Bayerntour

Bayerntour mit Don Camillo

Der Tour vorangegangen war ein Trip mit der Raptor quer durch die Alpenregion Österreich, Italien und Schweiz. Die Story ist nachzulesen in der Quadwelt Ausgabe 01/2014. Hier nun die anschließende Bayerntour mit den Mitgliedern des Forums www.die-raptoren.de, in dem Paul als Don Camillo schon lange angemeldet ist.

„Am ersten Tag der Bayerntour sammelte sich die Truppe am Ortseingang von Aigen. 13 sehr geile Quads und die nicht minder interessanten Fahrer und Beifahrer wurden gezählt. Von Aigen aus ging’s unter der Führung des ortskundigen Tommy08Se (Nickname im Forum) in Richtung Attersee. Dort angekommen wurde ein kurzer Halt gemacht um ein paar Fotos zu schießen. Danach fuhren wir in Richtung Mondsee und Wolfgangsee weiter. Auf dem Rückweg wurde der Attersee zum Badehalt für den Rest der Woche ausgemacht, das hieß also eine schöne Abkühlung im himmelblauen See. Auf dem Rest des Rückweges wurde erneut Halt gemacht, aber diesmal in einer Eisdiele. Standort der Eisdiele ist mir leider unbekannt, aber im Sommer ist wohl jede Eisdiele ein willkommener Anlaufpunkt. Die Gruppe teilte sich wie auch an den kommenden Tagen am Treffpunkt (Ortseingang Aigen) auf, womit wir den Tag auch beendeten.

Tag zwei startete mit einem typisch bayrischen Frühstück. Mit der Gruppe ging es von Aigen aus zum heutigen Treffpunkt, dem Louisshop in Passau, wo wir auf „Cosanostra“, den Guide für den Tag, warteten. Auf dem Hinweg nach Passau schaffte es unser Wochenführer Tommy08Se leider nicht mehr an die nächstgelegene Tankstelle. Wir haben also einfach bei wildfremden Leuten geklingelt. An einer Tür hatten wir Glück, so dass wir ein paar Liter Sprit bekamen, mit dem wir es auch schließlich an die nächste Tanke schafften. Als ich im Louisshop mein Ersatzteileinkauf beendete (neue Bremsbeläge), ging’s auch gleich weiter zu etlichen Fotostops in die Berge und an die Donau, wo wir auf einen weiteren Rappenbruder trafen, es war der „Bajuware“. Der schloss sich der Gruppe auch für den Rest des Tages an. Als wir dann alle ein wenig Hunger bekamen, ging’s zum Brathendlstadion beim Hammerwirt. Es fiel natürlich auf, das einige nicht „von hier“ waren, da wir die Hähnchen mit Messer und Gabel aßen. Anschließend ging’s weiter zu einem Freibad, wo wir nur ein 1 € zahlen mussten, der als Eintritt und gleichzeitig als Parkplatzgebühr galt. Am Freibad trennten wir uns von Cosanostra. Vom Freibad ging es ziemlich direkt nach Aigen zurück. In Aigen angekommen beendete die Gruppe den heutigen Tag. Mein Tag wurde allerdings etwas länger als der der anderen, da ich mit zum Tommy08Se fuhr, um meine Bremsbeläge vorn zu erneuern. Dabei fiel uns leider auf, das die Bremsscheiben in Mitleidenschaft gezogen worden sind und dadurch auch erneuert werden mussten. Zum Glück hatte mein Kollege noch ein paar zu Hause rumliegen, die er mir überlassen hat. Als wir mit der Reparatur fertig waren, fuhr mein Kollege mich mit dem Auto in meinen Gasthof, da es wie aus Eimern regnete. Damit hatte ich auch endlich Feierabend.

