Chinese aufgemöbelt

In unserer Ausgabe 05-2014 (siehe Vorschau) stellen wir Euch zusammen mit der GTÜ einen überarbeiteten Chinesen vor. Hier gibt’s noch ein paar Bilder dazu.

130_Aufmacher

Wir gruben erneut einen der berühmt-berüchtigten „China-Kracher“ aus. Yonkang Jinling Vehicle Co. Ltd – so heißt der Hersteller. Das Interessante ist, dass der sehr häufig weit vorne in den Zulassungsstatistiken auftaucht. Kein Wunder, zeichnet der sich doch verantwortlich für die seltsam anmutenden Quads im Strassen-Trimm. Ins Gerede geraten die Fahrzeuge immer wieder wegen Qualitätsmängeln und teils abenteuerlichem Fahrverhalten.

Eingeschränkt nutzbar

Nicht jede Yonkang Jinling ist gleich. Viele verschiedene Importeure können unterschiedlichste Versionen und Konfigurationen ordern. Im vergangenen Jahr sah sich das Kraftfahrt-Bundesamt veranlasst, die Importeure zu einer Rückrufaktion aufzufordern. Service World 24 erreichte ebenfalls das Schreiben des KBA. Chef Ralph Schiffler ist bewusst, dass er kein Highend-Produkt anbietet. „Die Mängel der Yonkang Jinling waren uns bereits bekannt“, sagt er und fügt hinzu, dass er die Quads lediglich Kunden mit „Schrauberkenntnissen und technischem Verständnis anbietet. Mehr als Kurzstrecken und moderate Fahrten empfehlen wir nicht.“ Dennoch gibt es Käufer, die nicht mehr Geld als die geforderten 2.500,- Euro ausgeben wollen.

130_Untersuchung

Hand angelegt

Daher griff der Kfz-Meister zum Werkzeug statt sein Modell im Internet schön zu schreiben. Ralph legte Hand an und verbesserte etliche Details. „Wir importieren ausschließlich Modelle von Jinling Typ 21-B mit A-Arms die an vier Positionen mit vier separaten Schrauben und Muttern am Rahmen befestigt sind. Wir verkaufen bzw. liefern diese Fahrzeuge nur komplett montiert und mit geänderten Verschraubungen und selbstsichernden Muttern an unsere Kunden aus. Auch verkaufen wir diese Fahrzeuge im Gegensatz zu manch anderem Händler in Deutschland, nicht einfach nur vormontiert oder gar im Karton!“

Die Muttern an der Lenksäule werden von Service World seit Beginn des Imports an ersetzt durch selbstsichernde DIN 985 Kl.8 Muttern aus Deutschland.

Ebenso sicherheitsrelevant sind die Hinterachsmuttern, die die gleiche Norm erfüllen. Der Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung wanderte an den Luftfilter statt ins Freie. Zugelassene Positionsleuchten befinden sich an den vorderen oberen A-Arms. Motorhalter, Auspuffschelle und Benzinfilter wurden getauscht. Alles gute und sinnvolle Maßnahmen, welche zur Betriebssicherheit des Quads beitragen, wie uns auch der GTÜ-Sachverständige Stephan Fort bestätigte.

Damit wird aus einem Trabbi noch lange kein Ferrari, aber zumindest aus dem Angebot ein ehrlicher Handel. Das Ergebnis unserer Untersuchung an der GTÜ-Prüfstelle findet Ihr in unserer aktuellen Ausgabe am Kiosk oder in Eurem Briefkasten.

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