Quad Challenge 2014

Short and Hot oder Kurz und Heiß – das Rennen in Melsungen

Bei der am Samstag Morgen, bereits für 9.30 Uhr angesetzten Fahrerbesprechung wurden Aktiven mitgeteilt, dass aufgrund des EM-Semi-Finale für Seitenwagen am Sonntag (!) alle Klassen nur 3 Rennläufe über jeweils 3 Runden bestreiten würden.

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Der Fahrersprecher Andreas Hermann erhielt auf seine Frage, warum das denn so sei und warum man die Fahrer nicht früher darüber informiert habe, keine erklärende Antwort. Der Großteil der Fahrer war über diese Vorgehensweise schlichtweg „sauer“ und erbost, schließlich sind die Quadfahrer die einzige Gruppe, die Startgeld bezahlt und kein Preisgeld ausgezahlt bekommt. Die Fahrer haben Spaß am Rennen fahren und deswegen starten sie bei solchen Veranstaltungen, da wollen sie nicht nur 9 Runden für 35,– EUR Startgeld fahren. Der erste Durchgang der Quad-Rennläufe wurde bereits am Vormittag gefahren, die übrigen 2 Durchgänge dann ohne größere Pausen am Nachmittag, so dass die Quadrennen bereits um 14.00 Uhr beendet waren. Es wäre noch reichlich Zeit gewesen, zwischen den Trainingsläufen der Solofahrer und B-Lizenz-Seitenwagen einen 4. Durchgang oder einen Finallauf in den jeweiligen Klassen zu fahren, da alle Quad-Rennläufe ohne Verzögerungen und Zwischenfälle abgewickelt wurden. Hätte es aufgrund eines Unfalls eine größere Pause gegeben, dann hätten die Quad-Racer sicher Verständnis für die Maßnahme gehabt, die Rennläufe zu verkürzen oder den Endlauf zu streichen, aber so fühlen sie sich einfach nur ausgenutzt. Ein weiteres Ärgernis für die Fahrer, die Siegerehrung wurde erst um 18.00 Uhr – also 4 Stunden später – durchgeführt. Die Quadfahrer fühlten sich lediglich als „Geldbringer“ abgestempelt, denn das Festzelt sollten sie abends füllen, damit Geld in die Kasse kommt. Aber ein komplettes Rennprogramm mit 4 Vorläufen bzw. Finalläufen durften sie nicht fahren. Sehr schade, dass ein Verein wie Melsungen, der von Anfang an, d.h. seit nunmehr 9 Jahren Quadrennen durchführt, diese Klasse jetzt „in die Ecke stellt“. Die Mehrheit der Fahrer ist sich einig, dass sie unter diesen Umständen keine Veranstaltung, egal wo, fahren wollen, denn die Fahrer investieren genau wie die Bahnsportler ihre Freizeit und viel Geld für ihren Sport und möchten dass dann auch entsprechend gewürdigt wissen. Sollte Melsungen im nächsten Jahr wieder so ein Konzept durchführen, dann werden sie ganz sicher deutlich weniger Quad-Racer am Start haben.

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Es wurden wieder superspannende Rennläufe von den Akteuren in den verschiedenen Klassen geboten, aber am Samstag Vormittag oder am frühen Nachmittag sind natürlich kaum Zuschauer da und dass ist sehr schade, denn dann können die Fahrer dem Publikum auch nicht zeigen was für tolle und spannende Rennläufe sie von den Quadlern geboten bekommen.

Das Wetter war zwar drückend schwül, aber es blieb trocken, und die Strecke befand sich in einem guten Zustand, so dass es weder zu Verzögerungen noch zu Unfällen (mit einer Ausnahme) kam.

In der Klasse 1 (bis 300 ccm Automatik) musste sich Heinz Brandt, der Teamchef des MSC OHMTAL, der Meisterin des Vorjahres, die als Gaststarterin angereist war, geschlagen geben. Sie gewann alle drei Läufe knapp vor dem Homberger, der in den Kurven immer auf sie auflief, aber nicht vorbeikam, da Saskia Brüner auf den Geraden immer die entscheidenden Meter gut machte. Der Homberger kassierte als Tageszweiter trotzdem die 10 Meisterschaftspunkte, da Saskia Brünner als Gaststarterin ja nicht für die Meisterschaft gewertet wird. Die Homberger Clubkameraden Bernd Schomber Tages-Dritter und Udo Scholz (4.)bekommen dementsprechend 9 bzw. 8 Meisterschaftspunkte. Udo Scholz hatte wieder den „Defekt-Teufel“ an Bord, diesmal riss ihm der Auspuffkrümmer ab. Für solche Fälle hat der MSC OHMTAL für seine, in der Meisterschaft eingeschriebenen Fahrer der Klasse 1, aber ein Ersatz-Quad parat. Leidtragende war in diesem Fall Corina Schomber, die an dem Wochenende das Ersatzfahrzeug eigentlich als Leih-Quad nutzen wollte, da sie kein eigenes Renn-Quad mehr besitzt. Wenn das Quad von keinem der 4 Meisterschaftsfahrer benötigt wird, kann ein anderes Clubmitglied, z.B. Corina Schomber, das Quad gegen eine geringe Leihgebühr benutzen. Das hat schon zweimal gut geklappt, in Diedenbergen und in Homberg konnte Cori mit dem MSC-Quad starten.