Am Donnerstag ging es ins osteuropäische Ausland, genauer gesagt nach Tschechien in den böhmischen Wald. Nach kurzem Halt bei „Tante Luise“, ich weiß nicht wem schon wieder was fehlte, ging es einen ähnlichen Weg wie am gestrigen Mittwoch durch Österreichs Serpentinen nach Tschechien. Ziel war der Moldaustausee. Leider konnte man an keiner Stelle die wahre Größe des Stausees in Augenschein nehmen. Am Stausee und inmitten der Prärie wurden Fotostopps eingelegt. Gut am Stausee… das war dann schon eher Posing. Eingekehrt sind wir in ein schönes Restaurant direkt am Stausee. Oh mein Gott, es gab WLAN, also alle schnell ans Handy, Whatsapp und Co. lässt grüßen. Gulasch und Knödel schmeckten lecker, später wurde ein Grenzpunkt, eine Art Schwarzmarkt bei Strazny angesteuert. Tanken, Kippen kaufen und die „Dreamboys“ wurden in Empfang genommen. Missi und Tommy (beides Nicknamen im Forum) und die Betreiber meiner Werkstatt des Vertrauens sind am heutigen Donnerstag von Lollar mit einem Sprinter angereist. Diesen stellten sie im Gasthaus Glaser in Aigen ab und trafen sich mit uns in Tschechien. Anschließend wurden erst mal die beiden Edelrappen in Augenschein genommen. Einige Lackkratzer später wurde dann gemeinsam die Heimreise angetreten. Ein laaaaanger Tag ohne Badestopp ging zu Ende. Es war aber auf der „kühlste“ Tag der Woche mit nur knappen 30 Grad.

Am Freitag hatte unser Gastgeber und Tourenguide Tommy seinen persönlichen Sonntag eingelegt. Ermüdet vom dauernden Vorausfahren, genehmigte er sich einen freien Tag. Er war ihm gegönnt. Bei konstant heißen Temperaturen beschlossen wir zum Attersee zu fahren und das tolle, blaue und erfrischende Nass zu nutzen. Angeführt von einem Kollegen, ebenfalls aus Hessen, also ortsfremd. Durch Unkenntnis und einer aufgeklebten Karte auf dem Tank war das Ziel klar und der Weg in der Theorie auch. Maßgabe: Hauptstraßenvermeidung und zwei Serpentinen finden. Gut… das mit den Serpentinen ist total in die Hose gegangen. Dafür wurden die Nebenstraßen umwegfrei gefunden. Auf dem Weg nach Attersee wurde von mir ein Aussichtsturm gesichtet. Eine Volvowerkstatt, die direkt mal zu einer Reparatur eines Quad des Kollegen „Detels“ missbraucht wurde, erklärte uns den Weg. Den Weg gefunden, schöne Fotos gemacht. Endstation Waldwanderweg und der Turm ca. eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt. Also kehrt und nix wie an den See. Auf der Suche nach einem tollen Fotoaussichtspunkt über dem See haben wir auch Mittagsrast gemacht. Das war das heutige Highlight an diesem doch so tollen Tag. Die Aussicht sehr geil, der Rest war nicht zu Toppen, leider im Negativen. Zum Hunger stillen hat es aber gereicht. Die von mir bevorzugte Serpertienstraße wurde mir von Anwohnern als Forstweg bescheinigt. Also wieder Essig. Dafür wurde eine andere gefunden, zur Freude der Anwohner. Die Dreamboys nutzten die von Natur aus sehr rutschige Straße zur Driftstrecke. Aber jetzt ab an den See. Was für ein Traum von einem Badesee. Der Rückweg war auch nicht von schlechten Eltern, da er von vielen schon in Frage gestellt wurde, wobei sich dies aber als tolle Rennstrecke durch kaum bewohntes Gebiet herausstellte und so kamen wir zufrieden wieder nach Deutschland gut im Freistaat Bayern an und freuten uns auf das Highlight am Samstag.

Doch vorher verbrachte die Truppe noch einen tollen Grillabend. Auch wenn sich Gastgeberin Tanja unter der Woche beruflich bedingt rar gemacht hat, am Freitag hat sie zusammen mit Ihrem Mann voll aufgefahren. Ihr Firmengelände im Nachbarort Malching wurde zur Grillpartylocation umgebaut. Alle haben sich schick gemacht, egal ob Dreckskarre oder Lamettaglanzluxusrappen. Da wurde der Dreck aus über 1200 km Fahrt der Woche weggespült. Also Highheels an und ab auf den Rappen. Mit an Bord, drei der Muster-Rappen im Forum! Zwei davon haben sich im Feld duelliert. Ergebnis: unentschieden. Für ein drittes und entscheidendes Rennen waren die Hosen zu voll, war aber auch eng die Strasse. Vielen Dank noch mal an Tanja für den schönen Abend. Das nächste Mal bitte die Mücken nicht mit einladen;-)

