Quad-DM Aufenau

Chaos im Schlamm

Beim dritten Rennen zur Deutschen Meisterschaft mussten sich die Quadcrosser im hessischen Wächtersbach-Aufenau mit widrigen Streckverhältnissen arrangieren. Die beiden Laufsiege gingen an Ingo ten Vregelaar und Joe Maessen

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Ergiebiger Regen hatte der Strecke von Aufenau bereits vor Rennbeginn arg zugesetzt, besonders die frisch mit Erdreich angefüllten Passagen präsentierten sich nur schwer passierbar. So verzichtete man auf das Freie Training. Zum ebenfalls für den Sonntagmorgen angesetzten Pflichttraining hatte sich die Situation in keiner Weise gebessert. Besonders an den Bergauf-Passagen blieb so mancher Fahrer stecken, was Stefan Schreiber und einige andere Akteure veranlasste, griffigere Spuren neben der Piste zu suchen. Nach einigen Diskussionen über diesen Regelverstoß beschloss die Rennleitung, die Ergebnisse des Zeittrainings komplett unberücksichtigt zu lassen und die Startaufstellung gemäß dem DM-Stand vorzunehmen.

Vor dem Start zum ersten Lauf sorgte die nächste Ungereimtheit für neuerlichen Gesprächsbedarf. Kelly Verbraeken und Davy de Cuyper erschienen deutlich zu spät zum Vorstart. Obwohl das DMSB-Reglement in diesem Fall keinen Interpretationsspielraum zulässt, wurden sie dennoch zum Rennen zugelassen und zunächst gewertet. Erst mit Verspätung erschien eine korrigierte Ergebnisliste. Bei genauer Betrachtung erwiesen die Verantwortlichen Verbraeken und De Cuyper den beiden Belgiern mit ihrer eigenmächtigen Regelauslegung also einen Bärendienst: De Cuyper schied nach fünf Runden mit technischem Defekt aus, aber Verbraeken quälte sich immerhin zehn Runden für nichts durch den Modder. Und man kann bei den zahlreichen Überrundungen noch von Glück reden, dass die beiden andere Fahrer nicht blockierten und damit den DM-Stand verfälschten.

Apropos: Blaue Flaggen waren rar, entsprechend knifflig gestaltete sich für die Spitzenfahrer das Überrunden. Und wenn sie geschwenkt wurden, nahm manch einer davon keine Notiz. Joe Maessen kostete dies im ersten Lauf eine bessere Platzierung. Immerhin statuierte die Rennleitung an David Freidinger ein Exempel und setzte den Österreicher für die zweite Startaufstellung um drei Plätze nach hinten.

Den ersten Start gewann Maessen vor Schreiber. Beim Überrunden hatte der Niederländer zu wenig Geduld und havarierte kurzzeitig, Schreiber und andere Akteure zogen vorbei. Doch in dieser Rennphase hatten Ingo ten Vregelaar und Alexander Norskov bereits genügend Vorsprung herausgefahren. Einen starken Auftritt zeigte Sina Willmann: Beim Start löste sich der Zündunterbrecherschalter, was am frisch eingedreckten Quad nicht direkt zu erkennen war. Die jüngere der beiden Schwestern jagte dem Feld hinterher und fuhr noch auf den achten Rang vor. Manfred Zienecker und Jan Hoormann mussten das Rennen mit technischen Problemen vorzeitig beenden. Pascal Cappuccio und Ralf Scharnbach waren angesichts der Streckenverhältnisse gar nicht erst angetreten.

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Im zweiten Lauf führte zunächst Norskov, doch Maessen und Schreiber waren schneller. Beim Überholen touchierte der amtierende Meister Norskovs Quad, wobei die vordere Radaufhängung beschädigt wurde und der Däne aufgeben musste. Am Quad von Christian Voit sprang die Kette ab. Sina Willmann steigerte sich auf Rang fünf, Schwester Denise wurde nach unglücklichem Start noch Zehnte. Ten Vregelaar kommentierte seinen glücklichen Tagessieg treffend: „Wahrscheinlich habe ich nur die wenigsten Fehler gemacht.“

Die weiteren DM-Termine: 18.5. Prisannewitz, 1.6. Reutlingen, 9.6. Tessin, 6.7. Vellahn, 3.8. Gerstetten

Text: Axel Koenigsbeck

Fotos: Stephan Schneider

Resultate

1. Lauf: 1. Ingo ten Vregelaar (NL), Yamaha. 2. Alexander Norskov (DK), Yamaha. 3. Stefan Schreiber (D), KTM. 4. Peter Steegmans (B), Yamaha. 5. Zdeněk Poláček CZ), KTM. 6. Frederik Märcher Knudsen (DK), Yamaha. 7. Joe Maessen (NL), Suzuki. 8. Sina Willmann (D), Yamaha. 9. Dietmar Bazle (D), KTM. 10. Julian Haas (D), Yamaha. 11. David Freidinger (A), Suzuki. 12. Oliver Vandendijk (B), KTM. 13. Denise Willmann (D), Yamaha. 14. Frederick Dahlgaard (DK), KTM. 15.Christian Voit (D), Yamaha.

2. Lauf: 1. Maessen. 2. Schreiber. 3. Davy de Cuyper (B), KTM. 4. Ten Vregelaar. 5. S.Willmann. 6. Freidinger. 7. Vandendijk. 8. Steegmans. 9. Kelly Verbraeken (B), W-Tec-Honda. 10. D.Willmann. 11. Haas. 12. Knudsen. 13. Jan Hoormann (D), E-ATV.

DM-Stand nach 6 von 16 Läufen: 1. Schreiber 136 Punkte. 2. Maessen 131. 3. Ten Vregelaar 114. 4. Haas 83. 5. Norskov 81. 6. Steegmans 71. 7. Zienecker 68. 8. S.Willmann 59. 9. Freidinger 56. 10. Vandendijk 53.

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