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In der Rookiesklasse kam der Newcomer Christoph Budde aus Amöneburg zu Sturz und verpasse wegen Reparaturarbeiten seinen 2. Lauf und wurde daher nur Vierter. Marco Hellwig lag mit seiner Suzuki dreimal vor dem 14-jährigen Seriensieger Marcel Brüner in Führung, doch im letzten Lauf fiel der Breitenbacher in Führung liegend aus, er bekam für diesen Lauf somit keine Punkte, damit fiel er punktemässig hinter Brüner und den Doppelstarter Ray Gärtner auf Platz 3 zurück.

Klasse 3 war mit 9 Fahrern wieder die stärkste Klasse; allerdings musste Peter Schmalz im Training mit Motorschaden das Handtuch werfen. Nach sechs spannenden Vorläufen war vor dem Finale der fünf besten Fahrer noch alles offen: Zwischen Matthias Hahnke, Dietmar Ziegler und Nico Rausch gab es nur 2 Punkte Unterschied! Pechvogel des Tages war Lokalmatador Christian Bonkowski (5.), der in seinem 2. Lauf in Führung ausfiel und im Finale wegen Verlassens der Bahn disqualifiziert wurde. Den Endlauf gewann zwar Dietmar Ziegler mit seiner Banshee, aber der Zweitplatzierte Hahnke (MSC Angenrod) wurde am Ende Tagessieger mit 1 Punkt Vorsprung. Der zweite Banshee-Fahrer Nico Rausch wurde Dritter.

In der MEFO Sportklasse 450 starteten inklusive Gastfahrer Stefan Wagner nur drei Fahrer, nachdem sich Don Becker wegen Motorschadens abmelden musste. Wagner, Detlef Brüner und Matthias Hahnke lieferten sich begeisternde Duelle. Wagner gewann auf seiner GasGas zweimal, Brüner auf der RST einmal. Damit war die Reihenfolge Wagner – Brüner –Hahnke festgelegt.

In der MEFO Sportklasse Open startete Stefan Wagner erstmals mit der Ziesa 500, dem selbstgebauten Jawa-Quad von Sven Ziehlke. Mike Ehlert vom iSOTEC Racing Team wurde erneut Tagessieger, nachdem Wagner sich erst von Lauf zu Lauf an das Jawa-Beast herantasten musste und erst den letzten Lauf gewann. Der Brite Steve Pantrey wurde vor seinem Landsmann Paddy Thorne Dritter.

In den 3 Schüler- bzw. Jugendklassen lief alles zu 100 Prozent diszipliniert ab; kein Fahrer musste wegen Geschwindigkeitsüberschreitung disqualifiziert werden. Marlon Dreier vom MSC Ohmtal gewann wie bei den letzten Rennen alle seine Wertungsläufe und wurde ungeschlagen Tagessieger, er hat jetzt wie sein großes Vorbild – Heinz Brandt, der Teamchef – 40 Punkte auf seinem ADAC-/DMV-Quad-Challenge-Konto stehen. Phil Grünberg wurde Zweiter und Collin Lindner aus Lübbenau Dritter. Chantal Mayer wurde Vierte der Tageswertung.

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In der Klasse 6b setzte Malte Hermann (Lengerich), der wieder zu seiner letztjährigen Form zurückgefunden hat, seine Siegesserie vor Gabriel Hilpert (2.) und David Kittler (Lübbenau) fort.

Niko Bauer (MSC Ohmtal) gewann wie in Angenrod die Rookies-Jugendklasse vor seinem, immer stärker und schneller werdendem Teamkollegen Milan Dreier und Theo Garthe vom iSOTEC Racing Team. Milan hat sich auf dem großen Quad jetzt langsam eingefahren und schließt in den Rennläufen schon mehr und mehr zu Niko Bauer auf. Im nächsten Jahr wird Milan dann mit in der Klasse 1 starten.

Fazit: Der MSC OHMTAL mit seinem – seit 9 (!) Jahren bestehenden HB-Quad-Racing-Team war einmal mehr die erfolgreichste Mannschaft und konnte wieder 5 Pokale mit in’s Ohmtal nehmen.

Verschnaufpause für die Fahrer gibt es keine! Schon am kommenden Sonntag steigt der 5. Lauf zur iSOTEC ADAC/DMV Quad Challenge in Heringen an der Werra. Das Rennen am „Fusse der weissen Berge“ ist der dritte Quad Challenge Lauf innerhalb von 14 Tagen.

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