

Wir haben deshalb Pullman-City nur von außen gesehen, konnten aber den langen Convoy beim Verlassen des Geländes wenigstens fotografisch festhalten.

Eine halbe Stunde später begegnete  uns auf unserer 2-Mann-Straßenausfahrt die lange Kolonne auf einer schmalen Waldstraße zwischen Treseburg und Allrode (wir zählten 145 Fahrzeuge).

Weiter führte uns diese Tagestour vorbei an den hohen Felsformationen der Rosstrappe sowie zur beeindruckenden Kulisse der Teufelsmauer bei Weddersleben. Am späten Nachmittag ritten wir auf unseren Katzen ins hübsch restaurierte Städchen Quedlinburg, welches wir bereits aus der Sendung „Polizeiruf 110“ kannten.

Bei zunehmendem Sonnenschein verließen wir am nächsten Morgen den Harz in südlicher Richtung über den Kyffhäuser Wald in die Gegend von Eisenach in Thüringen. Wir hatten dort, bei Frankenroda, auf einem abgelegenen Reiterhof eine Unterkunft gebucht. Das Werratal ist dort von hohen Steilwänden aus Muschelkalk geprägt und bei Reitern, Radfahrern und Kanuten beliebt.

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Auf dem Programm des fünften Tages stand ein Besuch des Baumkronenpfades im Nationalpark Hainich, wo man auf Stegen in 30-40 m Höhe über den Wald spaziert. Anschließend inspizierten wir noch die Wartburg in Eisenach, welche leider gerade wegen Bauarbeiten teilweise eingerüstet und für unseren Geschmack auch durch zu viele Besucher etwas überfüllt war.

Der zweitletzte Tag führte uns durchs Hessenland, vorbei am Kaliberg bei Bosserode, bereits wieder näher in Richtung Heimat. Durch verschiedene, schlecht ausgeschilderte Baustellenumleitungen sowie einige Stunden Regen, kamen wir abends nach 260 km etwas erschöpft an unserer Unterkunft bei Bad Berleburg im Rothaargebirge an.

Die siebte und letzte Etappe ging weiter gen Westen durchs Wendener und Gummersbacher Land (über Rom!) bis in heimatliche Gefilde auf der linken Rheinseite.

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Kaum zu Hause angekommen, ausgepackt und geduscht, sitzen wir schon wieder über der Eifel-Karte und überlegen,wo wir am Sonntag mit unseren Quadfreunden hinfahren sollen.

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Eine lange Tour gibt’s nächstes Jahr (2015) bestimmt wieder!

 

Wolfgang und Pat

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