Es ging früh los, ich weiß nicht wie früh, aber wahrscheinlich waren um die Uhrzeit noch nicht mal die Bauern munter! Treffpunkt war der gleiche wie am Vorabend, die Firma von Tanja und ihrem Mann im Nachbarort Malching. Noch total fertig von der rauschenden Mückenparade am Vorabend, ging es wieder unter der Führung von Tommy nach Österreich zur Rossfeldhochstraße. Es wurden mehrere Stopps eingelegt, um zu tanken (Tommy hat wie die ganze Woche zielsicher die einzige Tanke im Umkreis angesteuert, die kein Super Plus hatte), um weitere Mitfahrer aufzulesen. Ein langer Stopp wurde eingelegt und den Cosanostra einzusammeln, der wahrscheinlich verpennt hatte. War ja aber auch früh. Da hätte sogar nen Hahn verpennt! In einer Gruppe mit bestimmt 25 wenn nicht sogar 30 Quads wurde die Rossfeldhochstraße angesteuert. Vorher noch mal auftanken, selbstverständlich wieder an einer Tanke ohne Super Plus! Dann konnte das Geballer losgehen. Die Berge türmten sich vor uns auf und es ging stetig bergauf. Dann plötzlich Ende. Straße gesperrt? Nein…. das ist eine Mautstraße. Tommy das alte Schlitzohr schlug einen Rabatt zum Gruppentarif raus. Also Vollgas. Jeder durfte sich dann an seinem Gashahn bedienen bis der Angstschweiß einen bremste. Gut, manchen bremste nix. Besonders schnelle Fahrer wie Tommy, Missi, Godzilla und der Cosanostra jagten einmal den Berg runter und wieder hoch.Es blieb da nicht aus, das auch die ersten Ausfälle zu beklagen waren. Der Grund war einfach Überhitzung. Bei 120 Grad Öltemperatur im Ausgleichsbehälter und einem spuckenden Kühlwasserbehälter war Schluss mit der Jagd. Oben wurde dann erst mal die grandiose Aussicht genossen. Bilder für Mutti und Oma gemacht und den Rappen die notwendige Ruhe zur Abkühlung gegeben. Bei einigen setzte pünktlich ein Hungergefühl ein. Auf der Terrasse angekommen, stellt man fest, es fehlen einige. Gesucht und gefunden, ließ man sich die leckere Henkersmahlzeit (letzter Tag) schmecken. Ein Kollege hatte wieder Lust auf den Attersee. Unser Tommy ließ sich bereitwillig überreden, den Umweg in Kauf zu nehmen und nach Verabschiedung von einigen Ortskundigen, führte uns der Weg zu unserem Badesee. Die Südseite des Sees musste es wieder sein. Die barbusige Frau vom Vortag war zwar nicht mehr da, aber schön und erfrischend war’s trotzdem im See 😉 Auf der Rückfahrt über Österreich wurde noch mal ein Stopp in einem Cafe eingelegt und dann ging es stramm nach Aigen. Am Samstagabend trafen sich noch ein paar Kollegen, unter anderem ich, in einer Bauern-Disco zum Abfeiern.

 

Am Sonntagmorgen nach einem deftigen Frühstück half ich den Dreamboys (Missi und Tommy) ihre Schätze zu verladen. Als wir dies hinter uns hatten packte ich mein Urlaubsmobil auch fertig zur Abfahrt. Die Rechnung war gezahlt, also gings zunächst gemeinsam an eine Tankstelle und anschließend in Richtung Passau auf die Autobahn A3, wo wir uns dann trennten, da der Sprinter ein wenig schneller war als mein Quad. Auf der Autobahn A3 bin ich bis Bibelrieder Kreuz geblieben, wo ich auf die A7 abbog. Auf der Autobahn A7 bin ich bis Fulda Nord geblieben und auf die Bundesstraße B62 abgebogen. Ich fuhr dann noch ein Stück länger, damit ich mein Ziel von 4000 km in 2 Wochen knacken konnte. Also die Arschbacken zusammengekniffen und weiter gefahren. Als ich endlich auf den heimischen Hof rollte, musste ich leider zugeben das ich ziemlich fertig war. Also alles in die Ecke geworfen und ab aufs Sofa.

Es wird eine unvergessliche Tour bleiben, die ich aber in diesem Umfang nicht wiederholen werde. (Nicht vergessen, vor der Bayerntour war ich ja schon allein in den Alpen unterwegs) Ich hab mir immer gesagt, so was muss man einmal mitgemacht haben. Das heißt aber nicht, das ich nicht mehr in diese richtig geile Gegend fahre, sondern das ich in Zukunft das Quad auf einen Anhänger oder in einen Transporter stellen werde. Vielleicht wird sich das nächste Mal auch jemand finden, der die Tour mitfährt. Das macht zu zweit bestimmt bedeutend mehr Spaß. Hiermit sage ich Tschüss und bis zur nächsten Tour. Euer Don Camillo.“

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