John Deere Gator XUV 825 i

Side-by-Sides sind derzeit ein Nischenprodukt und werden von Herstellern trotzdem weiter gepusht. John Deere bringt einen neuen Gator auf den Markt und die Quadwelt warf einen Blick darauf.

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Utility: der Gator ist für den kommerziellen Einsatz gemacht.

 

Das Fahrverhalten
Der neue Gator konnte anlässlich einer ersten Probefahrt auf einem kuren Rundkurs bewegt werden, wobei noch keine Erfahrungen bezüglich der Eigenschaften als Nutzfahrzeug in Erfahrung gebracht werden konnten. Vielmehr standen die reinen Fahreigenschaften im Vordergrund und das verfügbare Gelände versprach einige enge Kurven samt kurzer Auf- und Abfahrt. Als Untergrund stand eine, natürlich durch John Deere-Mäher gemähte Wiese zur Verfügung, was die Repräsentativität der Fahrerfahrungen natürlich ein wenig einschränkte. Auffällig ist das gute Startverhalten des Gators, der nach wenigen Augenblicken sofort ansprang und den Gasbefehlen der Fahrer gehorchte. Dank des recht großen Hubraumes stürmt der Gator XUV 825 i heftig nach vorn, ohne die Fahrwerte der sportlichen und auf Freizeit getrimmten Wettbewerber zu erreichen. Muss er aber auch nicht, schließlich sind die Gator-Fahrzeuge als Arbeitstiere mit robusten Eigenschaften entworfen. Demnach steht nicht die letzte Sekunde beim Sprint von 0 auf Höchstgeschwindigkeit im Vordergrund, sondern die Langlebigkeit und Einsatzbereitschaft auch nach harten Einsätzen im Wald. Dazu ist ein Allradantrieb zuschaltbar, was die Traktion spürbar verbessert, die Wendigkeit aber deutlich einschränkt. Systembedingt fällt es dem Fahrer mit zugeschaltetem Allradantrieb schwerer, das Fahrzeug über den engen Rundkurs zu steuern, was aber auch bei allen Wettbewerbern der Fall sein dürfte. Interessant sind in diesem Zusammenhang die klare Struktur des Cockpits und die einfache Handhabung der Systeme. Einige wenige Schalter, deutlich beschriftet und schnell verständlich, machen es dem Nutzer sehr einfach. Dank der verfügbaren Option, den Gator XUV 825 i als LOF-Zulassung in den Straßenverkehr zu bringen, sind alle notwendigen Umbauten bereits ab Werk umgesetzt, was nachträglich angebrachte und damit wenig übersichtliche Knöpfe und Schalter überflüssig macht. Derartig ausgerüstet kann der Nutzer des neuen Gators sicher sein, dass die LOF-Eigenschaften herstellerseitig geplant und demnach den hohen Qualitätsansprüchen John Deeres entsprechen. Dazu passt auch die hochwertige und tatsächlich sichtbare Qualität der Fahrzeuge. Es ruckelt und klappert nichts im Cockpit. Ein gutes Zeichen, schließlich wären vorhandene Fehler im Dauerbetrieb eine Risikoquelle, die der Nutzung des Fahrzeuges ein Ende bereiten könnten. Im Bereich der professionellen Nutzfahrzeuge zählt eine Eigenschaft ganz besonders: Ausfallsicherheit. Nichts schadet beispielsweise einem Gartenbaubetrieb mehr als ein ausgefallenes Fahrzeug wodurch Aufträge nicht vertragsmäßig abgearbeitet werden können. Demnach müssen Fahrzeuge, die den Ansprüchen von Profianwendern entsprechen, eine hohe Qualität aufweisen. Diesem Anspruch scheinen die neuen Gatoren auf den ersten Blick zu entsprechen. Die erste Ausfahrt mit dem Gator XUV 825i verlief dann auch absolut problemfrei und zeigte die Ausrichtung des Fahrzeuges auf die angepeilte Zielgruppe. Aufrechte Sitzposition, angenehmer und nicht anstrengender Einstieg sowie schnelle Einsatzfähigkeit zeigen ganz eindeutig, wer als Anwender durch John Deere gesehen wird. Die Sitze sind bequem, wenig sportlich, dafür aber robust. Das Lenkrad ist recht groß und griffig und verstellbar.

Die Technik

Als Aggregat setzt John Deere einen wassergekühlten 812 Kubikzentimeter großen Benzin-Motor ein, der gut zu den verlangten Eigenschaften des Fahrzeuges zu passen scheint. Dank des neu verfügbaren Motors, beschleunigt der Gator auf 70 km/h Höchstgeschwindigkeit und ist somit deutlich schneller als die bisher verfügbaren Gator-Fahrzeuge. Durch diese neue Höchstgeschwindigkeit werden auch längere Verbindungsetappen zu verschiedenen Einsatzorten auf den vier Rädern des Gators bewältigbar und das Aufladen auf einen Anhänger entfällt. Der Motor leistet 50 PS und ist daher ausreichend stark. Noch nicht getestet werden konnte die Leistungsfähigkeit des Motors im anstrengenden Geländebetrieb, weshalb keine Aussagen zur Belastbarkeit gemacht werden können. Wenig auffällig sind die angeblichen Nachteile der Dreizylinderkonstruktion. Recht laufruhig und ohne störende Vibrationen fällt der Motor positiv auf und kann anlässlich der ersten Ausfahrt überzeugen. Um den Gator zu stoppen, müssen die verbauten Bremsen hartnäckig bemüht werden. Das Bremspedal muss mit hohem Kraftaufwand betätigt werden, was bei einem ersten Anfahrversuch an einer Steigung negativ auffiel. Trotz verbauter Handbremse, rollte der Gator unbeabsichtigt nach hinten. Doch diese Auffälligkeit bereitet nach nur kurzer Gewöhnung keine Probleme mehr und der Fahrer hat den Gator allzeit im Griff.

 

Fazit
John Deere zeigt den Mitbewerbern mit dem neuen Gator, der natürlich über eine belastbare Ladefläche verfügt, wie Nutzfahrzeuge konstruiert sein müssen. Dank einer hohen möglichen Zuladung, empfiehlt sich der Gator als echtes Arbeitstier und dürfte in Profibetrieben gut ankommen. Im harten Offroadeinsatz, in Wälder und Forst, muss der Gator in der nächsten Zeit beweisen, ob er die notwendig hohe Ausfallsicherheit bietet. Wir denken ja.

Text und Fotos: Martin Zink /faszination@quadwelt.de

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